Hilda lebt mit ihrer Mutter in den Bergen, umgeben von den wunderlichsten Freunden, die man sich denken kann: Trolle, Fuchshörnchen, Woffel und Holzmänner… Als ihr Haus eines Nachts vom "verborgenen Volk" mit Steinen und Drohbriefen bombardiert wird, ist der Frieden jedoch vorbei und für Hilda beginnt ein großes Abenteuer. So groß wie der geheimnisvolle Mitternachtsriese, den sie seit einiger Zeit durch ihr Tal streifen sieht.
In ihrem Reichtum stehen das fantasievolle Universum und die vielschichtigen Figuren von Hildas Schöpfer Luke Pearson in der Tradition der Werke von Tove Jansson ("Mumins") oder Hayao Miyazaki ("Prinzessin Mononoke").
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Witzig, intelligent und phantasievoll!
Pan Tau Books - Ein Buchblog am 29.06.2017
Bewertungsnummer: 1030247
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Die Welt, die in Hilda und der Mitternachtsriese entworfen wird, ist faszinierend. In Hildas Tal gibt es Woffel, die gen Süden wandern und aussehen wie flauschige fliegende Kaulquappen. Es gibt Fuchshörnchen, von denen eines Hildas treuster schnüffelnder Begleiter ist. Es gibt Trolle, Holzmänner, Mitternachtsriesen (über die hier nicht mehr verraten werden darf) und unsichtbare Elflinge.
Du siehst uns also? Schön, dass du uns auch mal bemerkst. Soll das ein Witz sein? Wie sollte ich euch bemerken, wenn ich euch nicht sehen kann?
Die Elflinge sind ein witziges und winziges Volk, das Hilda ganz schön auf Trab hält. Hilda ist in jeglicher Hinsicht ein ganz besonderes Mädchen, denn sie ist wild entschlossen sich den Drohungen des Verborgenen Volks entgegenzustellen und ihr Zuhause zu verteidigen. Mutig und unerschrocken vertraut sie dem kleinen Elfling Alfur, der ihr und ihrer Mutter helfen möchte ihr Haus zu behalten. Hilda hat mir wegen ihrer Furchtlosigkeit und ihrer Neugier auf die Welt besonders gut gefallen und Hand aufs Herz, wer mag Heldinnen mit blauen Haaren nicht? Hilda ist etwas Besonderes, denn durch sie erhält die Miniaturwelt der Elflinge etwas Magisches. Sehr amüsant sind die Panels des Comics, in denen Hilda neben den Häusern oder den Bewohnern des Elfentals dargestellt und das ungleiche Größenverhältnis deutlich wird, denn im Vergleich zu Hilda, ist ein Elfling gerade mal so groß, wie das Innere ihrer Ohrmuschel.
Du bist in meinem Kopf! Eine Stimme in meinem Kopf So wie ein imaginärer Freund? Ich wollte schon immer einen imaginären Freund haben, aber ich wusste nie, wo man so jemanden trifft!
Luke Pearsons Geschichte ist phantastisch und strahlt eine Lebendigkeit aus, die ich so selten in einem Comic gesehen habe. Hildas Reise zum König der Elflinge ist durchgehend spannend und hat mich schon ab der ersten Seite und mit dem Angriff der kleinen Wesen auf Hildas Haus gefesselt. Die Rahmenhandlung um den mysteriösen Mitternachtsriesen, den Hilda in ihrem Garten antrifft, hat mich besonders fasziniert, weil sie nicht nur geheimnisvoll, sondern auch bewegend ist.
Ich erinnere mich An den Anblick des Horizonts, den Verlauf des Flusses, das Aroma der Luft. Nur ein paar Kleinigkeiten Die Hügel haben sich verändert dein Haus. Aber das ist der richtige Ort. Ich erinnere mich.
Klare Linien, Detailliertheit und erdfarbene Töne zeichnen Luke Pearsons wunderbaren Zeichenstil aus und lassen die Panels trotz breiter Gutter (Zwischenräume zwischen den Panels) wunderbar weich und unbemerkt ineinander übergehen. Jede Seite wird von einem Farbton bestimmt, wobei die dunklen Töne der Nacht mir am besten gefallen haben. Von diesen Seiten geht eine geheimnisvolle Stimmung aus und der lange Schatten des Mitternachtsriesen zeichnet sich hinter Hildas Haus am Fuße des Berges ab Na, Lust auf mehr?
Fazit & Bewertung
Hilda und der Mitternachtsriese war wunderschön und hat mir nach langer Zeit noch einmal richtig Lust darauf gemacht, mehr Comics zu lesen! Eine Geschichte, die witzige, geheimnisvoll, phantasievoll und intelligent ist und gleichzeitig mit einem wunderbaren Zeichenstil überzeugt!
Bedrohtes Zuhause
SternchenBlau am 02.12.2023
Bewertungsnummer: 2080357
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Nachdem uns der erste Band mit Hilda in in den einsamen Bergen so gut gefallen hat, wollten wir wissen, wie es weitergeht. Und auch der Mitternachtsriese machte meinem 11jährigen Sohn und mir viel Spaß. Die grafische Gestaltung ist einfach toll.
Es geht sehr dramatisch los: Ein Minibrief der „kleinen Leute“ fordert Hilda und ihre Mutter auf, so schnell wie möglich zu verschwinden. Und es bleibt nicht bei einer schriftlichen Drohung, denn dann fliegen Steine und das Häuschen der beiden sieht danach ziemlich wüst aus. Zum Glück findet ein kleiner Mensch das alles nicht in Ordnung und Hilda muss sich durch die Bürokratie und Hierarchie der kleinen Menschen quälen, um ihr Zuhause zu erhalten.
Da der drohende Verlust des Zuhauses ja so drastisch ist, fand ich es ungünstig, dass die Mutter sich aus der ganzen Frage irgendwie vergleichsweise raushält. Da schwingen dann so ungute Vibes von Parentifizierung mit, also dass Kinder Aufgaben und Rollen übernehmen, die eigentlich von den Erwachsenen erfüllt werden müssen. Das kostet in meiner Bewertung dann einen Stern. Es ist aber in der Gesamtbetrachtung dann nicht so schlimm, dass ich das Buch nicht empfehlen würde. Es ist halt generell ein Problem, wenn die Bedrohungen in Büchern so groß sind.
Wie Hilda damit umgeht, ist allerdings vorbildlich. Sie versucht mit den Betroffenen zu reden und zu verhandeln, sie recherchiert zu den Themen (da kommt dann auch das wundervolle Holzmännchen wieder vor) und versetzt sich in andere hinein. Daher ist das Ende der Geschichte auch absolut stimmig und hat mich in der Konsequenz doch überrascht und macht einen richtig großen Cliffhanger für den nächsten Band auf. Aber genau darum, will ich nicht zu viel verraten. Auch auf der Metaebene nicht. Ich bin auf alle Fälle sehr gespannt, wie es mit Hilda weitergeht.
4 von 5 Sternen.
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