Hunger, Armut und Allgegenwärtigkeit des Todes treiben Gori um 1927 aus dem kargen Alltag im Maggiatal ins ferne Kalifornien. Zurück lässt er seine erste Liebe, Maddalena, seine Familie und Freunde. Zwanzig Jahre später kehrt Gori, geplagt von nicht endendem Heimweh, in seine Heimat zurück und findet nichts mehr, wie es war. Maddalena ist tot, die Mutter behindert und der Vater alt und gebrechlich geworden. Die in der Ferne ersehnte Heimat ist selbst fremd geworden. Plinio Martini, der 1979 verstorbene Tessiner Autor, schildert wirklichkeitsnah und mit von unterdrücktem Zorn vibrierender Sprache das Leben der armen Bauern aus dem Maggiatal.
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
Bewertung
5/5
12.03.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Val Bavona vor 100 Jahren
Dieses Buch beschreibt sehr einfühlsam die Zeit unserer Grosseltern in einem abgelegenen Tal im Tessin. Wie bescheiden, karg und von Entbehrungen geprägt war das Leben damals.
Das Buch passt sehr gut zum Film „Jakobs Ross“ in welchem genau dieses Leben berührend eingefangen ist.
Wärmste Empfehlung für Buch und Film!
Alexandra
Book Circle Community
4/5
23.11.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Zwischen den Welten
Ein Roman über das karge Leben der Bauern im Maggiatal um 1927. Der Autor schreibt in der Ich-Form aus Sicht von Gori. Es ist Gori’s Geschichte. Es ist sein Leben. Der Autor hat seinen Roman mit echten Zeitgeschehnissen verknüpft. Gori’s Leben und das Leben der Bauern zur damaligen Zeit, war geprägt von extremer Armut, harter Landarbeit mit Unfällen welche zu einer hohen Sterblichkeit geführt haben, mit einer extrem hohen Kindersterblichkeit, einer fehlenden Zukunftsperspektive, einer strengen religiösen Ordnung und soziale Kontrolle der Dorfgemeinschaft. Der Autor schildert realistisch und schonungslos. Man lebte mehr von Entbehrungen als von Hoffnung.
Die Hauptfigur Gori wandert nach Amerika aus und kommt nach 20Jahren wieder zurück. Doch die Hoffnung sein Heimweh vergehe dadurch, wird schnell zerstört. In Amerika war er erfolgreich, doch ohne Erfüllung. Zurück in der Heimat, ist nichts mehr so wie es mal war. Nichts ist mehr so, wie er sich seine Heimat, in seinem Heimweh noch vorgestellt hat. Er ist gefangen zwischen 2 Welten und zu keiner gehört er mehr vollständig.
“Äusserung des Pfarrers zur hohen Kindersterblichkeit, um Trost zu spenden: Jede Familie braucht ihre eigenen Engel.”
“Die einzige Zeit ohne Sorgen war für die Männer der Militärdienst.”
“Auswanderer tragen ihr Heimweh wie eine Krankheit mit sich herum.”
“Die Mutter erholte sich zwischen einer Geburt und der nächsten nicht mehr so weit, dass sie das Bett verlassen konnte. Zum Glück schaute der Herrgott von Zeit zu Zeit hinab und holte sich ein Engelchen.”
“Die Leute verstehen ihre Krätze zu verstecken.”
Ein reflektierter Roman über Heimat, Verlust, Identität und Zeit.
Shilo
aus Ulm
4/5
24.07.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine bewegende Liebeserklärung an die Heimat
Plino Martini (1923-1979) erzählt in seinem biografischen Roman über sein von bitterer Armut geprägtes Leben in einem Schweizer Bergtal. Von seiner Auswanderung nach Amerika und seiner Rückkehr in die Heimat, in die ihn das Heimweh treibt. Doch es ist nichts mehr so, wie es einmal war.
Es ist ein außergewöhnlicher Roman. In den Bergtälern, die heute voller Touristen sind, gab es keine Arbeit. Der karge Boden gibt keine Ernten her, das Hüten der Ziegen auf den Almen ist lebensgefährlich. Hunger, Armut und Tod sind die allgegenwärtigen Begleiter der Bewohner. Doch auch in Amerika wird Gori nicht glücklich. Heimwehkrank und reumütig kehrt er nach Jahren zurück in sein geliebtes Maggiatal.
Mein Fazit:
Ein sehr berührendes Buch, das ich sehr gerne weiter empfehle. 4 Sterne.
Bewertung
4/5
06.12.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
America, America, in America voglio andar!
Plinio Martini beschreibt in seinem authentischen Roman die Armut und Verlassenheit der Menschen in den Tessiner Tälern im frühen 20. Jahrhundert. Ausweglos scheint so manchem Jungen seine Lage und die einzige Zuversicht auf ein besseres Leben erhofft er sich, wenn er nach Amerika auswandert. So auch Gori, dem es fast das Herz zerreisst, seine Heimat, Eltern und Verlobte zu verlassen, um sich eine neue Existenz in der Ferne aufzubauen. Er wird nicht glücklich. Im Gegenteil zeitlebens bereut er seinen mutigen Schritt und möchte nichts lieber als zurück zu seiner Liebsten und in das Dorf seiner Kindheit.
Es ist ein sehr bewegendes Buch, voller Melancholie und Poesie, aber auch verbunden mit Glück und Hoffnung. Die Sprache ist wunderbar durchzogen mit Tessiner Ausdrücken, die das Erzählte umso atmosphärischer machen.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.