Die mythisierende Beschwörung der Großstadt als ein dämonisches Wesen in der frühexpressionistischen Lyrik. Das Gedicht 'Der Gott der Stadt' von Georg
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
04.03.2016
Verlag
GRINSeitenzahl
25 (Printausgabe)
Dateigröße
527 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783668165731
Das Ich zerfällt in diesem Prozess in verschiedene Wahrnehmungen und Empfindungen. Man spricht von einer Krise des Subjektes in der Moderne. Die expressionistische Großstadtlyrik reflektiert diese veränderten Wahrnehmungsmodi in einer radikalen Veränderung der dichterischen Mittel in der Darstellung von Großstadterfahrung. Wenn die Großstadtdichtung des Naturalismus noch als ein Medium der sozialen Anklage und der sentimentalen Identifikation hauptsächlich deskriptiv wirkt, entwickelt sich die expressionistische Großstadtlyrik zu einem autonomem Genre, innerhalb dessen sich zwei Grundtendenzen herausbilden, die äußere Erlebnisse und innere Gefühle des Subjektes zur Expression bringen wollen. Einerseits ist dies die mythisierende Beschwörung der großen Stadt als ein dämonisches Wesen, wie sie vor allem von Georg Heym vollzogen wurde, und andererseits die Auflistung der heterogenen Ereignisse und Sinneseindrücke im Reihungsstil des Simultangedichts, wie es etwa gleichzeitig von den Dichtern Ernst Blass, Jakob van Hoddis und Alfred Lichtenstein entwickelt wird.
Letzteres Verfahren versucht, die Gleichzeitigkeit unterschiedlicher urbaner Ereignisse und Wahrnehmungen in ein sprachliches Nebeneinander umzusetzen. Dagegen ist die mythisierende Großstadtdarstellung von Georg Heym ein Versuch, die öde Monotonie, die wilhelminische Erstarrung und Spießbürgerlichkeit sowie die gleichförmige Langeweile eines zunehmend technisch fremdbestimmten Lebens in der modernen Großstadt darzustellen. Zugleich erfolgt durch die Mythifizierung und Dämonisierung der großen Stadt, z.B. in der Baal-Gestalt in Heyms paradigmatischen Gedicht Der Gott der Stadt, eine Inkarnation der dämonischen Energien, von denen die Großstadt erfüllt ist.
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