Wir schreiben das Jahr 1811. Viscounts of Panswick ist gestorben. Frederica, die älteste Tochter träumt von einer grossen Saison in England. So sagte man damals in Englands höheren Kreisen. Sie erfährt bei der Testamentseröffnung, dass ihr verstobener Mann einen Schuldenberg hinterlassen hat. Sie sind bankrott. Um ihr zu Hause Lancroft Abbey zu retten muss sie sich etwas einfallen lassen. Sie heckt einen Plan aus. Sie muss versuchen ihre zweitälteste Tochter Penelope reich zu verheiraten. Diese muss in die Londoner Gesellschaft eingeführt werden. Als Begleitung für diesen Anlass hat die Mutter die Witwe Agatha Alverston vorgesehen. Zu allem Unglück bricht sich diese das Bein. Nun muss Frederica einspringen. Sie spielt die junge Witwe. Nun geht es richtig los in der Londoner besseren Gesellschaft. Das Buch macht beim Lesen sehr viel Freude. Die verschiedenen Vorkommnisse sind sehr turbulent und gut beschrieben. Ich kann das Buch nur empfehlen.
Bewertung
aus Teningen
5/5
30.04.2016
Buch (Taschenbuch)
In einer anderen Zeit
Mit viel Lebensfreude lernt man zuerst Frederica und ihre Schwester Penelope kennen. Frederica ist überglücklich, dass endlich das Trauerjahr nach Vaters Tod vorbei ist und sie nach London zu ihrem Debüt reisen darf. Doch leider muss sie erfahren, dass ihr Vater nicht besonders umsichtig mit Geld umgegangen ist. So gibt es wohl nur eine Möglichkeit, Landcroft Abbey, das Anwesen der Familie zu retten. Es muss möglichst schnell ein sehr reicher Ehemann her. Zu allem Unglück soll nur Penelope zum Debüt nach London reisen, da sie die hübschere von beiden ist und somit bessere Chancen hat. Frederica ist todunglücklich, genau wie Penelope. Diese würde viel lieber auf dem Land bei ihren Tieren bleiben. Doch die Mutter hat entschieden und so hat es zu geschehen. Zum Glück für Frederica bricht sich ihre Tante Agatha ein Bein, die eigentlich als Anstandsdame mitreisen sollte. So verwandelt sich Frederica kurzerhand in der verwitwete Schwester und spielt selbst die Anstandsdame.
Anfangs wohnen die beiden bei Lady Daglingworth, die sich jedoch leider nicht in den gewünschten Kreisen bewegt, was den Plan ziemlich gefährdet. So lässt sich Frederica zu ihrem Onkel bringen um ihn zu überzeugen, den beiden jungen Frauen zu helfen. Das tut er auch, obwohl er gar nich besagter Onkel ist, was Frederica natürlich nicht weiß. Da sie ihm die ganze Geschichte beichtet, weiß er auch, dass sie sich nur als Witwe ausgibt. Lord Derryhill erwartet von ihr, die Maskerade aufzugeben und als sie selbst in Erscheinung zu treten. So kommt Frederica doch noch zu ihrem Debüt. Er bringt die Beiden bei seiner Mutter unter, mit deren Hilfe sie in die richtigen Kreise eingeführt werden. Leider leistet sich Penelope einige Fauxpas , die ihre Heiratschancen deutlich schmälern. Und dann verliebt sie sich auch noch in einen jungen Mann, der definitiv nicht über die richtigen finanziellen Mittel verfügt. Frederica fühlt sich verbotenerweise zu ihrem "Onkel" hingezogen. Als sie erfährt, dass er gar nicht ihr Onkel ist, ist sie hocherfreut und gleichzeitig bitter enttäuscht. So entscheidet sie schweren Herzens, vorzeitig und ohne Ergebniss nach Landcroft Abbey zurückzureisen. Werden die beiden Schwestern dennoch ihr Happy End bekommen?
Die Geschichte hat mir richtig gut gefallen. Natürlich handelt es sich um einen Liebesroman, gleichzeitig aber auch einen historischen Roman. Ob sich Anfang des 19. Jahrhunderts das Leben der Oberschicht in London tatsächlich so abgespielte, weiß ich natürlich nicht, aber das Buch hat mich in diese Zeit mitgenommen. Sophia Farago versteht es wunderbar, mich mit einem leichten und flüssigen Schreibstil zu fesseln. Obwohl die Geschichte relativ vorhersehbar ist, ist es zu keiner Zeit langweilig. Sie lässt uns am Gefühlschao der beiden Schwestern teilhaben, fast als würde man es selbst erleben.
Gut gefallen hat mir, dass die beiden Schwestern entgegen der herrschenden Ettikette einen eigenen Kopf haben und diesen auch durchsetzen - was natürlich auch zu Problemen führt. Penelope zum Beispiel hat durch ihre impulsive Art fast ihr Ansehen in der Gesellschaft zerstört. Heutzutage kann man sich überhaupt nicht mehr vorstellen, dass Dinge, die für uns heute völlig normal sind, damals das Leben einer jungen Frau vollkommen zerstören konnten.
Schon recht früh im Buch meinte ich zu wissen, wie es ausgehen wird. Am Ende hat sich dann aber nur die eine Hälfte bestätigt. Trotzdem fühlte ich mich die ganze Zeit sehr gut unterhalten und habe das Buch nur ungern aus der Hand gelegt. Sicher war es gut, dass das Buch nur 246 Seiten hat und nicht künstlich in die Länge gezogen wurde, was das Lesevergnügen bestimmt gemildert hätte.
Was mich etwas irritiert hat, waren die Anreden. Diese wurden im Gegensatz zur allgemeinen Sprache des Romans in der damaligen "Sprache" gehalten. Die Anrede Mylord und Mylady spricht für sich. Aber das ein Herr mit Mylord angesprochen und dann geduzt wird, fand ich doch etwas merkwürdig. Und noch verwirrender wurde es, das es nicht immer ein "du", sondern hin und wieder auch ein "sie" war. Das war für mich zwar auffällig, hat aber nicht wirklich gestört.
Das Cover ist passend zum Buch sehr gut ausgewählt. Ein englischer Landsitz mit einer jungen Frau davor, die natürlich den passenden Kleiderstil trägt.
Der Titel hingegen gefällt mir nicht so gut. Er ist zwar ebenfalls passend, hätte mich aber nicht dazu verleitet, das Buch in die Hand zu nehmen und hineinzulesen. Umso mehr freue ich mich, dass ich das Buch hier bei Vorablesen entdeckt und auch noch gewonnen habe.
Nach dem gelungen Auftakt freue ich mich schon jetzt auf die Fortstetzung!
Susi Aly
5/5
01.02.2016
Buch (Taschenbuch)
Eine historische Liebesgeschichte geschrieben mit viel Liebe zum Detail
Ich mag es unheimlich gern in historische Geschichten einzutauchen.
Gleich am Anfang lernte ich Frederica kennen. Ein Mädchen das nicht nur schön, sondern auch klug und sehr charmant ist.
Ihr Vater ist gestorben und Lancroft Abbey droht der Schuldturm , um dies zu verhindern schickt ihre Mutter sie und ihre Schwester Penelope nach London um einen reichen Heiratskandidaten zu finden.
Doch verheiratet werden soll zunächst ihre jüngere Schwester Penelope, da die Mutter Angst hat Frederica könnte ihr sonst die Show stehlen mit ihrem Liebreiz und Anmut.
Doch Frederica ist noch viel zu sehr Kind, sie liebt Tiere über alles und an Liebe verschwendet sie noch eine Gedanken.
Das nun alles völlig anders kommt, kann man sich vorstellen.
Ein großes Abenteuer erwartet die beiden Frauen, das sie reifer aber auch erwachsener werden lässt.
Toll fand ich wie sie das erste Mal in die Großstadt kamen. So unberührt und einfach den ganzen Flair genossen haben.
Mitunter gibt es einige Stolpersteine zu überwinden und zwischen gut und weniger gut unterscheiden.
Die Charaktere hierbei verzaubern ungemein, man taucht anhand der wirklich bildhaften Beschreibungen ins Jahr 1811.
Ich habe es sehr genossen.
Mit sehr viel Liebe zum Detail wird eine vielschichtige Liebesgeschichte gesponnen, die Herzflattern und viel Gefühl beschert.
Frederica versteht es im Laufe des Geschehen immer mehr zu faszinieren.
Sie lernt auf ihrem Weg auch eine Menge über sich selbst und wächst daran.
Aber auch Penelope macht ihre Erfahrungen in London.
Ob diese gut oder schlecht sind, bleibt abzuwarten.
Aber nichtsdestotrotz wird dieses Geschichte immer abwechslungsreicher.
Man ist gefangen zwischen Glückseligkeit und Schmerz, zwischen Intrigen und Ansehen.
Uns wird hier sehr gut aufgezeigt, das es sehr wichtig ist welches Ansehen man in der höheren Gesellschaft hat.
Schein ist da mehr als Sein.
Ich fand es unheimlich spannend und es gab Momente da ging mir unheimlich das Herz auf.
Auch fand ich die Nebencharaktere sehr liebevoll gestaltet, sie wurden lebendig und wirkten sehr authentisch auf mich.
Anhand der sehr bildhaften Beschreibungen kann man sich auch alles sehr gut vorstellen, was das ganze für mich noch fazinierender machte.
Bis zu einem gewissen Punkt fand ich es größtenteils vorhersehbar.
Dennoch hat die Autorin es geschafft durch gezielte Wendungen dem ganzen eine neue Richtung zu geben und mich somit zu überraschen.
Man fliegt richtig durch das Buch, es verschaft mitunter ein ziemliches Gefühlschaos.
Es lässt sich dabei auch lockerleicht lesen.
Ich fand es ideal für zwischendurch, man musste dabei nicht groß nachdenken, sondern sich einfach treiben lassen.
Der Abschluss hat mir sehr gut gefallen.
Hierbei erfahren wir überwiegend die Perspektive von Frederica, was ihr mehr Raum und Tiefe verschafft.
Ihre Handlungen und Gedankengänge fand ich stets gut nachvollziehbar gestaltet.
Die einzelnen Kapitel waren überwiegend kurz gehalten, die Gestaltung der Kapitel hat mir recht gut gefallen. Das hat das Ganze nochmal sehr gut unterstrichen.
Auch toll fand ich das Personenverzeichnis am Ende des Buches.
Der Schreibstil der Autprin ist fließend und stark einnehmend, aber auch sehr mitreißend und bildgewaltig gehalten.
Das Cover und der Titel gefallen mir unheimlich gut und unterstreichen das Ganze einfach perfekt.
Fazit:
Eine historische Liebesgeschichte geschrieben mit viel Liebe zum Detail.
Liebevoll gestaltete Charaktere und eine abwechslungreiche Handlung lassen uns in das Jahr 1811 abtauchen und darin versinken.
Spannend, emotional und sehr facettenreich.
Eine klare Leseempfehlung.
Ich vergebe 5 von 5 Punkten
Monika Schulte
aus Hagen
5/5
26.12.2015
Buch (Taschenbuch)
Vielschichtig, verführerisch und rettungslos romantisch!
Wir schreiben das Jahr 1811. Lancroft Abbey steht kurz vor dem Bankrott. Lady Panswick hat keine Wahl. Sie muss ihre Tochter Penelope reich verheiraten, um das Anwesen zu retten. Eigentlich hatte sich die ein Jahr ältere Tochter Frederica auf ihr Debüt in London gefreut. Sie hatte bereits große Pläne geschmiedet, doch natürlich gehorcht sie ihrer Mutter. Penelope ist hübscher und wird sicher eher einen reichen Mann finden. Als sich Penelopes Anstandsdame ein Bein bricht, ergreift Frederica ihre Chance, doch noch in die Hauptstadt zu kommen. Verkleidet als die verwitwete Cousine, begleitet sie schließlich ihre Schwester. Die ersten Versuche, aussichtsreiche Kontakte zur höheren Gesellschaft aufzunehmen, sind jedoch von vornherein zum Scheitern verurteilt. Kann es Frederica dennoch schaffen, einen passablen und gleichzeitig reichen Mann für ihre Schwester zu finden?
Der Heiratsplan - ein sehr unterhaltsamer, geheimnisvoller und auch spannender Roman! Die einzelnen Figuren haben sofort mein Herz erobert. Frederica, die sich seit langem auf ihr Debüt gefreut hat und der jüngeren und schöneren Schwester zuliebe warten muss, weil diese bessere Chancen hat, mit einem reichen Ehemann das Anwesen zu retten. Auf persönliche Gefühle kann keine Rücksicht genommen werden. Das Wohl der gesamten Familie geht vor. Und dann Penelope, die eigentlich lieber mit ihren Tieren zusammen ist, als sich bereits als Ehefrau zu sehen. Verspielt und unkonventionell, gilt sie in der Hauptstadt schnell als Landei. Ein Makel, wie sich schnell herausstellen wird. Aber auch Lord Derryhill und seine Mutter, Personen, die man sofort mag.
Bälle und Soireen, die feine Gesellschaft, die über alles erhaben ist. Diener, die keine Miene verziehen herrlich! Die Autorin lässt poetische Bilder vor meinem Auge entstehen. Ich sehe sie vor mir, die Kutschen, die Staub aufwirbeln. Damen in ihren rauschenden Ballkleidern, hochgesteckte Frisuren. Ich höre das Tuscheln der Frauen. Kopfkino pur! Ich habe dieses Buch nicht nur gelesen, ich habe zugleich einen Film gesehen.
Der Heiratsplan - eine raffiniert gestrickte Story, vielschichtig wie verführerisch und rettungslos romantisch. Ein großartiges Lesevergnügen, ein Roman mit Suchtfaktor und der Auftakt einer mehrteiligen Reihe. Wunderbar! Ich bin gespannt wie es weitergeht!
seschat
5/5
27.11.2015
Buch (Taschenbuch)
INHALT England um 1811. Der…
INHALT England um 1811. Der Viscount of Panswick ist bereits seit einem Jahr tot und hat seiner großen Familien (Ehefrau und 5 Kinder) einen immensen Schuldenberg hinterlassen. Seine Witwe weiß nur eine Lösung: Ihre zweitälteste und hübscheste Tochter Penelope muss so schnell wie möglich einen vermögenden Ehemann finden; sonst ist die Familie und der Familiensitz Lancroft Abbey für immer verloren. Um den Heiratsplan der Mutter in die Tat umzusetzen, werden die beiden ältesten Töchter – Penelope und Frederica - nach London geschickt. Die Ältere von beiden, Frederica, muss gezwungenermaßen als Anstandsdame herhalten, um in höheren Kreisen akzeptiert zu werden. Denn unverheiratete Frauen dürfen noch nicht allein reisen und uneingeschränkt Spaß haben. Anfangs ist sie, der eigentlich als Erste das Recht zusteht, als Debütantin in die Gesellschaft eingeführt zu werden, etwas angesäuert, doch fügt sich schnell der mütterlichen Anweisung. Denn das Stadtleben ist so ganz anders. Es ist laut, prunkvoll, aber auch ungerecht. Mithilfe der reichen Lady Derryhill besuchen beide bald exquisite Soireen und Bälle mit einigen Ehekandidaten (sog. Dandys) nicht nur für Penelope. Und alles kommt anders als erwartet… MEINUNG Die Autorin Sophia Farago versteht es vortrefflich, den Leser mitzureißen und für eine völlig andere Zeit zu begeistern. Ohne den üblichen Pathos und mit Mut zu lebensechten Figuren ist dieses Buch ein wahrer Lesegenuss gewesen. Mit Spannung habe ich die Reise der beiden Schwestern aus der englischen Provinz in die Großstadt und deren Behauptung in der von angestaubten Moral- und Sittenvorstellungen vollen Gesellschaft verfolgt. Als Leser bekommt man durch die zweigeteilte Erzählperspektive einen sehr guten Einblick ins Seelenleben von Frederica und Penelope. Beide sind altersmäßig nicht weit voneinander getrennt, gerade mal 2 Jahre liegen sie auseinander. Frederica ist 22 und Penelope 20. Und doch ist Frederica als Ältere die Reifere und Intelligentere von beiden. Penelope ist noch etwas verträumt und liebt Tiere und das Landleben sehr. Für beide ist der Ausflug nach London ein großes Abenteuer, das viele neue Erfahrungen mit sich bringt. Mir hat besonders Fredericas kämpferische und direkte Art gefallen. Sie ist nicht auf den Mund gefallen und findet in ihrem vermeintlichen Onkel nicht nur einen ebenbürtigen Debattierpartner… Alles in allem hat mir Faragos leicht zu lesender und geistreicher Erzählstil sehr gefallen. Auf den altertümlichen Sprachduktus der Zeit wurde größtenteils mit Ausnahme der Anredeformeln Gott sei Dank verzichtet. FAZIT Die Lektüre des Romans hat mir sehr viel Freude bereitet. Ich konnte mich hervorragend in die Lebenswelt Englands Anfang des 19. Jahrhunderts hineinversetzen und mit den weiblichen Hauptfiguren mitfiebern. Eine romantische Zeitreise ganz nach meinem Geschmack. Jane Austen lässt grüßen. PS: Ich sehne schon den zweiten Teil dieser Romanreihe herbei.
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