Ankh-Morpork, die größte Stadt der Scheibenwelt, war schon immer ein Hexenkessel – andernorts floss das Leben eher gemütlich dahin. Das soll sich ändern: Dank des Erfindungsreichtums eines jungen Ingenieurs hält die Dampflokomotive Einzug. Bald wird überall fleißig am Schienennetz gebaut. Doch nicht jedermann weiß den rollenden Fortschritt zu schätzen: Eine radikal konservative Splittergruppe von Zwergen nutzt das Feuerross, um der herrschenden Schicht mächtig Dampf zu machen … (Laufzeit: 16h 26)
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zum Ende hin immer schwerere Kost
Bewertung am 21.01.2026
Bewertungsnummer: 3019081
Bewertet: Hörbuch-Download
Der Roman fängt gut an. Feucht von Lipwig ist seit dem Postroman einer meiner Lieblingscharaketere (leider zu spät eingeführt für das Scheibenwelt-Merchandising). Leider ist er mit seiner Wandlung zur Ehrlichkeit und Legalität ein nicht mehr ganz so spannender Charakter, ziemlich stromlinienförmig geworden, aber trotzdem kann er seiner Kreativität im 'Probleme lösen' freien Lauf lassen.
Terry Pratchett hat hier sehr aktuelle Themen aus der Welt in die Scheibenwelt verpflanzt: Start up und Investor, staatliche Kontrolle (die ist mit Lord Veterinari aber schon immer mit dabei), Innovation und Erfindungsgeist, Nerds und ihre Spleens, Fortschrittsgläubigkeit (hier nur positiv konnotiert) versus Fortschrittsangst, ideologische Verblendung Vieler durch einige Wenige, Vorurteile zwischen Rassen und Geschlechtern. Ziemlich viel für so ein Buch und es las sich denn eher wie eine in die Scheibenwelt verpflanzte irdische Geschichte, immer hart am Rand überladen zu sein. Aber das störte mich weniger,auch wenn es keinen Kern in der Geschichte mehr gab, was mich störte, war das Schwarz-/Weiß-Schema und das Fehlen von Problemen und Überraschungen. Böse ist böse, mit der Abstufung "verblendet". Seitens der Hauptprotagonisten funktioniert einfach alles. Der Erfinder sucht einen Geldgeber? Kein Problem. Die Eisenbahn soll sowohl kommerziell erfolgreich sein und gleichzeitig sämtlichen Komfort und soziale Leistungen stemmen können? Kein Problem. Herr Lipwigs Planung kann in der Praxis nicht funktionieren? Nun, es wird immer festgestellt, was alles schiefgehen kann, wie unwahrscheinlich der Erfolg ist, doch es geht nichts, aber auch wirklich gar nichts schief. Lipwigs Planung geht einfach immer auf. 100 Seiten vor dem Ende stellte ich fest, dass die Story an Hollywood-Filme oder so etwas wie James Bond erinnert: "Der Böse" ist tot, obwohl "der Gute" gar nicht zielen konnte und der Gute überlebt die neben ihm stattfindende Explosion, weil der Feuerball sich langsamer ausdehnt als dieser rennen kann. Da wollte ich das Buch weglegen, denn Spannung kommt so nicht auf. Die Wache und von Lipwig haben anscheinend plötzlich eine Art Ausbildung zum Sondereinsatzkommando erhalten. Goblins, die so klein sind, dass sie in die Unterwäsche kriechen können, springen aus dem fahrenden Zug, klettern Felsen hoch, um dort Kämpfer lahmzulegen und können anscheinend mit ihren Mini-Beinen anschließend den in der Schlucht weiterfahrenden Zug wieder einholen. So etwas ist mir zu blöd. Das beleidigt meine Intelligenz, nein, schon meinen gesunden Menschenverstand, und meinen Anspruch an eine Geschichte.
Ich habe das Buch nicht weggelegt, weil ich alle Bücher zu Ende lese, egal wie schlecht es ist und so schlecht ist es ja auch nicht. Trotzdem war ich am Ende froh, es hinter mir gebracht zu haben.
Ein schwaches Pratchett Buch
Bewertung am 25.05.2025
Bewertungsnummer: 2499159
Bewertet: Hörbuch-Download
Im Vergleich zu Anderen Autoren sicher immer noch ein sehr gutes Buch, aber man merkt leider das Pratchett zu diesem Zeitpunkt schon durch seine Krankheit den Zenit seiner Arbeit hinter sich gelassen hat. In anderen Werken gelang es ihm einen Spannungsbogen bzw. eine Bedrohung aufrecht zu erhalten. Hier wird jeder Konflikt innerhalb weniger Seiten sofort aufgelöst und etwaige Probleme wirken nicht gefährlich. Ich vermute das ihm der Überblick über ein komplettes Buch hier schon schwer gefallen ist. Daneben ununterbrochenes moralisieren über die Gleichheit aller, die Dummheit der Nichtversteher und die Unaufhaltsamkeit der Zukunft. Das hat er natürlich auch schon in anderen Werken gemacht und immer den Fortschritt angemahnt. In diesem Buchbwird das Ganze aber nicht mehr subtil und durch versteckte Botschaften gemacht, sondern Monologe in denen die Protagonisten einem erklären warum die “Bösen“ im Buch falsch liegen.
Die Übersetzung ist aber wie in jedem dieser Romane herausragend.
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