Produktbild: Schweinezeiten

Schweinezeiten »Eindringlich, schonungslos, gewitzt.« Frank Rumpel, SWR 2 — Kriminalroman

Aus der Reihe metro
3

12,00 €

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

14.03.2016

Verlag

Unionsverlag

Seitenzahl

156

Maße (L/B/H)

19,2/11,7/1,4 cm

Gewicht

174 g

Auflage

1

Originaltitel

Saison de porcs (2009)

Übersetzt von

Peter Trier

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-293-20728-8

Beschreibung

Rezension

»Die grellen Farben der Verzweiflung, eine knochenmarkzerstörende Bitterkeit und schrilles Kichern sind die Zutaten, aus denen Gary Victor dieses Konzentrat großartiger Kriminalliteratur ausgekocht hat.« Tobias Gohlis Die Zeit

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

14.03.2016

Verlag

Unionsverlag

Seitenzahl

156

Maße (L/B/H)

19,2/11,7/1,4 cm

Gewicht

174 g

Auflage

1

Originaltitel

Saison de porcs (2009)

Übersetzt von

Peter Trier

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-293-20728-8

EU-Ansprechpartner

Prolit
Siemensstr. 16
35463 Fernwald
DE
service@prolit.de

Herstelleradresse

Unionsverlag
Neptunstraße 20
8032 Zürich
CH
mail@unionsverlag.ch

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Haiti macht üblicherweise…

Havers am 22.06.2014

Bewertungsnummer: 2708108

Bewertet: Buch (Paperback)

Haiti macht üblicherweise durch Naturkatastrophen oder politische Unruhen von sich reden - was die Literatur angeht, hatte ich es bisher noch nicht auf dem Schirm. Das wird sich allerdings nach der Lektüre des Kriminalromans „Schweinezeiten“ von Gary Victor ändern. Der Autor, gebürtiger Haitianer, hat eine Ausbildung zum Agronomen absolviert, als hoher Beamter für die Regierung gearbeitet - unter anderem als Generaldirektor des Kultusministeriums - und zählt zu den bekanntesten Schriftstellern seines Heimatlandes. In der deutschen Übersetzung liegen bisher von ihm „Der Blutchor“ (Erzählungen, 2007) und „Schweinezeiten“, beide im Litradukt Verlag erschienen, vor. Dieuswalwe Azémar arbeitet als Inspektor bei der Polizei in Port-au-Prince. Er ist ein Mann mit Moral und Prinzipien und unterscheidet sich deshalb auch elementar von seinen Kollegen, die für einen Gefallen schon mal die Hand aufhalten oder die Seiten wechseln, wie es auch sein ehemaliger Partner Colin getan hat. Aber seit dieser für einen amerikanischen Pharma-Giganten arbeitet, hat sich sein äußeres Erscheinungsbild radikal verändert. Voodoo? Oder doch vielleicht etwas anderes? Azémar hadert mit dem Leben, das das marode Haiti seinen Bewohner bietet und erträgt es nur noch im Vollrausch: die Armut, das politische System, die Korruption, die alle Bereiche des öffentlichen Lebens bestimmt und die imperialistischen US-Konzerne, die das Land und seine Bewohner ausbeuten. Um seiner kleinen Tochter Mireya eine Zukunft bieten zu können, sieht er nur noch die Chance, sie für eine Adoption außer Landes zu schaffen, wobei ihm ein christlicher Orden, die „Kirche vom Blut der Apostel“, Unterstützung anbietet. Als der Inspektor aber dahinterkommt, wer die Hintermänner dieser Organisation sind und welchen Zweck sie wirklich verfolgen, schüttelt er seine Lethargie ab und zieht wie ein Berserker in den Kampf… Ein dunkles, melancholisches Bild, das Gary Victor in „Schweinezeiten“ von seinem Heimatland zeichnet, aber trotz der ernsthaften Thematik und der kompromisslosen Sprache kommt der Roman nicht schwerblütig sondern eher karibisch leicht daher, was mit Sicherheit auch an dem rabenschwarzen Humor des Autors liegt, der immer wieder durchblitzt. Sozialkritik spannend verpackt – nachdrückliche Leseempfehlung meinerseits!

Haiti macht üblicherweise…

Havers am 22.06.2014
Bewertungsnummer: 2708108
Bewertet: Buch (Paperback)

Haiti macht üblicherweise durch Naturkatastrophen oder politische Unruhen von sich reden - was die Literatur angeht, hatte ich es bisher noch nicht auf dem Schirm. Das wird sich allerdings nach der Lektüre des Kriminalromans „Schweinezeiten“ von Gary Victor ändern. Der Autor, gebürtiger Haitianer, hat eine Ausbildung zum Agronomen absolviert, als hoher Beamter für die Regierung gearbeitet - unter anderem als Generaldirektor des Kultusministeriums - und zählt zu den bekanntesten Schriftstellern seines Heimatlandes. In der deutschen Übersetzung liegen bisher von ihm „Der Blutchor“ (Erzählungen, 2007) und „Schweinezeiten“, beide im Litradukt Verlag erschienen, vor. Dieuswalwe Azémar arbeitet als Inspektor bei der Polizei in Port-au-Prince. Er ist ein Mann mit Moral und Prinzipien und unterscheidet sich deshalb auch elementar von seinen Kollegen, die für einen Gefallen schon mal die Hand aufhalten oder die Seiten wechseln, wie es auch sein ehemaliger Partner Colin getan hat. Aber seit dieser für einen amerikanischen Pharma-Giganten arbeitet, hat sich sein äußeres Erscheinungsbild radikal verändert. Voodoo? Oder doch vielleicht etwas anderes? Azémar hadert mit dem Leben, das das marode Haiti seinen Bewohner bietet und erträgt es nur noch im Vollrausch: die Armut, das politische System, die Korruption, die alle Bereiche des öffentlichen Lebens bestimmt und die imperialistischen US-Konzerne, die das Land und seine Bewohner ausbeuten. Um seiner kleinen Tochter Mireya eine Zukunft bieten zu können, sieht er nur noch die Chance, sie für eine Adoption außer Landes zu schaffen, wobei ihm ein christlicher Orden, die „Kirche vom Blut der Apostel“, Unterstützung anbietet. Als der Inspektor aber dahinterkommt, wer die Hintermänner dieser Organisation sind und welchen Zweck sie wirklich verfolgen, schüttelt er seine Lethargie ab und zieht wie ein Berserker in den Kampf… Ein dunkles, melancholisches Bild, das Gary Victor in „Schweinezeiten“ von seinem Heimatland zeichnet, aber trotz der ernsthaften Thematik und der kompromisslosen Sprache kommt der Roman nicht schwerblütig sondern eher karibisch leicht daher, was mit Sicherheit auch an dem rabenschwarzen Humor des Autors liegt, der immer wieder durchblitzt. Sozialkritik spannend verpackt – nachdrückliche Leseempfehlung meinerseits!

Haiti brutal

Fredhel am 02.02.2021

Bewertungsnummer: 868372

Bewertet: eBook (ePUB)

Gary Victor soll ja zu den populärsten Gegenwartsautoren Haitis zählen und seine Romanfigur Inspektor Dieuswalwe Azémar aus Port-au-Prince habe bereits Kultstatus. Weder die triste Covergestaltung noch der nichtssagende Titel "Schweinezeiten" (ich beziehe mich auf die Ausgabe vom Verlag CulturBooks - elektrische Bücher) hätten mich zum Kauf veranlasst. Allerdings habe ich den Krimi im Rahmen einer Leserunde gewonnen und mich mit zunehmendem Interesse darin vertieft. Auch wenn man durch die Tagespresse darüber informiert ist, dass Haiti zu den ärmsten Ländern der Welt gehört, so hat man doch noch im Hinterkopf eine Vision von einem Paradies mit Palmenstrand und Meer. ... Gary Victor stößt seine Leser unvermittelt in eine Vorhölle aus sengender Hitze, Dreck, Korruption und Alkohol. Hier in dieser Trostlosigkeit ermittelt Azémar, scheinbar der letzte integere Polizist auf dieser Insel, der die harte Realität nur im Zustand der Trunkenheit ertragen kann. Schießwütig nimmt er das Recht in seine Hände, meist mehr oder minder wohlwollend gedeckt durch seinen Vorgesetzten, der den Instinkten seines Inspektors immer noch vertrauen kann. Eigentlich hat Azémar nur einen einzigen Grund zum Weiterleben: seine kleine Tochter Mireya. Er weiß sie im Pensionat der "Kirche vom Blut der Apostel" hervorragend aufgehoben und stimmt einer Adoption ins Ausland zu, um dem Kind eine bessere Zukunft zu ermöglichen, auch wenn es ihm selbst das Herz zerreißt. Im Laufe der Ermittlung wird rasch klar, daß diese klerikale Sekte vom Blut der Apostel eine weltweit agierende Verbrecherorganisation ist, und daß Mireya sich in unmittelbarer Lebensgefahr befindet..... Dieses Buch ist so etwas wie ein Anti-Buch für mich. Ich mag diesen abstossenden Inspektor nicht, die Lebensumstände sind abschreckend, die Mentalität bleibt mir fremd, manches bleibt mystisch unerklärbar, aber dennoch hat mich die Handlung gefesselt und die Fremdartigkeit im Vergleich zum normalen europäischen Krimi fasziniert. Ein Pluspunkt ist auch der überschaubare Seitenumfang, so daß das Geschehen nicht allzu sehr ausufert. Richtig gut ist bei der Ebookausgabe, dass sich beim Klick auf die besonders hervorgehobenen Begriffe ein Glossar mit der passenden Erläuterung öffnet.

Haiti brutal

Fredhel am 02.02.2021
Bewertungsnummer: 868372
Bewertet: eBook (ePUB)

Gary Victor soll ja zu den populärsten Gegenwartsautoren Haitis zählen und seine Romanfigur Inspektor Dieuswalwe Azémar aus Port-au-Prince habe bereits Kultstatus. Weder die triste Covergestaltung noch der nichtssagende Titel "Schweinezeiten" (ich beziehe mich auf die Ausgabe vom Verlag CulturBooks - elektrische Bücher) hätten mich zum Kauf veranlasst. Allerdings habe ich den Krimi im Rahmen einer Leserunde gewonnen und mich mit zunehmendem Interesse darin vertieft. Auch wenn man durch die Tagespresse darüber informiert ist, dass Haiti zu den ärmsten Ländern der Welt gehört, so hat man doch noch im Hinterkopf eine Vision von einem Paradies mit Palmenstrand und Meer. ... Gary Victor stößt seine Leser unvermittelt in eine Vorhölle aus sengender Hitze, Dreck, Korruption und Alkohol. Hier in dieser Trostlosigkeit ermittelt Azémar, scheinbar der letzte integere Polizist auf dieser Insel, der die harte Realität nur im Zustand der Trunkenheit ertragen kann. Schießwütig nimmt er das Recht in seine Hände, meist mehr oder minder wohlwollend gedeckt durch seinen Vorgesetzten, der den Instinkten seines Inspektors immer noch vertrauen kann. Eigentlich hat Azémar nur einen einzigen Grund zum Weiterleben: seine kleine Tochter Mireya. Er weiß sie im Pensionat der "Kirche vom Blut der Apostel" hervorragend aufgehoben und stimmt einer Adoption ins Ausland zu, um dem Kind eine bessere Zukunft zu ermöglichen, auch wenn es ihm selbst das Herz zerreißt. Im Laufe der Ermittlung wird rasch klar, daß diese klerikale Sekte vom Blut der Apostel eine weltweit agierende Verbrecherorganisation ist, und daß Mireya sich in unmittelbarer Lebensgefahr befindet..... Dieses Buch ist so etwas wie ein Anti-Buch für mich. Ich mag diesen abstossenden Inspektor nicht, die Lebensumstände sind abschreckend, die Mentalität bleibt mir fremd, manches bleibt mystisch unerklärbar, aber dennoch hat mich die Handlung gefesselt und die Fremdartigkeit im Vergleich zum normalen europäischen Krimi fasziniert. Ein Pluspunkt ist auch der überschaubare Seitenumfang, so daß das Geschehen nicht allzu sehr ausufert. Richtig gut ist bei der Ebookausgabe, dass sich beim Klick auf die besonders hervorgehobenen Begriffe ein Glossar mit der passenden Erläuterung öffnet.

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