Irgendwo in einer großen Stadt, in Westeuropa. Ein kleines Mädchen kommt auf den Markt, hat Hunger. Sie versteht kein Wort der Sprache, die man hier spricht. Doch wenn jemand "Polizei" sagt, beginnt sie zu schreien. Woher sie kommt? Warum sie hier ist? Wie sie heißt? Sie weiß es nicht. Yiza, sagt sie, also heißt sie von nun an Yiza. Als Yiza zwei Jungen trifft, die genauso alleine sind wie sie, tut sie sich mit ihnen zusammen. Sie kommen ins Heim und fliehen; sie brechen ein in ein leeres Haus, aber sie werden entdeckt. Michael Köhlmeier erzählt von einem Leben am Rande und von der kindlichen Kraft des Überlebens - ein Roman, dessen Faszination man sich nicht entziehen kann.
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
Bewertung
aus Wien
5/5
13.01.2021
eBook (ePUB)
Spannende
Michael Köhlmeier ist ein Garant für interessante Erzählungen. So auch in diesem kurzen Roman.
Bewertung
aus Wien
4/5
20.05.2025
eBook (ePUB)
Nur ein Fingerhut
Ein 6-jähriges Mädchen, allein in einer fremden Stadt, irgendwo in Westeuropa.
Sie nennt sich Yiza, weiß aber nicht ob das wirklich ihr Name ist.
Allein irrt sie durch die fremden Straßen, ist auf Almosen der Leute die ihr begegnen angewiesen.
Der nächste Stopp für sie ist ein Kinderheim, wo sie zwei ebenfalls heimatlose Buben kennenlernt.
Gemeinsam machen sie sich auf ein besseres Leben zu finden, aber der Weg ist lang und zum Scheitern verurteilt...
Tina Bauer
aus Essingen
4/5
30.03.2023
eBook (ePUB)
Auf der Suche
Ein kleines Mädchen irrt hungrig umher bis ihr ein Onkel zu täglichem Essen verhilft. Doch das Mädchen versteht die Sprache nicht, weiß nicht wie selbst heißt und woher sie eigentlich kommt.
Weder Mutter noch Vater sind ihr bekannt und einzig weiß sie, dass sie hungrig ist.
Von der Polizei aufgegriffen und in ein Heim gebracht, sind dort noch andere Kinder wie sie. Allein, einsam und irgendwie fremdartig.
Auf der Flucht mit zwei Heimkindern erfährt sie so etwas wie Freundschaft, Führsorge und ja, irgendwie auch Liebe. Doch die Welt da draußen ist hart für kleine kranke Mädchen und das Schicksal holt die kleine Yiza mehrmals ein.
Ein beeindruckend wahrer Roman Flucht, Zukunft und ein Leben in ständiger Angst und Sorge.
Ein Drama, bei dem ich mir sicher bin, das es tagtäglich in der Realität stattfindet.
sommerlese
4/5
13.01.2021
eBook (ePUB)
Fremd und ohne Perspektive
Yiza ist heimatlos und lebt allein auf der Strasse. Vielleicht ist sie als Flüchtling auf der Suche nach einem besseren Leben nach Westeuropa gekommen, auf jeden Fall sucht sie eine neue Heimat. Mitleidige Menschen versorgen sie mit Essen und Trinken und sie schliesst sich bald zwei Jungen an, die ein gleiches Schicksal haben. Allerdings können sich nicht alle in einer ihnen bekannten Sprache unterhalten, nur der älteste Junge Schamhan versteht die beiden kleineren Kinder Yiza und Arian.
"Arian ist der Kapitän. Er geleitet das Schiff zu den Freunden und in den Sommer. Die Freunde, das sind eine Horde von Zerlumpten, die bereits zu alt sind für Mitleid und Rührung." Zitat S. 140
In diesem Buch greift Michael Köhlmeier die aktuelle Thematik der allein reisenden Flüchtlingskinder auf, die uns in Westeuropa zur Zeit der Flüchtlingsströme intensiv beschäftigt. Er zeichnet ein Bild unserer derzeitigen Gesellschaft auf, das betroffen macht und ratlos zurück lässt.
Man erlebt ein Mädchen irgendwo in Westeuropa, das Tag für Tag darauf angewiesen ist, Nahrung von hilfsbereiten Menschen zu bekommen, deren fremde Sprache sie nicht versteht. Sie schliesst sich zwei Jungen an, die ebenfalls allein und ohne Obdach leben. Woher die Kinder kommen wird nicht klar, sie stehen für die vielen ungenannten Flüchtlingskinder abseits der Hilfsprogramme.
In der kleinen Gemeinschaft übernimmt Shamhan, ein 14-jähriger Junge die Rolle des Anführers und sorgt bedingungslos für die Jüngeren. Trotz Sprachbarrieren untereinander kommen sie wie in einer Familie miteinander klar und stehen füreinander ein. Es ist Winter und gemeinsam versuchen sie ihre Grundbedürfnisse nach Nahrung und einer warmen Zuflucht in der Nacht zu erfüllen. Allerdings scheren sie sich nicht um Recht und Anstand, sondern sie stehlen, betteln und brechen in fremde Häuser ein. Doch woher sollen sie Regeln und Gesetze kennen und achten, wenn sie um ihr Überleben kämpfen und keine Erwachsenen sie anleiten und ihnen Werte vorleben.
Die Sprache ist nüchtern, knapp und sehr einfach gehalten. Kurze Sätze versinnbildlichen die Sprachlosigkeit und Fremdheit der Kinder in dieser fremden Welt. Man glaubt Yiza sprechen zu hören.
Michael Köhlmeier schafft mit seinem Buch eine berührende Geschichte, die mich traurig macht, fassungslos, wütend und gleichzeitig ratlos zurück lässt. Die Schicksale der Kinder machen betroffen, aber gleichzeitig auch Angst, wenn man die aktuelle Situation begreift. Denn auch die Polizei, Sozialarbeiter in Jugendheimen und hilfsbereite Menschen können an der Überlebensmentalität der Kinder in der Geschichte scheinbar nichts ändern. Eine Kriminalisierung scheint vorprogrammiert zu sein.
Ein gesundes Miteinander oder Integration kann man nicht verordnen, so wie es zur Zeit die Politiker gerne darstellen. Die Einbindung muss auch gewollt werden. Bei diesen Jugendlichen scheint es nicht zu klappen, obwohl helfende Hände sich ihnen entgegenstrecken.
Ein nachdenklich machendes Buch über die derzeitige Flüchtlingsproblematik Minderjähriger. Es macht die schwierige Situation beider Seiten bewusst.
Bewertung
aus Stuttgart
4/5
13.01.2021
eBook (ePUB)
Verloren und fremd in einer unbekannten Umgebung
In einer großen Stadt in Westeuropa taucht ein sechsjähriges Mädchen auf. Seinen Namen sagt es nicht, es ist zu klein, um zu wissen, woher es kommt und warum es hier ist. Das namenlose Kind weiß lediglich, dass ein Onkel es hierhergeschickt hat, mit dem Auftrag, zu schreien, wenn jemand die Polizei erwähnt. Das tut die Kleine, und während sie tagsüber bei einem Händler unterkommt, trifft sie nachts ihren Onkel. Doch dann verliert sie ihn, verläuft sich auf der Suche nach ihm und landet im Heim. Dort schließt sie sich zwei Jungs an, die sich auf die Flucht machen und sie mitnehmen. Wieder ist sie unterwegs, versteckt sich, weicht aus, versteht nur den einen der beiden Jungen. Sie müssen sehen, dass sie nachts irgendwo unterkommen und tagsüber etwas zu essen und Wärme bekommen auf ihrem Weg zu einer verlassenen Villa.
Es ist die Geschichte von Flüchtlingskindern auf der Flucht, auf der verzweifelten Suche nach einem besseren Ort. Sehr eindrucksvoll wird die Geschichte aus der Sicht des Mädchens erzählt, das kaum etwas von seiner Umgebung versteht und sich trotzdem irgendwie zurechtfinden muss. Dazu passt, dass allen drei Kindern keine Nationalität zugeordnet wird, weil sie sonst abgeschoben werden könnten oder weil keiner sie weiß, wie bei dem namenlosen Mädchen, das irgendwann aus seiner Umwelt den Namen Yizha erhält. Die Verzweiflung, die durch die Seiten der Geschichte schimmert, ist kaum auszuhalten. Man liest die Geschichte mit den Augen einer Sechsjährigen, immer mit den Gedanken eines Erwachsenen, der von den derzeitigen Flüchtlingsströmen Bescheid weiß. Sachlich und in kurzen Sätzen schildert der Autor die Geschichte, mit viel Raum für den Leser, eigene Bilder entstehen zu lassen. Doch nicht immer haben meine Bilder wohl zu den Vorstellungen des Autors gepasst, denn nicht alle Handlungsweisen der Kinder waren für mich verständlich. Das mag wohl ein Stück weit Absicht gewesen zu sein, denn die Kinder bewegen sich in einer Welt, in der vieles für sie unverständlich bleibt, von der Sprache bis hin zu den Verhaltensweisen der Erwachsenen, dennoch fehlt mir etwas in dieser Geschichte.
Eine traurige, aufrüttelnde Geschichte, die überall passiert sein könnte. Sie hinterlässt den Leser mit wenig Hoffnung auf die Zukunft der Kinder, und wie viele Kinder ohne Zukunft sind derzeit unterwegs und auf der Flucht, verloren und fremd in einer für sie unverständlichen Umgebung? Michael Köhlmeier hat ein äußerst aktuelles Thema prägnant auf den Punkt gebracht, sein Buch ist deshalb sehr zu empfehlen.
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5/5
01.03.2016
eBook (ePUB)
Berührend
In seinen nur 144 Seite starken Buch nimmt Köhlmeier den Leser/die Leserin mit auf den Fluchtweg eines sechsjährigen Mädchens. Eine berührende Geschichte, die neutral, real und emotionslos erzählt wird.
In Köhlmeiers neuestem Werk wird das sehr aktuelle Thema Heimatlosigkeit und Fremdheit beschrieben. Ein kleines Mädchen süss und unschuldig taucht plötzlich aus dem Nichts auf. Namenlos, obdachlos völlig auf sich selbst gestellt schlägt sie sich von einen auf den nächsten Tag durch betteln durch, bis sie von der Polizei aufgegriffen und in ein Heim gesteckt wird. Dort lernt sie zwei Jungen kennen und gemeinsam fliehen sie.
Krankheit, Hunger und Kälte sind ihre ständigen Begleiter. Die Mildtätigkeit der Menschen, die gerne mal ein paar
Münzen geben und sich dadurch besser fühlen, machen sich die Kinder zu ihren Nutzen.
Berührend und zum Nachdenken anregend.
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