Kandinskys physikalische Kreise - Kunst als Medium naturwissenschaftlicher Erkenntnis Untersuchung der Schriften des Künstlers und seiner abstrakten Bildwelt der zwanziger Jahre unter Heranziehung von Gesichtspunkten moderner Physik
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Ja
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
18.12.2002
Verlag
VDG Weimar - Verlag und Datenbank für GeisteswissenschaftenSeitenzahl
426 (Printausgabe)
Dateigröße
3455 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783958992962
Im Blickpunkt stehen die Studienjahre Kandinskys an der Moskauer Universität, sein Mitwirken am Aufbau einer Akademie für Wissenschaft und Kunst während der Revolutionsjahre in Russland und die Lehre am Bauhaus bei der Untersuchung der konkreten Kontaktmöglichkeiten des Künstlers zum wissenschaftlichen Milieu seiner Zeit. Vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung Kandinskys mit Sachliteratur aus dem Bereich der Physik und Mathematik und einer unter diesem Aspekt durchgeführten Neulektüre seiner theoretischen Stellungnahmen zeichnet sich immer deutlicher ab, dass der Abstraktionsprozess nicht das Auflösen des Gegenstandes als solchem zum Ziel hatte, sondern Ausdruck einer neuen Raumerfahrung war, die als Sichtbarmachung von integriertem Betrachterblickpunkt und gewandelten Wahrnehmungskriterien zum Inhalt der bildnerischen Arbeit wurde. Nur so lässt sich Kandinskys Rückkehr zum Figürlichen im Zeitraum von 1914 bis 1916 und sein Konkretisieren von malerischen, nicht-narrativen Bildelementen in den folgenden Jahren verständlich machen, ohne fälschlich mit zeitlich zur bildimmanenten Entwicklung diskrepanten Einflüssen der russischen Avantgarde bzw. der Bauhauskollegen und -Doktrin argumentieren zu müssen.
Ein allgemeiner geschichtlicher Überblick zu den Naturwissenschaften der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sowie speziell die Erörterung von Terminologie und Inhalt der Relativitäts- und der Quantentheorie liefern die Voraussetzung für eine Analyse des malerischen Bildraums der Kompositionen des Malers in den zwanziger Jahren. Es geht bei der Argumentation keinesfalls darum zu zeigen, Kandinsky habe sich für die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse seiner Zeit interessiert, um diese gestalterisch umzusetzen, sondern anhand dieses Fallbeispiels die fließende Grenze bei der Erkenntnis und Sichtbarmachung einer neuen Wahrnehmungsdimension von Raum als dynamische Raum-Zeit, d. h. des Bewusstseins von einem "in-der-Welt-sein" zu einem "in-der-Welt-werden" deutlich zu machen.
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