Irgendwann fällt es Rachel immer schwerer, sich in ihrer Gemeinde zu engagieren. In der Schulzeit als brennende Missionarin unterwegs, kommen ihr irgendwann Zweifel: Politisch fragwürdige Ansichten, verurteilende und ausgrenzende Haltungen gegenüber Randgruppen, religiöser Starrsinn und die Scheu, sich offensichtliche Wahrheiten einzugestehen – Kirche scheint so weit von dem entfernt, was Jesus gelebt und gepredigt hat. Also macht sich Rachel auf die Reise, um zu verstehen, was sie eigentlich noch festhält – und wo sie vielleicht doch einen Platz in der Gemeinschaft der (Schein)Heiligen finden könnte … „Wonach ich mich sehnte, als ich mich auf die Suche machte, war nicht ein exklusiver Klub Gleichdenkender. Es geht um eine Gemeinschaft zerbrochener und sich dennoch liebender Menschen, die einander die Wahrheit erzählen!“ (Rachel Held Evans)
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Zweifeln erlaubt - was in der Kirche heute schiefläuft
Bewertung aus Hamburg am 23.02.2017
Bewertungsnummer: 1002080
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
In diesem Buch versucht Rachel Held Evans zu erklären, wie es sein kann, dass immer mehr junge Menschen ihren Glauben zu verlieren scheinen. Anhand der sieben Sakramente beschäftigt sie sich mit all dem, was in der Institution Kirche schief läuft und abschreckt, aber auch besser gemacht werden kann. Dabei geht es ihr um die tiefere, in ihrer Tragweite kompromisslose Bedeutung der einzelnen Sakramente.
Das Besondere an dem Buch ist, dass die Autorin selbst die Zweifel versteht, welche mit dem Glauben einhergehen. Sie selbst war lange auf der Suche und ist es immer noch. Dabei beschreibt sie ihren Weg von einem glühenden Glauben, der sie in einen dunklen Abgrund führte aber dennoch nie alleine ließ. Für Menschen, die manchmal zweifeln, auch wenn sie es nicht offen zugeben, genau das richtige Buch. Ich habe fast alle Fragen, die ich mir jemals gestellt habe, in diesem Buch wiedergefunden. Rachel Held schreibt zudem unglaublich einfühlsam, aber auch klar und humorvoll. Sie findet treffende Beschreibungen und die richtigen Worte, um verwirrten Gefühlszuständen gerecht zu werden.
Dies ist ein Buch, das ich sehr, sehr gerne gelesen habe. Der Schreibstil ist angenehm und locker, und nimmt so den Leser an die Hand. Ich fühlte mich nicht alleingelassen in dem Buch, sondern auf eine wohldurchdachte Reise geschickt. Die sieben Sakramente habe ich vorher noch nie aus dieser Perspektive betrachtet, und sie ergaben auf einmal ein völlig anderes Bild. Auch die vielen unterschiedlichen Facetten dieser Sakramente werden beleuchtet, und das auf eine sehr wortgewandte und kreative Art. Dazu macht sie niemandem einen Vorwurf, sondern schreibt ehrlich von ihren Gedanken und Empfindungen. Ich kann mich nur wiederholen, es ist wirklich eine Freude, dieses Buch zu lesen. Nicht nur seelsorgerlich ein Highlight, sondern auch aus theologischer Sicht wertvoll. Gerade für junge Menschen, die auf der Suche sind, sehr empfehlenswert. Und auch für Gemeinden vielleicht nicht uninteressant. Denn vieles von dem, was hier angesprochen wird, ist einfach wahr und mit ein Grund, warum Menschen die Kirche verlassen.
Fazit: Unbedingt lesen!!!
Den Glauben wieder mehr in…
orfe1975 am 05.01.2017
Bewertungsnummer: 2987888
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Den Glauben wieder mehr in der Kirche leben Mein Eindruck: ----------------------- Wer kennt das nicht: Kirche ist irgendwie uncool geworden, viele fühlen sich durch bestimmte Dogmen und Traditionen abgestoßen oder treten aus der Kirche aus, weil sie das Gefühl haben oder eingeredet bekommen, sie seien nicht würdig genug, Teil ihrer Gemeinschaft zu sein. Dazu gehören viele Randgruppen wie Homosexuelle, Ehebrecher, Prostituierte und Straftäter, aber auch Jugendliche, die das Gefühl haben, dass Kirche weltfremd sei, denen Kirche nicht vermitteln kann, dass Gott auch in unserem heutigen Leben wichtig ist und was die Bibel uns für unser modernes Leben lehren kann. In meinem Bekanntenkreis gibt es viele, die aus Gründen von Ausgrenzungserfahrungen in der Gemeinde der Kirche ganz fern geblieben, gar ausgetreten sind. Ich selber habe mir oft ebenso kritische Fragen wie die Autorin gestellt und wie sie, allerdings auf anderem Reiseweg, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es a) "die Kirche" nicht gibt, sondern vielmehr viele unterschiedliche Glaubensgemeinschaften mit dem gemeinsamen Ziel, Gott dienen zu wollen, und b) auch wenn man mit einigen Dingen der eigenen Glaubensgemeinschaft nicht einverstanden ist, kann und sollte man dennoch am Glauben an Gott festhalten. Die Autorin bringt es für mich schön auf den Punkt, wenn sie sagt: "Aber das Evangelium braucht keinen Bund mit dem Ziel, die falschen Leute draußen zu halten. Es braucht eine Familie aus Sündern, gerettet durch Gnade, die sich dazu verpflichtet, die Mauern einzureißen, die Türen zu öffnen und zu rufen: 'Willkommen! Es gibt Brot und Wein. Kommt, esst und redet mit uns.' Das Reich Gottes ist kein Königreich für die Würdigen, es ist ein Königreich für die Hungrigen."(S. 216) Mich hat das Buch gefesselt und inspiriert gleichermaßen, denn die Autorin beschreibt ihre Glaubensreise zum einen in einer Sprache, die flüssig und leicht verständlich daher kommt, immer locker und manchmal mit einem Ticken Humor, nie aber respektlos oder pöbelhaft. Ich konnte mich gut mit ihr identifizieren und ihre Erfahrungen und die Schlüsse, die sie daraus zieht, haben mir oft neue Sichtweisen auf diverse Themen beschert. Gegliedert ist das Buch in die Abschnitte Taufe, Beichte, Weihe, Abendmahl, Konfirmation, Krankensalbung, und Ehe und in jedem Abschnitt geben einzelne Kapitel teils autobiographische Erlebnisse wieder, teils greift sie auf die Meinungen Anderer zurück, so dass eine bunte Mischung aus Blogeinträgen, Interviews und Bücherzitaten sich harmonisch zu einem guten Gesamtbild ergänzen. Jedes Kapitel wird durch ein passendes Zitat eingeleitet, was mir als Einstimmung sehr gut gefiel. Alles in allem habe ich sehr viel aus dem Buch für mich mitgenommen und ich empfehle es jedem, der sich als Christ empfindet, in der Kirche aber nicht (mehr) wohl fühlt. Es bietet gute Denkanstöße, die Institution Kirche mit anderen Augen zu sehen und vor allem Anregungen, den Glauben wieder mehr im Alltag zu leben, denn: "Die Kirche ist nicht eine Gemeinschaft, der du dich anschließt, oder ein Ort, an dem du ankommst. Kirche ist das, was passiert, wenn dir jemand auf die Schulter tippt und dir ins Ohr flüstert: Pass auf, das hier ist heiliger Boden. Gott ist hier." (S.346) Fazit: ---------- Inspirierende Gedanken und wertvolle Anregungen, warum Kirche Mitglieder verliert und wie man dies ändern könnte - Ein Plädoyer für mehr lebendigen Glauben!
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