Produktbild: Das Tortenprotokoll

Das Tortenprotokoll Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

17.08.2015

Verlag

Kremayr & Scheriau

Seitenzahl

208

Maße (L/B/H)

20,6/13,1/2,3 cm

Gewicht

320 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-218-00996-6

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

17.08.2015

Verlag

Kremayr & Scheriau

Seitenzahl

208

Maße (L/B/H)

20,6/13,1/2,3 cm

Gewicht

320 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-218-00996-6

Herstelleradresse

Kremayr & Scheriau GmbH & Co. KG, Verlag
Rotenturmstr. 27/5
1010 Wien
Österreich
Email: office@kremayr-scheriau.at
Url: www.kremayr-scheriau.at
Telephone: +43 1 7138770
Fax: +43 1 713877020

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  • leseratte1310

    5/5

    21.02.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Kuchen und Torten statt Liebe

    Friederike ist seinerzeit aus ihrem Heimatort nach Berlin geflüchtet. In ihrem Elternhaus geht man nicht liebevoll miteinander um. Der Tonfall ist knapp und überhaupt nicht herzlich. Daher hat sie sich bei der Großmutter immer wohlgefühlt, die Friederike gewähren ließ. Sie hatte dort viel Freiheit, aber geliebt fühlte sie sich dort auch nicht. Als Friederike per Mail kurz und nüchtern mitgeteilt wird, dass die Großmutter gestorben ist, fährt sie zurück in das Dorf, mit dem sie keine angenehmen Erinnerungen verbindet. Ihre Eltern sind so kühl wie immer. Sie trifft auch ihren Jungendfreund Tobias wieder, der in dem kleinen Ort geblieben ist. Als sie zusammen das Haus der Großmutter ausräumt, stößt sie auf das Tortenprotokoll ihrer Großmutter, ein altes Rezeptbuch, welches nicht nur Rezepte, sondern auch Briefe enthält. So erfährt Friederike, dass ihre Großmutter ihr fremd war. Sie erfährt, dass ihre Großmutter einen Mann geliebt hat, zu dem sie sich aber wegen der Familie nicht bekannte. Mit Tobi begibt sie sich auf die Suche nach dem unbekannten Mann. Man sollte annehmen, dass eine Familie zusammenrückt, wenn ein Todesfall eintritt. Nicht aber hier in dieser Familie. Trauer scheint es nicht zu geben, Tränen schon gar nicht. Der Ton ist rau, fast wie auf dem Kasernenplatz. Gefühle zeigt niemand. Stattdessen gibt es Kuchen und Torte. Die Atmosphäre ist sehr bedrückend. Für Friederike ist die kurze Zeit in ihrem Heimatdorf eine Zeit, in der sie eine Entscheidung treffen muss. Will sie weiterhin eine Beziehung zu ihrer Familie pflegen, die in der Realität gar nicht existiert? Das Buch erzählt uns diese Geschichte mit leisen und melancholischen Worten, es weckt Gefühle, gerade weil in Friederikes Familie Gefühle abwesend sind. Eine Geschichte mit Tiefgang.

  • Bewertung

    aus Mainz

    5/5

    17.08.2015

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine unpersönliche Email…

    Eine unpersönliche Email teilt Friederike mit, dass ihre Großmutter verstorben ist. Zweifelnd macht sie sich auf den Weg in die Heimat. Außer mit der Oma verbindet sie kaum positive Gefühle und Erinnerungen mit dem Ort. Schon der Empfang ist unterkühlt – die Eltern haben noch nie anders kommuniziert als mit gebellten Anweisungen, Zuwendung war Mangelware. Einzig der Nachbarsjunge Tobias, mit dem sie Kindheit und Jugend in Freundschaft und Liebe verbracht hat, gibt ihr Halt. Beim Ausräumen des Hauses stößt Friederike auf das alte Rezeptbuch der Großmutter, das Tortenprotokoll, und dort finden sich neben unzähligen Rezepten auch Briefe, die Zeugnis einer anderen, unbekannten Seite der Frau offenlegen: offenbar gab es im Leben der Witwe nach dem Tod des Mannes noch eine andere Liebe, von der niemand etwas wusste. Die Tage zwischen Tod und Beerdigung werden zu einer Zerreißprobe für diese hochgradig dysfunktionale Beziehung. Marianne Jungmaier gelingt es unglaublich gut, dies in Worte zu fassen. Besonders die Interaktion der Figuren zeigt, wie gestört das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern und auch zwischen den Schwestern ist. Dazu passt das geheime Leben der Großmutter, das langsam erforscht wird. Vieles wird nicht gesagt, nicht erklärt, aber das ist auch nicht erforderlich, es ist die Atmosphäre, die aus diesem Roman spricht und eine junge Frau vor eine schwere Entscheidung stellt: so weitermachen oder nicht? Kein klassischer coming-of-age Roman und doch steht für mich hier die Beziehung und Auflösung dieser zwischen Protagonistin und ihren Eltern im Vordergrund. Fazit: gelungene Umsetzung schwieriger innerfamiliärer Beziehungen.

  • Edith Berger

    aus 3istau

    5/5

    26.07.2015

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Lesevergnügen

    Friederike lebt in der Stadt. In ihr Heimatdorf zieht es sie nur selten. Die Beziehung zu ihren Eltern war nicht gerade von Herzlichkeit geprägt. Die einzige regelmäßige Verbindung zu ihrem Dorf läuft übers Internet. Tobias, ihr bester Freund, ihre Jugendliebe, lebt immer noch da. Er versorgt Friederike mit Neuigkeiten und Stimmungsberichten aus ihrem Heimatdorf. Der Tod der Großmutter ist nun aber Anlaß, dass Friederike in ihr Elternhaus zurückkehrt. Es hat sich wenig verändert. Mit Tobias durchstöbert sie das Haus der Großmutter. Sie findet ein altes Protokollheft. Neben den unzähligen Tortenrezepten finden sich darin auch Erinnerungen von ihrer Oma. Und die erzählen eine ganz eigene Geschichte....

  • sommerlese

    4/5

    09.11.2015

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Dieser Roman erzählt vom…

    Dieser Roman erzählt vom Ableben der gleichnamigen Großmutter Friederikes und stellt eine ungewöhnliche Mischung aus Familiengeschichte und coming-of-age Roman dar. Einerseits ist Enkelin Friederike schon erwachsen, andererseits ist sie erfüllt von Erinnerungen an ihre Kindheit und Tage mit ihrer Großmutter. Sie versucht zu verstehen, warum ihre Bindung an die Heimat nicht dauerhaft stark ist und woran die Beziehung mit ihrer Familie zerbrach. Die Zeit ihres Besuches ist eine Zeit des Auseinandersetzens mit ihrer Vergangenheit und der Bindung an die Heimat. In dieser Familie wurde mehr gebacken und gekocht als geherzt und gelacht, das wird schnell deutlich. Auch der Empfang durch ihre Eltern nach ihrer Rückkehr anlässlich der Beerdigung fällt kühl und distanziert aus. Für Trauer und Tränen ist hier kein Platz. Die Vorbereitungen für die Beerdigung laufen an und Friederikes Jugendliebe und bester Freund Tobias räumen im Haus der Großmutter auf. Dann entdecken sie Liebesbriefe, die von einem unerfüllten Leben ihrer Oma erzählen und einer Liebe, die sie der Familie wegen nicht offen ausgelebt hatte. Es ist erstaunlich zu lesen, wie in dieser Familie trotz der aufwändig gelebten Koch- und Backkultur die emotionale Kälte zwischen den einzelnen Familienmitliedern zu spüren ist und keine Nähe aufkommt. Auch für Tränen ist kein Platz. Da wird lieber geputzt oder aufgeräumt als die Tote beweint. Was mit gemeinsamen Essen ausgeglichen werden soll, klappt zwischenmenschlich nicht. Hier bleibt man auf Distanz und zeigt keine Gefühle. Erst jetzt versteht Friederike ihren Aufbruch in die Großstadt wirklich. Sie musste sich von diesem Leben lösen und damit auch von ihrem Freund Tobi, der nicht bereit war ihr zu folgen. Nur ein Marianne Jungmaier benutzt hier sprachlich einen ganz eigenen Stil. Sie malt mit Beschreibungen und Aufzählungen eine Atmosphäre herbei, die ganze Stimmungen enthält ohne direkt zu sein. Dabei schwelgt ihre Protagonistin in wohligen Gerüchen und dem Geschmack von Kuchen und Torten ihrer Oma. Sie beschreibt deren Haut, die Haare, jedes Detail der alten Frau, das ihr in Erinnerung geblieben ist. Sie möchte sich noch einmal verabschieden, doch als sie merkt, das die sich für die Familie aufopfernde Oma ihre eigene, ihr unbekannte Geschichte besitzt, geht auch diese Nähe verloren. Dieser Roman ist erstaunlich geschrieben. Marianne Jungmaier benutzt Worte, die Stimmungen von einer Kindheit ohne elterliche Liebe beschreiben, dafür aber mit einer Großmutter, bei der man sein durfte wie man war.

  • Tina Bauer

    aus Essingen

    4/5

    01.06.2023

    eBook (ePUB)

    Abnabelung

    Der Tod der Großmutter bringt Frederike zurück in ihre alte Heimat. Sie reist aus Berlin zu ihren Eltern, um die Beerdigung zu organisieren und findet zusammen mit ihrem alten Jungendfreund mehr über die Großmutter heraus, als so manchem lieb ist. Während Frederike versucht, sich mit dem Tod ihrer geliebten Großmutter anzufreunden, wird ihr allerdings immer klarer, dass sie an diesen Ort nicht mehr zurückkehren wird. Es entsteht eine tiefe Verbundenheit mit der Großmutter und eine erlösende Abnabelung aus ihrem Elternhaus. Marianne Jungmaier erzählt vom Zusammenfinden und Abnabelung. Familien können anstrengend sein. Oft findet man sich in der ein oder anderen Person der Erzählung wieder.

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