In dieser Studie werden die Gerichtsaussagen des Judasbriefes eingehend auf ihren Inhalt, ihre Funktion und ihren Anspruch im Textganzen untersucht. Ausgehend von einer detaillierten Analyse der Struktur des Judasbriefes und einer Untersuchung der Kommunikationssituation kann der Streitpunkt zwischen dem Briefschreiber und seinen Gegnern bestimmt werden: Es geht um das Festhalten bzw. die Ablehnung des Parusieglaubens. In der um diesen Glauben kreisenden Auseinandersetzung, in welcher der Autor nicht weniger als die Identität seiner Gemeinde auf dem Spiel stehen sieht, spricht er dann in Hinordnung auf die für ihn zentrale Erwartung des universalen Endgerichts (Jud 14-15) verschiedene Strafgerichtsankündigungen über seine Gegner aus. Fragt man weiter nach dem Anspruch dieser Ankündigungen, so tritt im Vergleich mit den einschlägigen Aussagen zur urchristlichen Prophetie bei Paulus und mit der Prophetie der Offenbarung die prophetische Dimension des Judasbriefes zu Tage: Der Brief erweist sich so als Zeugnis der urchristlichen Prophetie. Christian Blumenthal, geb. 1979, studierte von 1999 bis 2004 Katholische Theologie und die Sprachen des christlichen Orients an der Universität in Bonn und dem Päpstlichen Bibelinstitut in Rom. Seit Oktober 2007 ist er Kaplan an St. Cornelius in Dülken.
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