Mit viel Gefühl für die Bruchstellen in einer Freundschaft erzählt Judith Pinnow in ihrem neuen Roman von alten Jugendträumen und neuen Plänen.
Franzi und Lena sind mit Anfang zwanzig nach New York gegangen, den Traum vom großen Ruhm als Schauspielerin im Gepäck. Eine großartige Zeit bricht an, voller hochfliegender Pläne und neuer Abenteuer. Hinter jeder Ecke wartet ein neues Versprechen.
Doch dann trennen sich ihre Wege. Unterschiedliche Lebensentwürfe und unterschwelliger Neid zerstören die Freundschaft. Erst nach dreizehn Jahren Funkstille sehen sie sich wieder. Es ist Zeit, ihre Geschichte noch mal umzuschreiben.
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Was wird aus unseren Träumen?
Bewertung am 30.01.2019
Bewertungsnummer: 403939
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Im August 2017 habe ich mein erstes Buch von Judith Pinnow „Die Phantasie der Schildkröte“ gelesen und war begeistert. Ein ausgesprochen kluges und phantasievolles Buch. Aber vor diesem Roman hat die Autorin bereits zwei weitere Romane veröffentlicht. Der erste war 2015 „Läuft das was“ und 2016 dann „Versprich mir, dass es großartig wird“. Ich wusste gar nicht, dass „Versprich mir, dass es großartig wird“ noch gar nicht als Taschenbuch erschienen war, bis ich es vor kurzem mit den Januar Neuerscheinungen bei uns im Laden bekommen habe. Da mir das andere Buch der Autorin so gut gefallen hat, musste ich nun unbedingt auch dieses frühere Werk von ihr lesen!
Schon an Hand des Klappentextes, der das Buch übrigens sehr gut wiedergibt, ist klar, dass Judith Pinnow damals noch eine andere Art des Romans geschrieben hat. Kein modernes, phantasievolles Märchen, sondern eher einen klassischen Roman über eine Frauenfreundschaft. Das Buch beginnt in der Gegenwart. Franzi, Anfang 40, verheiratet und Mutter von zwei Kindern ist etwas verstört. Ihre frühere beste Freundin Lena ruft nach 13 Jahren Funkstille einfach so bei ihr an. Und sie bittet sie um einen Gefallen. Lena ist inzwischen eine erfolgreiche Schauspielerin. Für ihre neue Serie, in der sie eine Lehrerin in einer Schauspielschule spielen soll, möchte ihr Sender gerne ein Interview mit ihr und ihrer besten Freundin, mit der sie damals, als Anfang zwanzigjährige in New York Schauspiel studiert hat. Und diese Freundin ist natürlich Franzi. Franzi sagt zu und fliegt tatsächlich nach Berlin. Die beiden Frauen treffen sich wieder und es scheint, als ob nichts gewesen ist. Am Abend nach dem Interview erzählen sie sich alles wichtige, was seit dem letzten Mal passiert ist und warum ihre Freundschaft ganz urplötzlich, aber ohne sichtbaren Grund plötzlich auf Eis gelegt wurde. Und sie erinnern sich zurück an ihre Träume von damals. Franzi kehrt daraufhin nach Hürth in der Nähe von Köln zurück zu Mann, ihrem Beruf und Kindern. Aber irgendwie ist ihre bisherige Zufriedenheit dahin. Sie stellt fest, dass sie sich doch eigentlich mehr vom Leben erwartet hat. Und auch Lena kommt ins Grübeln, ob es alles so gut ist, wie es jetzt ist.
Ein sehr schöner Frauenroman über die Themen Freundschaft, Liebe, Neid, Zufriedenheit und Glück. Ich habe lange nicht gewusst, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird. Wird die wiedergefundene Freundschaft halten, oder meint Lena es gar nicht aufrichtig? Werden die beiden Frauen für einige Zeit in die Rolle der jeweils anderen schlüpfen, um auszuprobieren, was sie in ihrem Leben verpasst haben? Wird der Neid auf das, was die jeweilige andere hat ihre Freundschaft zerstören? Oder wird Franzi ihre Familie verlassen und noch einmal von vorne anfangen?
Der Roman liest sich wieder einfach so gut weg. Eingebunden in die Handlung der Gegenwart sind immer einmal wieder Episoden aus der Zeit, die die beiden Freundinnen gemeinsam in New York verbracht haben. Damit dies auch ganz einfach zu erkennen ist, wurden diese Passagen optisch anders gestaltet. Es macht viel Spaß, dieses Buch zu lesen. Und mir hat es auch aufgezeigt, dass man immer einmal wieder schauen sollte, ob man noch seinen Wünschen oder Träumen von damals folgt, ob sich die Wünsche und Träume verändert haben, oder ob man einfach mal schauen sollte, ob das Leben noch so ist, wie es sein soll. Vielleicht kann man ja selbst einige Kleinigkeiten ändern, damit es wieder auf Kurs kommt.
Das Ende des Buches hat mich ein wenig enttäuscht. Deshalb habe ich einen Punkt abgezogen. Aber es hat mir trotzdem sehr viel Spaß gemacht. Und ich werde sicherlich weitere Bücher von Judith Pinnow lesen!
Roman über Familie und Freundschaft, über Jugendträume und die Suche nach dem Glück - authentisch, witzig und nachdenklich machend
Bewertung aus Köln am 26.01.2019
Bewertungsnummer: 1167293
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Franzi und Lena haben sich in New York mit Anfang 20 kennengelernt, wo sie gemeinsam am Lee Strasberg Theatre and Film Institute Schauspiel studiert haben. Während Lenas Karriere als Schauspielerin anlief, hatte Franzi nach Castings nur Absagen erhalten. Sie heiratete, wurde Muter zweier Kinder und unterstützt ihren Mann als "rechte Hand" in seiner eigenen kleinen Firma. Der Kontakt zu Lena schlief nach der Taufe von Franzis erstem Kind Mia, bei der Lena sogar als Taufpatin fungierte, ein.
Als sich Lena nun dreizehn Jahre später bei Franzi meldet und diese zu einem Interview bittet, holen Franzi ihre Erinnerungen an die gemeinsame Zeit in New York ein. Sie erinnert sich an ihre innige Freundschaft und an die Träume, die sie beide hatten und vergleicht, was jetzt aus ihnen geworden ist.
Der Roman ist aus der Perspektive Franzis geschrieben, deren Leben durch die Kontaktaufnahme ihrer ehemals besten Freundin durcheinander gewirbelt wird. Neidisch blickt sie auf Lenas freies Leben und deren Fernsehrollen, hat aber gleichzeitig ein schlechtes Gewissen ihren Kindern und ihren Mann gegenüber, wenn sie den Gedanken hegt, was ohne sie hätte sein können. Vor allem ist sie unglücklich mit ihrer Teilzeittätigkeit in der Firma ihres Mannes, wo sie Dichtungsringe bestellt und Mädchen für alles ist.
In Rückblenden, die nahtlos mit der Gegenwart verknüpft sind, erfährt man, wie sich Franzi und Lena kennengelernt haben und was sie gemeinsam in New York erlebt haben. Freiheit, Leichtigkeit und Begeisterung möchte Franzi wieder in ihrem Leben haben, traut sich aber von allein nicht, ihrem Leben eine neue Perspektive zu geben, ohne ihren Mann zu verletzen oder ihre Kinder zu vernachlässigen. Mit Hilfe von Lena, aber auch ihrer Freundin Jo lernt Franzi, dass sie trotz Familie ein Recht auf ein eigenes Leben hat und ihre Herzenswünsche nicht aufgeben darf, um selbst glücklich zu werden.
Ich mag den ungekünstelten und warmherzigen Schreibstil von Judith Pinnow sehr, von der ich bereits ihre zuletzt erschienen Romane "Die Phantasie der Schildkröte" und "Die Prophezeiung der Giraffe" gelesen habe.
"Versprich mir, dass es großartig wird" ist ein Roman über Familie und Freundschaft, aber auch über Jugendträume, Erwartungen, Lebensziele und die Suche nach dem Glück, der lebendig, herzerfrischend komisch, aber gleichzeitig auch tiefgründig geschrieben ist und nachdenklich stimmt.
Die Charaktere, vor allem Franzi, in deren Leben und Gedankenwelt man buchstäblich eintaucht, sind authentisch geschildert. Auch in anderer Lebenssituation kann man sich sehr gut mit Franzi identifizieren, da die Geschichte so ehrlich und aus dem Leben gegriffen wirkt.
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