Die Wege von Ralph und Miriam könnten unterschiedlicher kaum verlaufen. Der Psychotherapeut und Familienvater Ralph führt ein scheinbar glückliches Leben, bis er seine Frau Sadie auf seiner Geburtstagsparty mit ihrer besten Freundin in flagranti erwischt. Schlimmer noch: Dank Twitter scheint außer ihm bereits die ganze Welt über die wahren Gefühle seiner Frau Bescheid zu wissen. Während Ralph wutentbrannt das Weite sucht, verlässt am anderen Ende der Stadt auch Miriam ihr Haus - das erste Mal seit Langem. Nach Jahren der Isolation wagt sie endlich den Schritt hinaus in die Welt. Mitten im Wald treffen sie und Ralph aufeinander. Was als zaghafte Begegnung beginnt, entwickelt sich zu einer unerwarteten Freundschaft und stellt das Leben der beiden komplett auf den Kopf. Rachel Elliott erzählt mit viel Witz und Tempo von verborgenen Sehnsüchten, dem Wunsch, neu anzufangen, und dem befreienden Gefühl, aus alten Mustern auszubrechen.
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Eine merkwürdige Zufallsbegegn…
TochterAlice aus Köln am 24.11.2020
Bewertungsnummer: 2735328
Bewertet: eBook (ePUB)
Eine merkwürdige Zufallsbegegnung mitten im Wald ist es, die Miriam und Ralph zusammenführt, die beiden Protagonisten von "Flüstern mit Megafon", die uns die Autorin zu diesem Zeitpunkt bereits recht detailliert vorgestellt hat. Zwei Menschen mit einer merkwürdigen - Miriams Fall muss man sogar sagen: grausamen Biografie, die jeder für sich ian einen bestimmten Punkt gelangt sind, der sie in den Wald führte. Es ist ein Aufeinandertreffen von zwei verlorenen Seelen, die dennoch unterschiedlicher nicht sein könnten. Ralph, ein gestandener Familienvater, fühlt sich in seinem Leben, seinem Beruf als Psychotherapeut, in seiner Ehe mit Sadie, nicht (mehr) gut aufgehoben. Miriam hingegen hatte gar kein "normales" soziales Leben, seit drei Jahren ist sie nicht mehr aus dem Haus gegangen, ihre Kontakte beschränken sich auf ihre beste Freundin und auf einen Nachbarn. Es gibt einen Grund, aber im Hinblick auf ihre Vergangenheit, auf das von ihr Erlebte, ist dieser eher nebensächlich, bzw. unbedeutend. Und man kann gut verstehen, warum Miriam nur noch flüsternd durch die Welt geht. Was ich allerdings weniger verstehe, ist: aus diesem so fantasievollen, so anregenden Stoff ist einfach nicht genug herausgeholt worden - irgendwie kann ich der Geschichte oft nicht folgen, vieles ist unlogisch und vermag irgendwann auch einfach nicht mehr zu fesseln. Es sind interessante Charaktere, die in der Welt des Romans leben - aber sie sind einfach nicht von dieser Welt! Wäre ja nicht weiter schlimm, wenn sie und ihre Geschichte uns in irgendeiner Form nahegebracht worden wären, doch das ist nicht der Fall - im Gegenteil, ich habe mich mehr und mehr von dieser Geschichte entfernt, so dass der Abschied am Ende des Romans vollkommen emotionslos ausfiel. Für mich keine Geschichte, die mir mißfiel - aber doch eine, die - leider - stellenweise so ziemlich an mir vorbeiging. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies für jemanden das Nonplusultra, der Roman schlechthin sein könnte, daher gibt es von mir nicht einmal eine eingeschränkte Leseempfehlung - obwohl ich an einigen Ideen der Autorin durchaus meine Freude hatte.
Meine Meinung? Lasst die Finger von dem Buch!
Franzy aus Gießen am 23.02.2021
Bewertungsnummer: 896701
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Miriam ist mitte 30 und hatte es nicht leicht im Leben. Ihre alleinerziehende Mutter war psychisch krank und zur Großmutter hatte sie lediglich Kontakt über merkwürdige Briefe und Karten, obwohl diese wusste, wie schlecht es Miriam bei ihr ging und wie krank ihre Tochter (Miriams Mutter) war.
Da ist mein erster Kritikpunkt. Wenn ich weiß, dass meine Tochter nicht in der Lage ist sich anständig um das Kind zu kümmern, warum hole ich es dann nicht raus und informiere Ämter und sonstige Hilfestellen? Leider wird das im Buch nicht erklärt. Die Großmutter wird einfach ab einem gewissen Punkt nicht mehr erwähnt.
Da ihre Mutter ihr immer wieder sagt, dass sie ihre Stimme nicht erträgt und sie still sein soll, fängt Miriam irgendwann an zu flüstern. Egal wo sie ist und mit wem sie spricht - sie flüstert. Und irgendwie fällt es auch niemandem wirklich schwer sie zu verstehen. Leider verstehe ich nicht, wie das möglich ist.
Die Mutter brachte sich irgendwann um (warum erfährt man erst am Ende des Buches) und Miriam isolierte sich selbst drei Jahre lang, indem sie das Haus nicht mehr verließ. Lediglich in den Garten und auf die Veranda schafft sie es.
Miriam hat einen freundlichen Nachbarn, Boo, und eine Freundin, Fenella, die ihr helfen das Leben zu meistern. Diese beiden Charaktere sind ebenso langweilig wie unnötig und doch wird beiden extrem viel Raum in dem Buch gegeben, der für wichtigere Dinge gebraucht worden wäre.
Nach diesen drei Jahren selbstverordneter Haft beschließt Miriam von heute auf morgen, dass sie raus gehen wird. Einfach so. Ihr kommen keine Zweifel, sie hat keine Panik - sie spaziert einfach so hinaus in die Welt und fügt sich in das Stadtbild ein, als wenn sie nie weg gewesen wäre. Miriam hat Angst vor Menschen? Kein Problem, dann geht sie eben ins Kino. Ganz stimmig durchdacht war auch dieser Punkt nicht. Alles in Allem ist sowohl die Geschichte um Miriam als auch das gesamte Buch realitätsfern.
Irgendwann verschlägt sie es in einen Wald, in dem sie auf Ralph trifft.
Ralph war mal Gärtner und wurde auf Drängen seiner Frau Sadie dann Psychotherapeut. Zusammen mit ihr hat er Zwillingsjungs, von denen einer hochaggressiv und der andere schwul ist. Leider interessiert sich weder Ralph noch Sadie für einen der beiden.
Sadies Leben spielt nur im Internet, was im Buch durch eingeschobene Twitter-Tweets deutlich gemacht wird. Nicht nur, dass ich das erst gar nicht verstanden hatte, da ich selbst kein Twitter nutze, es hat mich auch tierisch genervt und war absolut unnötig. Irgendwie erschien es mir, als wenn man versuchte noch ein paar Seiten zu füllen, denn diese kurzen Tweets haben doch ziemlich viel Raum auf den jeweiligen Seiten eingenommen.
Auch hier hat eine Nebenfigur, meiner Meinung nach, viel zu viel Aufmerksamkeit bekommen. Irgendwie wird man nämlich das Gefühl nicht los, dass es in diesem Buch eigentlich um Sadie geht.
Seitenweise entdeckt sie ihre homosexuelle Ader wieder, erinnert sich an ihre erste große Liebe und tut alles um diese zurück zu bekommen. Ralph und Miriam? Völlig verdrängt durch Sadie und ihre Weiber.
Als Ralph irgendwann seine Familie verlässt und in den Wald geht, trifft er auf Miriam.
Obwohl sie extrem scheu und ängstlich ist, vertraut sie ihm sofort ihr ganzes Leben an. Na klar, er ist Psychotherapeut und dafür ausgebildet mit so was umzugehen, mag jetzt mancher von euch denken...falsch gedacht. Den lieben Ralph interessiert das nämlich alles nicht die Bohne. Er hört ihr zwar zu, aber er analysiert nichts und scheint auch nicht sonderlich erpicht darauf zu sein Miriam irgendwie zu helfen.
Ich mochte den schwulen Sohn und hätte gern mehr über ihn und seinen Freund gelesen. Der Rest des Buches war mir eigentlich relativ egal und hat mich genervt.
Es war mir alles zu realitätsfern, es blieben zu viele offene Fragen und die Autorin hat ihre meiste Zeit und den Großteil des Buches mit Nichtigkeiten vertrödelt.
Das Einzige, was mir wirklich richtig gut gefallen hat, war die Antwort der Kummerkasten-Tante, an die Sadie sich gewendet hatte. Endlich gab es mal jemanden, der dieser eingebildeten und egozentrischen Nuss die Meinung gesagt hat.
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