Produktbild: Das Geständnis der Löwin
Band 729

Das Geständnis der Löwin  »Eine Geschichte, in der alles wahr werden kann, selbst Träume.« Público — Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

09.02.2016

Verlag

Unionsverlag

Seitenzahl

280

Maße (B/H)

12,6/19 cm

Gewicht

280 g

Auflage

1

Originaltitel

A Confissão da Leoa (2012)

Übersetzt von

Karin Schweder-Schreiner

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-293-20729-5

Beschreibung

Rezension

»Genial, wie bei Mia Couto die Metamorphosen der Löwen als Metapher fungieren, um die Geheimnisse des Dorfes zu entschlüsseln, den Wandel vom Mensch zur Bestie zu veranschaulichen.« ("Bayern 2")
»Mia Coutos Roman ist dicht, poetisch und gleichzeitig einfach, nah an der Sprache der Menschen von denen er erzählt. Dabei blitzt zwischendurch auch Humor auf. Und so exotisch diese Löwengeschichte auf den ersten Blick erscheinen mag, so trifft sie uns, weil sie auch von Dämonen handelt, die wir alle in uns tragen.« ("Literatur Nachrichten")
»Ein Roman, der die Gesetze realistischen Erzählens ausser Kraft setzt. Über welchen Abgründen sich der Leser hier bewegt, wird freilich immer wieder durch Szenen überspielt, die realistisch und oft ausgesprochen komisch sind. Was hier Realität, was Aberglaube, Lüge, fantastische oder symbolische Überhöhung ist, erschliesst sich dem Leser nie eindeutig.« ("Tages-Anzeiger")
»Die fesselnde Dorfchronik geht über das reale Geschehen der Löwenjagd weit hinaus und zieht den Leser schnell in Bann.« ("Südwestrundfunk 2")
»Der Roman handelt von Menschen und Tieren, von Gewalt und Angst – und von unermesslicher Erlösungssehnsucht.« ("Der Tagesspiegel")
»Die von Mia Couto romanhaft überlieferte Geschichte bezieht sich auf Ereignisse, die der Autor 2008 in Vila de Palma im Norden Moçambiques in seiner Funktion als ausgebildeter Biologe verfolgt hat. Dort wurden 26 Menschen von Löwen getötet, die wiederum von Jägern erlegt wurden; die Dorfbevölkerung jedoch schrieb die Geschehnisse Geistern zu. Der Autor verwebt die Ebenen zwischen Tatsächlichem und Erträumtem in einer Bildsprache, die sowohl von der lateinamerikanischen Erzähltradition beeinflusst ist als auch vom Chimaconde, der Sprache der Indigenen.« ("Die Wochenzeitung")

»In diesen Zeitfugen, im Dämmerlicht der Historie, in einem ›Kosmos des Unsichtbaren‹ ist diese Geschichte angesiedelt, auf verstörende Weise greifbar, obschon oder gerade weil Geographie wie Chronologie scheinbar verlässlich beim Namen genannt werden.
Das Geständnis der Löwin
entfesselt eine Prosa sui generis, die gerade mit dem vielbemühten Etikett eines magischen Realismus lateinamerikanischer Provenienz nicht zu fassen ist. Mia Coutos Sprache baut auf die surreale Logik des Traums, auf das Somnambule einer gleitenden Existenz zwischen Mensch und Tier, auf die Wunder der Metamorphose, auf das poetische Erfinden von Wahrheit. Ein Buch wie eine Falltür: Man wähnt sich sicher – und stürzt ins Bodenlose.«
("Badische Zeitung")
»Der Leser ist wie von einem Zauber umfangen. Der Magier des Wortes tritt uns entgegen.« ("Neues Deutschland")
»Dieser Roman geht zurück auf eine wahre Begebenheit: Im Norden des ostafrikanischen Landes waren 2008 Löwen in ein Dorf eingefallen und hatten 26 Menschen getötet. Die konkrete Tragödie war für Mio Couto der Anlass, ein zutiefst anrührendes Bild von Land und Leuten zu geben. Ein wunderschöner Roman, dessen eigenwillige sprachlichen Bilder auch ins Deutsche von Karin von Schweder-Schreiner Eingang fanden. Er ist vielen Lesern zu wünschen!« ("Borromäusverein")
»›Das Geständnis der Löwin‹ steht in Sachen poetischer Dichte, sprachlicher Knappheit bei gleichzeitiger inhaltlicher Komplexität und psychologischer wie kultureller Tiefe den Vorgängerwerken in nichts nach. Trotz aller kultureller Fremdartigkeit geht es um vertraute Themen, die von der Universalität des menschlichen Fühlens und Erlebens zeugen: Liebe, Eifersucht, die vielfältigen Schwierigkeiten des Zusammenlebens.

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

09.02.2016

Verlag

Unionsverlag

Seitenzahl

280

Maße (B/H)

12,6/19 cm

Gewicht

280 g

Auflage

1

Originaltitel

A Confissão da Leoa (2012)

Übersetzt von

Karin Schweder-Schreiner

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-293-20729-5

EU-Ansprechpartner

Prolit
Siemensstr. 16
35463 Fernwald
DE
service@prolit.de

Herstelleradresse

Unionsverlag
Neptunstraße 20
8032 Zürich
CH
mail@unionsverlag.ch

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  • Almut Scheller-Mahmoud

    aus Hamburg

    4/5

    24.06.2024

    Buch (Taschenbuch)

    Die Macht der Magie, der…

    Die Macht der Magie, der Mythen und der Geister. Mia Couto ist hierzulande nicht sehr bekannt. Das ist bedauerlich, schreibt er doch als weißer Portugiese über das hauptsächlich schwarze Mozambik, sein Geburtsland. Er wuchs also in zwei Kulturkreisen auf. Er ist Schriftsteller und Biologe und bewegt sich in zwei verschiedenen Milieus. Er lehrt als Professor an der Uni Biologie, bei seinen Feldforschungen schließt er die Geschichten der Bewohner mit ihren Mythen ein, sie sind Grundlage seiner Romane. Der Roman beginn mit „Gott war mal eine Frau, der Himmel war noch nicht endgültig fest, Frauen weben seit Jahrtausenden an diesem grenzenlosen Schleier. Wenn eine Frau schwanger ist, kommt ein Stück Himmel dazu, bei Verlust eines Kindes schrumpft das Gewebe.“ Diese Aussage beinhaltet eines der Themen des Romans, fast feministisch, denn er beschreibt die Situation der Frauen im abgelegenen Dorf Kulumani: sie sind unterdrückt und wertlos, taugen nur zur Arbeit, zum Kinderkriegen und für die Gelüste des Mannes. Sie leben, als ob sie begraben wären. Archaische Elemente, die Magie der Geister, Traum und Realität, das Diesseits und das Jenseits vermischen sich mit modernen Gegebenheiten: die Ankunft des Jägers in Begleitung eines Schriftstellers. Tradition und Moderne treffen aufeinander, das Hier und Jetzt vermischt sich mit der Macht der Mythen und der Geister aus ewiger Vorzeit. Auch hier benutzt Mia Couto wieder alternierende Kapitel: das Tagebuch des Jägers Arcanjo Baleiro und die Versionen von Mariamar. Tragische Einzelschicksale verbinden sich mit der Welt des großen Ganzen. Und die Löwenjagd ist ein Beispiel. Couto war im Jahre 2008 bei der Jagd im Norden dabei, als Jäger die Löwen erlegten, die 28 Menschenleben äuf dem Gewissen hatten. Für die Dörfler aber waren es die Geister, die töteten. Aber „Solange die Löwen nicht ihre eigenen Geschichten schreiben, werden die Jäger immer die Helden sein. Denn Geschichtsschreibung ist immer die Geschichte der Sieger“. Die Jagd ist auch ein Symbol der Macht: wer Waffen besitzt, ist mächtig. Für Leserinnen und Leser, die tiefer in die afrikanische mythische Welt eindringen wollen, ist der Roman ein guter Einstieg. Dazu muss man sich aber mit dem doch etwas verwirrenden Wechsel der Erzählungen von Arcanjo und Mariamar anfreunden. Warum fallen Löwen Menschen an und fressen sie? Sie gehören ja nicht zu ihrem originären Beuteschema. Ein interessantes Detail entdeckte ich bei entsprechender Recherche, abgesehen von Nahrungsknappheit: sie hatten meistens ein desolates Gebiss, so dass sie „ihr normales Wild“ gar nicht mehr richtig reißen konnten. Und warum sollten sie eigentlich keine Menschen töten? Die Menschen töten sie ja auch….

  • Almut Scheller-Mahmoud

    aus 21109 Hamburg

    4/5

    22.06.2024

    Buch (Taschenbuch)

    Die Macht der Magie, der Mythen und der Geister

    Mia Couto ist hierzulande nicht sehr bekannt. Das ist bedauerlich, schreibt er doch als weißer Portugiese über das hauptsächlich schwarze Mozambik, sein Geburtsland. Er wuchs also in zwei Kulturkreisen auf. Er ist Schriftsteller und Biologe und bewegt sich in zwei verschiedenen Milieus. Er lehrt als Professor an der Uni Biologie, bei seinen Feldforschungen schließt er die Geschichten der Bewohner mit ihren Mythen ein, sie sind Grundlage seiner Romane. Der Roman beginn mit „Gott war mal eine Frau, der Himmel war noch nicht endgültig fest, Frauen weben seit Jahrtausenden an diesem grenzenlosen Schleier. Wenn eine Frau schwanger ist, kommt ein Stück Himmel dazu, bei Verlust eines Kindes schrumpft das Gewebe.“ Diese Aussage beinhaltet eines der Themen des Romans, fast feministisch, denn er beschreibt die Situation der Frauen im abgelegenen Dorf Kulumani: sie sind unterdrückt und wertlos, taugen nur zur Arbeit, zum Kinderkriegen und für die Gelüste des Mannes. Sie leben, als ob sie begraben wären. Archaische Elemente, die Magie der Geister, Traum und Realität, das Diesseits und das Jenseits vermischen sich mit modernen Gegebenheiten: die Ankunft des Jägers in Begleitung eines Schriftstellers. Tradition und Moderne treffen aufeinander, das Hier und Jetzt vermischt sich mit der Macht der Mythen und der Geister aus ewiger Vorzeit. Auch hier benutzt Mia Couto wieder alternierende Kapitel: das Tagebuch des Jägers Arcanjo Baleiro und die Versionen von Mariamar. Tragische Einzelschicksale verbinden sich mit der Welt des großen Ganzen. Und die Löwenjagd ist ein Beispiel. Couto war im Jahre 2008 bei der Jagd im Norden dabei, als Jäger die Löwen erlegten, die 28 Menschenleben äuf dem Gewissen hatten. Für die Dörfler aber waren es die Geister, die töteten. Aber „Solange die Löwen nicht ihre eigenen Geschichten schreiben, werden die Jäger immer die Helden sein. Denn Geschichtsschreibung ist immer die Geschichte der Sieger“. Die Jagd ist auch ein Symbol der Macht: wer Waffen besitzt, ist mächtig. Für Leserinnen und Leser, die tiefer in die afrikanische mythische Welt eindringen wollen, ist der Roman ein guter Einstieg. Dazu muss man sich aber mit dem doch etwas verwirrenden Wechsel der Erzählungen von Arcanjo und Mariamar anfreunden. Warum fallen Löwen Menschen an und fressen sie? Sie gehören ja nicht zu ihrem originären Beuteschema. Ein interessantes Detail entdeckte ich bei entsprechender Recherche, abgesehen von Nahrungsknappheit: sie hatten meistens ein desolates Gebiss, so dass sie „ihr normales Wild“ gar nicht mehr richtig reißen konnten. Und warum sollten sie eigentlich keine Menschen töten? Die Menschen töten sie ja auch….

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