Welch ein Talent: Die erst 17-jährige Solomonica de Winter erzählt die Geschichte von Blue, die ihren Vater früh verloren hat, deren Mutter in ihrer eigenen Welt lebt und die sich in einen Menschen verliebt, der vom gleichen Buch besessen ist wie sie: dem ›Zauberer von Oz‹. Wie Dorothy im Buch macht sie sich auf, um jenseits des Regenbogens wieder eine Art Zuhause zu finden – und den Mörder ihres Vaters. Ein Roman mit doppeltem Boden, Drive, Chuzpe und einer völlig eigenen Poesie.
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Linda
5/5
01.09.2022
Buch (Taschenbuch)
Fasziniert
Ich bin geschockt. Ich musste erstmal nach dem Lesen das Buch umschlagen und kurz Luft holen. Eine starke Wendung, die ich nicht erwartet hätte. Der Schreibstil und die Geschichte sind einfach faszinierend. Eine fassende Geschichte und ein Buch was ich immer wieder lesen könnte. Es fesselt einen so sehr, dass man das Buch kaum weglegen möchte.
Bewertung
5/5
29.05.2022
Buch (Taschenbuch)
Eine Geschichte über Trauer, Rache, Hass und (irgendwie auch) Liebe
Diese Geschichte über ein Mädchen namens Blue zieht einen einfach in seinen Bann. Mit ihrer klaren und hoch poetischen Sprache schafft es die Autorin dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte. Gegen Ende des Buches nimmt die Spannung zu und wird von einer unglaublichen Wendung abgerundet. Bis heute mein absolutes Lieblingsbuch!
Julia Retzlaff
aus Göttingen
5/5
10.08.2017
Buch (Taschenbuch)
Ein wunderbarer, melancholischer...
Ein wunderbarer, melancholischer Roman über Rache, die erste Liebe und Einsamkeit.
Valerie
Book Circle Community
4/5
14.12.2023
Buch (Taschenbuch)
Kein Gute Laune Buch
Soeben das Erstlingswerk zu Ende gelesen und ich kann nicht genau beschreiben wie ich es empfunden habe. Oft dachte ich: Was lese ich da genau?! Ich spielte auch oft mit dem Gedanken abzubrechen, weil das ganze doch sehr komische Gefühle in mir auslöste und sehr düster war. Doch insgeheim wollte ich gerne wissen, wie es mit Blue weitergeht und ob sie ihr Vorhaben umsetzen wird. Oft tat mir das Mädchen einfach auch nur Leid, weil sie früh ihren Vater verloren und es generell nicht einfach in ihrem Leben hatte.
Ich war so happy als Charlie in ihr Leben trat! Endlich eine positive Wendung für Blue. Es war so schön zu lesen, dass sie sich bei ihm sicher fühlt, wieder sprach, sich gemeinsam für den Zauberer von Oz interessierten und sich verliebten. Ich hoffte so sehr für Blue, dass sie jetzt, dank Charlie, heilen wird. Umso schockierter war ich von der Wendung und dem Ende, dass ich aber an dieser Stelle nicht detaillieren will (um nicht zu spoilern).
Ich gebe dem Buch : Schlussendlich war es ein gelungenes Buch aber das wird einem (oder zumindest mir) erst am Schluss so richtig klar. Eine tragische Geschichte die aber auch so real sein kann. Ich bin froh dass ich nicht abgebrochen und die Geschichte zu Ende gelesen habe. Sie wird mir noch lange in Erinnerung bleiben - in diesem Sinne: Es lohnt sich! Einen Sternabzug gibt es weil es mir zum Teil gewisse Szenen doch eher zu heftig beschrieben war.
monerl
aus Langen
3/5
13.03.2018
Buch (Taschenbuch)
Speziell, seltsam, düster, skurril!
Nach langer Zeit tue ich mir wieder etwas schwer, ein Buch in Worte zu fassen und es zu bewerten. Es passt in kaum eine Schublade. Ich musste nach dem Lesen eine Weile über die Geschichte nachdenken, ob sie mir gefallen hat oder nicht.
Fest steht, es ist kein Gute-Laune-Buch, das man schnell runterliest und sich während des Lesens freut. Eigentlich löst es während des Lesens ein beklemmendes Gefühl aus. Immer wieder musste ich mir in Erinnerung rufen, dass es hier um ein 13jähriges Mädchen geht! Es ist schwerst traumatiesiert, hat den Tod des Vaters nicht verarbeitet und hat auch keine Hilfe bekommen, um über diesen Tod hinwegzukommen. Aus einer früher wohl glücklichen Familie, bestehen auch aus einer fröhlichen, aufmerksamen und liebevollen Mutter, ist ein unglückliches, sich gegenseitig hassendes Zweiergespann geworden. Daisy, die Mutter, ist scheinbar nicht mehr in der Lage ihre Mutterrolle auszufüllen, nimmt Drogen und kann mit ihrer traumatisierten, verstummten und psychisch zerrütteten Tochter nichts mehr anfangen.
"Heilen Sie mich! Geben Sie mir Pillen, damit ich wieder normal werde! Schicken Sie mich ins Krankenhaus, und lassen Sie mich erst wieder raus, wenn ich zurechnungfähig bin! Bitte! Tun Sie es für meine Mutter! Tun Sie es, damit sie mich wieder so liebt wie früher!" (Seite 89)
Blue sucht Rettung, auch außerhalb ihrer "Manie" zum Buch "Der Zauberer von Oz", das ihr ihr Vater geschenkt hat. Es ist das Einzige, das ihr von Olli geblieben ist und sie hat es zu ihrer zweiten Haut gemacht. Ohne das Buch und ohne ihr Leben mit der Geschichte von Dorothy zu verzweigen, macht sie keinen Schritt in den Tag. Blue kann ihren Hilfeschrei nicht verbal formulieren und flüchtet sich in den Gegensatz und vestummt. Doch dieser stumme Hilfeschrei wird nicht gehört und nicht erkannt. Und so wird Blue zu einem morbiden Mädchen, das anfängt zu zerfallen, bis sie keiner mehr sieht.
"Ich machte den Mund auf, und ich flehte den Himmel an, mich sprechen zu lassen, mich wüten und brüllen zu lassen wie die Löwen im Zoo, mich vor Zorn toben zu lassen. Aber dann klingelte es. Und ohne mich eines weiteren Blickes zu würdigen, standen die Mädchen auf und gingen. Wenn sie nur den Sturm in meinem Inneren hätten sehen können. Er hätte ihnen Blätter und Sand in die Augen geweht." (Seite 65)
Der Autorin ist dem Thema entsprechend eine düstere und traurige Atmosphäre gelungen, aus der man sich während des Lesens nicht befreien kann. Ihr Schreibstil ist flüssig. Und beachtet man das Alter, mit dem sie das Buch geschrieben hat, ist sogar der Sprachstil erwähnenswert. Es gibt nicht so viele 16/17jährige, die in der Lage sind, sich auf diesem Niveau auszudrücken.
Der Prolog deutet darauf hin, dass Blue sich in einer Psychiatrischen Klinik befindet. Sie erzählt, bzw. schreibt für ihren behandelnden Artz die Geschichte auf, wie es dazu kam, dass sie einen Mann und eine Frau getötet hat. Doch was ist passiert? Wie ist es geschehen? Wer waren die beiden? Und letztendlich: Hat sie es wirklich getan? Hat dieses 13jährige Mädchen, das von allen Gleichaltrigen gemieden und ausgelacht wird, sich getraut zwei Menschen zu töten?
"Ich war dreizehn Jahre alt, fing schon an zu heulen, wenn ich mich an Papier schnitt oder mir das Knie aufschürfte, aber jetzt war ich davon überzeugt, ich könnte töten." (Seite 73)
Obwohl die Geschichte mit ihren 277 Seiten nicht allzu dick ist, hatte ich hin und wieder mit Längen zu kämpfen, die ich am liebsten überblättert hätte. Der Schluss überrascht und deshalb finde ich ihn sehr gelungen! Im Teil 2 und 3 wird der Leser aufgeklärt. Doch leider sind das, im Vergleich zum ersten Teil, nur knapp 20 Seiten, auf denen das Buch ins -richtige Bild- gerückt wird. Ein paar wenige Fragen um Daisy bleiben auch offen, die ich gerne beantwortet bekommen hätte.
Fazit:
Ein seltsames und spezielles Buch, von einer zur Erstveröffentlichung noch sehr jungen Autorin, das Einblicke in eine traumatisierte, dunkle und kaputte Seele eines Teenagers gibt. Es gibt Denkanstöße und eine kleine Vorstellung, wie es vielen Jungendlichen gehen mag und wie sie von ihrer Umwelt teilweise alleingelassen und nicht wirklich wahrgenommen werden. Und irgendwie ist es auch eine skurrile "Liebeserklärung" an den Klassiker "Der Zauberer von Oz". Ein interessantes Buch, ein etwas verrücktes Buch und keinesfalls ein Buch für jedermann! Empfehlenswert für Leser, die immer wieder auf der Suche nach etwas Neuem und Ungewöhnlichem sind, die permanent düstere Stimmung ertragen können und sich nach dem Lesen verwundert die Frage stellen wollen, was denn das jetzt eigentlich war...
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