Sie soll eine versunkene walisische Burg untersuchen – und stößt auf ein Rätsel aus ihrer eigenen Familie...
Als die junge Archäologin Dr. Samantha Goodwin den Auftrag erhält, eine vor der walisischen Küste versunkene Burganlage zu untersuchen, sagt sie begeistert zu. Sie freut sich nicht nur auf die interessante Arbeit, sondern auch auf ein Wiedersehen mit ihrer Großmutter Gwen, die im nahegelegenen Fischerdorf Borth lebt. Dann stößt Sam bei ihren Untersuchungen auf ein Skelett, das seit höchstens sechzig Jahren auf dem Meeresgrund liegt. Gwen ist davon überzeugt, dass es sich um Sams Großvater Arthur handelt, der vor Jahren in einer stürmischen Nacht auf dem Meer verschwand. Samantha beginnt nachzuforschen und begibt sich in große Gefahr. Denn manchmal ist es besser, die Toten ruhen zu lassen ...
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Nervenkitzel an der walisischen Küste
yesterday am 03.02.2021
Bewertungsnummer: 907518
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Roman steht auf diesem tollen Buch und das ist einerseits gut gewählt, aber andererseits verschweigt es ein bisschen, wie gut und packend der Inhalt ist. Im Detail: In den erzählerischen Part, in dem der Leser viel über Wales, seine Geschichte, seine Bewohner und wahre sowie fiktionale Vergangenheit erfährt, fließen sehr stimmig noch eine Krimigeschichte (die sich fast zum Thriller auswächst) und eine Lovestory mit ein.
Im Wesentlichen wechseln sich dabei zwei Handlungsstränge ab: Der von Sam Goodwin, die in der Gegenwart als Archäologin bedeutsame Funde an der walisischen Küste beim kleinen Ort Borth untersucht und der, in dem der Leser gut 60 Jahre in die Vergangenheit dieses Ortes reist und dabei Sams Großmutter Gwen als junge Frau und all ihre Bekannten, Freunde und ihren Mann kennenlernt.
Diesen Mann, Arthur, Sams Großvater, gibt es nur in diesen Abschnitten, ist er doch sechs Jahre nach der Hochzeit gestorben. Für Gwen und ihre drei Kinder zumindest, auch wenn die Umstände nie geklärt wurden und seine Leiche nie im wahrsten Sinn des Wortes auftauchte. Als Fischer, der er war, wurde angenommen, er sei auf stürmischer See ertrunken.
Behutsam enthüllt die Autorin durch Sams Arbeit und ihre Umtriebigkeit im Ort, was damals geschah und lässt Sam, die durch ihr plötzliches Auftauchen vieles im Ort durcheinanderbringt (so auch den kauzigen, aber sehr sympathischen Werftbesitzer Luke), in der Gegenwart langsam die Ereignisse von damals entrollen und die Puzzleteile der finsteren Geschichte, die Borth birgt, zusammensetzen. Wie im wahren Leben sind aber nicht alle damit glücklich und es kommt zu einigen Zwischenfällen.
So vielfältig die Leute eines Dorfes auch sein können, Constanze Wilken hat es geschafft, nahezu alle Facetten an Zwischenmenschlichem und unterschiedlichen Persönlichkeiten in die wenigen Bewohner von Borth und Umgebung zu legen, die es gibt. Nicht nur die Charaktere sind in sich stimmig (wenn man auch nicht alle ihre Überzeugungen teilen muss), auch die Landschaftsbeschreibungen und die geschichtlichen Exkurse zeugen davon, dass sich die Autorin einerseits in Wales selbst gut auskennt und auch vor umfangreicher Recherche nicht zurückschreckt.
Der Schreibstil ist locker und leicht, passt zu dem Erzählten und die Wechsel der Handlungsstränge bieten genug Kurzweil und Spannung, um das Buch nicht mehr aus der Hand legen zu wollen.
Geheimnisvolles Wales
Biancaneve aus Salzburg am 03.02.2021
Bewertungsnummer: 908564
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Constanze Wilken hat mit diesem Roman ein wunderbares Werk geschaffen. Bereits der Prolog, der die Legende des versunkenen Königreiches von Cantre'r Gwaelod erzählt, fesselt den Leser und bereitet ihn auf eine interessante wie auch spannende Geschichte vor. In angenehmem Schreibstil erzählt die Autorin auf zwei Handlungsebenen einerseits aus dem Leben von Gwen in den 40er und 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts, andererseits aus dem Leben von Sam, Gwens Enkelin. Deren Arbeit als Archäologin führt sie an den Wohnort der Großmutter an der walisischen Küste zurück. Die beiden Handlungsstränge sind eng miteinander verbunden und gestalten den Roman bis zum Ende sehr spannend.
Der walisischen Handlungsorte sind so plastisch beschrieben, dass man den Wind und das Salzwasser regelrecht spüren kann. Auch die Charaktere begegnen dem Leser sehr authentisch. Die Liebesgeschichten der beiden Handlungsebenen sind sehr einfühlsam und glaubwürdig in die Geschichte eingearbeitet. Kitsch kommt allerdings auch in den romantischen Abschnitten nie auf.
Mein Fazit: dieser Roman ist ein absoluter Lesegenuss! Von Anfang bis Ende passt einfach alles in diesem Roman. Mystik und Legende, wissenschaftliches Arbeiten der Archäologen, die Beschreibung des bescheidenen Landlebens nach dem 2. Weltkriegs, etc. Ohne genaue Recherche wäre Constanze Wilken dieses Werk wohl nicht so perfekt gelungen!
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