Produktbild: Mai

Mai Roman

4

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

06.11.2015

Verlag

Unionsverlag eBooks

Seitenzahl

244 (Printausgabe)

Dateigröße

3036 KB

Auflage

1

Originaltitel

M¿¿

Übersetzt von

Reinhold Schein

Sprache

Deutsch

EAN

9783293308787

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  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

Erscheinungsdatum

06.11.2015

Verlag

Unionsverlag eBooks

Seitenzahl

244 (Printausgabe)

Dateigröße

3036 KB

Auflage

1

Originaltitel

M¿¿

Übersetzt von

Reinhold Schein

Sprache

Deutsch

EAN

9783293308787

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  • Almut Scheller-Mahmoud

    aus Hamburg

    5/5

    12.04.2023

    Buch (Taschenbuch)

    Der Käfig sucht einen Vogel.…

    Der Käfig sucht einen Vogel. Kafka Der Roman ist eine Familiengeschichte, eine coming of Age-Geschichte der Geschwister Sunaina und Subodh. Es ist eine konfliktbeladene Geschichte, die drei Generationen umfasst und eine psychologische Studie. Eine Studie, speziell der indischen Gesellschaft mit ihren Traditionen und fest gefügten Regeln, die selbst das familiäre Leben,„Das Innen und das Draußen“, als absolute Verhaltensnorm regeln. Die Hauptperson ist Mai, Ehefrau, Schwiegertochter und Mutter, deren devotes stilles Wesen die Kinder immer wieder herausfordert. Je älter sie werden, um so mehr haben sie den Drang, ihre Mutter zu befreien. Aus dem Gefängnis der untertänigen Schwiegertochter, der dem Ehemann gefälligen Ehefrau. Aus dem Gefängnis der Parda: einer räumlichen Abschottung der Frauen, verbunden mit Verschleierung. Das bringen wir europäischen Durchschnittsmenschen nur mit dem Islam in Verbindung und echauffieren uns darüber. Sunaina berichtet in Ich-Form von ihrem Kampf für die Freiheit der Mutter und auch für ihre eigene und die ihres Bruders. Sie wollen ihre Mutter befreien, beschützen, sie retten, aber immer wieder schwingt etwas Unergründliches auf in Mai. Trotz ihrer gebeugten Haltung, ihres gesenkten Kopfes mit zur Erde gewandtem Blick, ihres Schweigens und Nicht-Aufbegehrens bewahrt sie eine hoheitsvolle Würde und Kraft. Will sie überhaupt befreit werden? Ist der Goldene Käfig für sie eine Art Refugium? Die Geschwister gehen immer nur von ihren eigenen Ansichten, Erfahrungen, Bedürfnissen aus und übertragen sie auf ihre Mutter, sie sind egozentrisch, denn nie fragen sie sich, was für ein Leben ihre Mutter vor der Heirat geführt hat. Die von Shree gezeichneten Charaktere erscheinen mir in ihren Verhaltensweisen fremd, zu einem anderen Kosmos gehörend. Obwohl es ähnliche Konstellationen, nur in etwas anderer Verpackung, natürlich auch bei uns gab und sicher auch noch gibt. Gerade in „höheren“ Kreisen, in denen Abstammung, Familienehre und Traditionen noch eine gewichtige Rolle spielen. Da ist die selbstgefällige herrschsüchtige Großmutter, die elf Kinder gebar, von denen nur ein Sohn und eine Tochter überlebten. Der Sohn wird wie ein Prinzgemahl vergöttert Da ist der jähzornige, despotische und feudalistische Großvater. Da ist der Vater, der wie der Großvater, vage angedeutet, eine außereheliche Liaison hat. Der nicht sehr gesprächig ist, sich zurückhält, wenn die Großmutter gegen Mai stichelt. Er wird Schüler eines Baba und zieht sich in sich selbst zurück. Alle Weisheit hat für ihn ihren Ursprung im Hinduismus. Großeltern wie Eltern leben im gleichen Haus, aber in getrennten Räumen – getrennte Leben. Mai lebt mit den Kindern in einem Zimmer, nur nachts begibt sie sich zu ihrem Ehemann. Ab und zu nimmt er sie mit in die Außenwelt. Sunaina und Subodh - ein fast symbiotisches Wir. Dieses Wir wollte die Mutter aus den Handschellen lösen, das Netz der Gefangenschaft entwirren und dieses Wir glaubte fest daran, dass Mais Leben erst mit ihnen begonnen hatte. Sie waren arrogant und hielten sich für bedeutsam und ihre jugendliche Energie für einzigartig. Sie sahen immer nur den Schatten und hörten nur die Stille. Aber Schatten und Stille habe ihre eigenen Gesetze und Ursprünge. Das Wir löste sich auf und sie gingen eigene Wege – Subodh nach England, Sunaina malte und zog wieder nach Hause, nachdem der Vater erkrankt war. Das Haus, dem sie immer entfliehen wollte, wurde zu einer Mixtur aus Sicherheit und Wohlbehagen und war doch gleichzeitig erstickend Als Mai so still starb, wie sie gelebt hatte, entdeckten die Geschwister, dass sie den Wesenskern ihrer Mutter nie erfasst hatten. Sie hatte ihre eigene Würde und Lebensfülle, ihr eigenes Ich. Sie hatten sie zu einem Nichts reduziert, weil sie nur die individuelle Selbstverwirklichung ihrer eigenen Vorstellungen als hehres Ziel gesehen hatten. Erst zum Schluss erkennt Sunaina, dass es immer zwei Wahrheiten gibt. Die Medaille und ihre Kehrseite. Auch ihre Ängste wie ihre Mutter zu werden. „Ich schaue in den Spiegel und sehe meine Mutter. (Nancy Friday) Ein Roman, der über die Beurteilung von anderen Menschen nachdenken lässt, der intensiv und subtil viele psychologische Facetten anspricht, indem er lebendig den obsessiven Kampf der Kinder für die Freiheit und die sie enttäuschende Verweigerung der Mutter, diese Freiheit anzunehmen, schildert. Ihre Freiheiten sind nicht kompatibel. Der Roman entführt uns in das indische Alltagsleben einer feudalistischen Gesellschaft und in die Vielfalt der indische Küche. Animiert zum Restaurantbesuch oder zum selber ausprobieren. Aber vor allem zum Nachforschen über die traditionelle und moderne Rollen der Frauen im heutigen Indien, dem Subkontinent mit fast 1,5 Milliarden Menschen, mit einer komplexen Geschichte, einem rasanten wirtschaftlichen Wachstum und einer wichtigen Rolle im weltpolitischen Machtpoker.

  • Almut Scheller-Mahmoud

    5/5

    12.04.2023

    Buch (Taschenbuch)

    Ein Käfig ging einen Vogel suchen. Kafka.

    Mai“ ist das Romandebüt Geetanjali Shrees, bereits 1993 veröffentlicht und übersetzt. Die deutsche Übersetzung aus dem Hindi erfolgte erst 2010. Der Roman ist eine Familiengeschichte, eine coming of Age-Geschichte der Geschwister Sunaina und Subodh. Es ist eine konfliktbeladene Geschichte, die drei Generationen umfasst und eine psychologische Studie. Eine Studie, speziell der indischen Gesellschaft mit ihren Traditionen und fest gefügten Regeln, die selbst das familiäre Leben,„Das Innen und das Draußen“, als absolute Verhaltensnorm regeln. Die Hauptperson ist Mai, Ehefrau, Schwiegertochter und Mutter, deren devotes stilles Wesen die beiden Kinder immer wieder herausfordert. Je älter sie werden, um so mehr haben sie den Drang, ihre Mutter zu befreien. Aus dem Gefängnis der untertänigen Schwiegertochter, der dem Ehemann gefälligen Ehefrau. Aus dem Gefängnis der Parda: einer räumlichen Abschottung der Frauen, verbunden mit Verschleierung. Gegebenheiten, die wir europäischen Durchschnittsmenschen nur mit dem Islam in Verbindung bringen und uns darüber echauffieren. Sunaina berichtet in Ich-Form von ihrem Kampf für die Freiheit der Mutter und auch für ihre eigene und die ihres Bruders. Sie wollen ihre Mutter befreien, beschützen, sie retten, aber immer wieder schwingt etwas Unergründliches auf in Mai. Trotz ihrer gebeugten Haltung, ihres gesenkten Kopfes mit zur Erde gewandtem Blick, ihres Schweigens und Nicht-Aufbegehrens bewahrt sie eine hoheitsvolle Würde und Kraft. Will sie überhaupt befreit werden? Ist der Goldene Käfig für sie nicht eine Art Refugium? Die Geschwister gehen immer nur von ihren eigenen Ansichten, Erfahrungen, Bedürfnissen aus und übertragen sie auf ihre Mutter, sie sind egozentrisch, denn nie fragen sie sich, was für ein Leben ihre Mutter vor der Heirat und Ehe geführt hat. Die von Shree gezeichneten Charaktere erscheinen mir in ihren Verhaltensweisen fremd, zu einem anderen Kosmos gehörend. Obwohl es ähnliche Konstellationen, nur in etwas anderer Verpackung, natürlich auch bei uns gab und sicher auch noch gibt. Gerade in „höheren“ Kreisen, in denen Abstammung, Familienehre und Traditionen noch eine gewichtige Rolle spielen. Da ist die selbstgefällige herrschsüchtige Großmutter, die elf Kinder gebar, von denen nur ein Sohn und eine Tochter überlebten. Der Sohn wird wie ein Prinzgemahl vergöttert Da ist der jähzornige, despotische und feudalistische Großvater. Da ist der Vater, der wie der Großvater, vage angedeutet, eine außereheliche Liaison hat. Der nicht sehr gesprächig ist, sich zurückhält, wenn die Großmutter gegen Mai stichelt. Er wird Schüler eines Baba und zieht sich in sich selbst zurück. Alle Weisheit hat für ihn ihren Ursprung im Hinduismus. Großeltern wie Eltern leben im gleichen Haus, aber in getrennten Räumen – getrennte Leben. Mai lebt mit den Kindern in einem Zimmer, nur nachts begibt sie sich zu ihrem Ehemann. Ab und zu nimmt er sie mit in die Außenwelt. Sunaina und Subodh - ein fast symbiotisches Wir. Dieses Wir wollte die Mutter aus den Handschellen lösen, das Netz der Gefangenschaft entwirren und dieses Wir glaubte fest daran, dass Mais Leben erst mit ihnen begonnen hatte. Sie waren arrogant und hielten sich für bedeutsam und ihre jugendliche Energie für einzigartig. Sie sahen immer nur den Schatten und hörten nur die Stille. Aber Schatten und Stille habe ihre eigenen Gesetze und Ursprünge. Das Wir löste sich auf und sie gingen eigene Wege – Subodh nach England, Sunaina malte und zog wieder nach Hause, nachdem der Vater erkrankt war. Das Haus, dem sie immer entfliehen wollte, wurde zu einer Mixtur aus Sicherheit und Wohlbehagen und war doch gleichzeitig erstickend Als Mai so still starb, wie sie gelebt hatte, entdeckten die Geschwister, dass sie den Wesenskern ihrer Mutter nie erfasst hatten. Sie hatte ihre eigene Würde und Lebensfülle, ihr eigenes Ich. Sie hatten sie zu einem Nichts reduziert, weil sie nur die individuelle Selbstverwirklichung ihrer eigenen Vorstellungen als hehres Ziel gesehen hatten. Erst zum Schluss erkennt Sunaina, dass es immer zwei Wahrheiten gibt. Die Medaille und ihre Kehrseite. Auch ihre Ängste wie ihre Mutter zu werden. „Ich schaue in den Spiegel und sehe meine Mutter. (Nancy Friday) Ein Roman, der über die Beurteilung von anderen Menschen nachdenken lässt, der intensiv und subtil viele psychologische Facetten anspricht, indem er lebendig den obsessiven Kampf der Kinder für die Freiheit und die sie enttäuschende Verweigerung der Mutter, diese Freiheit anzunehmen, schildert. Ihre Freiheiten sind nicht kompatibel. Der Roman entführt uns in das indische Alltagsleben einer feudalistischen Gesellschaft und in die Vielfalt der indische Küche. Animiert zum Restaurantbesuch oder zum selber ausprobieren. Aber vor allem zum Nachforschen über die traditionelle und moderne Rollen der Frauen im heutigen Indien, dem Subkontinent mit fast 1,5 Milliarden Menschen, mit einer komplexen Geschichte, einem rasanten wirtschaftlichen Wachstum und einer wichtigen Rolle im weltpolitischen Machtpoker.

  • Bewertung

    Thalia Book Circle Community

    4/5

    24.04.2023

    Buch (Taschenbuch)

    Frauenbilder Indiens...

    Während Sunaina mit ihrem Bruder durch den Guavenhain streift und auf Mangobäume klettert, ist ihre Mutter Mai stets zu Hause. Unter den Argusaugen ihrer Schwiegermutter stampft sie Linsen, röstet Papadam, backt Chapati. Still umsorgt sie die ganze Familie, fast unsichtbar hinter den Mauern des großen Anwesens. Als Sunaina und ihr Bruder älter werden, lehnen sie sich gegen die starren Regeln der Familie auf und setzen sich ein gemeinsames Ziel: Mai aus ihrer so eng scheinenden Welt zu befreien. Erst spät bemerken sie allerdings, dass Mais Welt eine ganz andere ist, als sie glauben. (Klappentext) Die Booker-Preisträgerin Geetanjali Shree porträtiert in diesem Roman drei Generationen einer gutsituierten indischen Familie, wobei die Tochter diejenige ist, aus deren Ich-Perspektive in Rückblenden erzählt wird. Im Zentrum der Erzählung steht Mai, die Mutter der Erzählerin, und die Zeitspanne des Romans umfasst Kindheit, Jugend und frühes Erwachsenenalter von Sunaina und ihrem Bruder.  Die Familie lebt in einem großzügigen Anwesen und hat eine kleine Dienerschaft, die ihr zur Hand geht. Dennoch verrichtet Mai viele der Aufgaben innerhalb des Hauses, still und unaufdringlich, versucht nicht aufzufallen und jeden Wunsch der anderen zu erfüllen. Dabei erträgt sie geduldig und schweigend die vielen ungerechten Behandlungen von Seiten ihrer Schwiegereltern, v.a. der Schwiegermutter. Die lässt keine Gelegenheit verstreichen, ihrer Schwiegertochter deutlich zu machen, wie unzulänglich und unzumutbar sie im Grunde ist. Dabei entwickeln die Kinder schon früh das Gefühl, Mai vor den anderen beschützen zu müssen - denn diese lässt einfach alles mit sich geschehen. Lt. Nachwort umfasst der Debütroman der späteren Booker-Preisträgerin die 60er bis 80er Jahre des vorherigen Jahrhunderts. Vieleicht eine Zeit des großen Umbruchs hinsichtlich des Frauenbilds in der indischen Gesellschaft - zumindest ließ sich das traditionelle Frauenbild (duldsam, unsichtbar, dienend) offenbar nicht länger aufrechthalten. Die drei Generationen der im Roman vorgestellten Familie stehen für diese Veränderungen. Während Mais dominante Schwiegereltern noch vollkommen die traditionelle Sichtweise verkörpern und Mai dies klaglos hinnimmt, sorgt die Mutter gleichzeitig auf ihre ganz eigene Art dafür, dass das Leben für ihre Kinder - und damit eben auch und gerade für ihre Tochter Sunaina - andere Möglichkeiten bereithält.   “Alle waren ständig besorgt. Nur Mai schien es nicht zu kümmern, was ich tat und wo ich war. Alle waren darauf aus, mich hinter dem ‘echten Parda’ festzuhalten, nur Mai schob wie aus Versehen den Vorhang beiseite, bevor er gänzlich zugezogen werden konnte. (…) dann wurde die Glut, die hinter dem Parda glomm, gerade dadurch, dass das ständige Schwenken des Vorhangs ihm Luft zufächelte, voll entfacht und ließ ihn selbst in Flammen aufgehen.” (S. 58)            Für Sunaina und ihren Bruder ist schon früh klar, dass sie raus wollen aus der Enge, mehr wollen als familiäre Erwartungen zu erfüllen, sich selbst finden wollen. Individualität statt Rollenerwartungen, kein einfaches Unterfangen. Und die Kinder wollen Mai befreien, die mit ihrem gekrümmten Rücken geradezu ein Sinnbild für die dienende Haltung allen gegenüber ist. Mai, die stets hinter ihrem Parda lebt - einerseits nur im Haus und stets hinter ihrem Sari, der ihren kompletten Körper sowie Teile ihres Gesichts verbergen soll, andererseits aber auch sinnbildlich, indem sie sich jedwelche Reaktion untersagt, um ihre vollkommene Unterwürfigkeit zu demonstrieren.  Doch Mai lässt sich nicht einfach retten. Sie schweigt demgegenüber genauso wie sonst auch. Und bringt ihre Kinder damit zur Verzweiflung, die meinen zu wissen, was für ihre Mutter gut ist und was nicht. Und damit genauso übergriffig denken und handeln wie alle anderen auch, was ihnen aber erst später bewusst wird. Genauso wie die Tatsache, dass sie die Person hinter dem Parda nie wirklich kennengelernt haben, sondern nur das, was an Zuschreibungen da war.   “Ein armes Ding, harmlos, schwach, niedergeschlagen, das sich selbst von allem Eigenständigen entleert hatte und vollkommen offen geworden war, sodass andere in sie hineinfüllen konnten, was ihnen passte. (…) Wir hielten das für Mutterliebe und haben aus einem leeren Gehäuse eine Göttin gemacht.” (S. 162)   Die durchaus vorhandene Stärke hinter der Demut, die Fähigkeit wichtige Dinge auf ihre ganz eigene stille Weise zu regeln, das alles nehmen die Kinder kaum wahr. Alles wird aus ihrer individuellen Sichtweise heraus beurteilt - eine perspektivengebundene Wahrheit, die Mai allerdings nicht gerecht wird. Schlussendlich merkt jedoch auch Sunaina, dass es nicht so leicht ist, sich Traditionen entgegenzustemmen, die Wurzeln zu ignorieren, der misogynen Haltung der Gesellschaft zu trotzen. Das Frauenbild, das Mai verkörpert, ist ein überliefertes, und es lebt auch in Sunaina weiter, irgendwie. Sie wird lernen müssen, mit dem Spagat zu leben…  Der Roman liest sich flüssig, wobei die zeitlichen Sprünge manchmal etwas herausfordernd sind. Die Erzählung bietet interessante Einblicke in die gesellschaftliche Entwicklung Indiens, hier v.a. in Familiensysteme im Spagat zwischen Tradition und Moderne. Im Fokus steht dabei das sich wandelnde Frauenbild - der Mutter-Tochter-Konflikt trägt zur Verdeutlichung bei. Etwas nervig fand ich die redundante Wiederholung der Aussage, Mai retten zu wollen - spätestens nach dem dritten Mal sollte das Anliegen jedem klar geworden sein. Alles in allem ein anstrengendes aber doch auch sehr interessantes Leseerlebnis, das mich neugierig macht auf weitere Werke der Autorin.   © Parden

  • Bewertung

    aus Modautal

    3/5

    20.08.2023

    Buch (Taschenbuch)

    Starker Beginn, wurde dann schwächer

    Heute möchte ich euch #mai von #geetanjalishree aus dem #unionsverlag vorstellen. @shreegeetanjali ist in Indien geboren worden und studierte neuere indische Geschichte. Bevor sie Schriftstellerin wurde war sie Historikerin und Sozialwissenschaftlerin. Sie wurde 2022 mit dem #bookerinternationalprize ausgezeichnet. Sie lebt in Neu- Delhi. Die Hindiausgabe erschien 1993 . Im #draupadiverlag 2010 und jetzt neu erschienen im #unionsverlag @unionsverlag . Die Autorin Geetanjali Shree porträtiert in dem Buch drei Generationen einer indischen Familie in den 60er bis 80 er Jahren des 20. Jahrhunderts. Es geht um titelgebende Mai, sie hat auf den ersten Blick ein tolles Leben. Die Familie ist wohlhabend und sie lebt gemeinsam mit ihren Schwiegereltern, ihrem Mann, dem Sohn Subodh und der Tochter Sunaina in einem großen Haus. Schnell wird deutlich, dass Mai keine schöne Rolle in der Familie hat, sie muss alle andere bedienen und hat in ihrem eigenen Haus nichts zu sagen. Die Kinder möchten ihre Mutter aus diesen Zwängen befreien und diese retten. Sie haben eine westliche Einstellung und studieren dann auch in Großbritannien. Dieses Buch wirft verschiedene Fragen auf und es ist sehr vielschichtiger als man am Anfang meinen könnte. Will Mai überhaupt gerettet werden? Muss sie das überhaupt? Ist sie wirklich schwach und nur ein Opfer? Es wird in verschiedenen Situationen deutlich, dass in Mai viel mehr steckt als eine Sklavin ohne eigene Meinung und ohne eigenen Willen. Wer ist Mai wirklich? Und wer in der Familie wird wirklich unterdrückt? Oder unterdrücken sich die Familienmitglieder gegenseitig? Der Roman wird aus Sicht der Tochter Sunaina erzählt. Er beginnt stark und fesselnd und ich habe ein 5 Sterne Highlight gewittert. Sunaina erzählt über die Kindheit in der Familie, über die Rollen der einzelnen und die familienstruktur. Nach 110 Seiten erzählt Sunaina dann über ihre Person bzw. Ihren Werdegang, der mich nicht richtig fesseln konnte. Auch hat man immer das Gefühl das es sich das gesagte wiederholt, am Ende eines jeden Kapitels, denkt der Leser dann: ja die Moral hab ich jetzt verstanden.

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