1906: Clara Gropius kann die Herrschsucht ihres Mannes nicht mehr ertragen und lässt sich scheiden. Sie verliert alles, auch das Sorgerecht für ihre Kinder. Mittellos versucht sie, an ihre Ausbildung in der Apotheke ihrer Eltern anzuknüpfen. Doch als geschiedene Frau will niemand sie einstellen, alle behandeln sie wie eine Ausgestoßene. Clara hält trotz aller Widerstände an ihren Träumen fest, zieht an den Bodensee und baut dort ein eigenes Unternehmen für Naturkosmetik auf. Aber ihr beruflicher Erfolg und die Aufmerksamkeit der Männer können sie nicht über die Sehnsucht nach ihren Kindern hinwegtrösten.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
5/5
17.08.2022
eBook (ePUB 3)
Bella Clara
Aller guten Dinge sind drei - deshalb habe ich nun alle Teile der Jahrhundertwind-Trilogie in Folge gelesen. "Bella Clara" ist die Geschichte der etwas naiven Apothekerstochter Clara, die schon als Kind und junge Frau immer von ihren Eltern bevormundet und in ein Schema gepresst wurde, von dort wurde sie an Ehemann Gerhard Gropius weitergereicht, der noch schlimmer war. Er befahl und zwang nur noch, ohne Rücksicht auf Clara zu nehmen. Weil es dieser irgendwann reichte, nahm sie ziemlich viel auf sich, um eine Scheidung zu erwirken. Mit dem "Erfolg", Gerhard loszusein, damit aber auch ihr Erbe, ihre Kinder und ihren Ruf. Dabei sah früher alles so vielversprechend aus, als Clara noch selbst in der Apotheke Mittelchen anrührte. Diese Leidenschaft konnte ihr Gerhard nicht nehmen! Zwar bekommt sie keine Anstellung in Berlin, vergräbt sich aber deshalb nicht in ihrem Zimmer bei Josefine, sondern zieht weiter zu Lilo an den Bodensee. Eine schöne Gegend ist Meersburg, ich war selbst schon dort. Man könnte meinen, die Frauen unterstützen sich immer alle, wo es nur geht, Hilfe bekommt jede, kaum geht etwas schief - aber das täuscht. Im Geschäftsleben hat Clara Erfolg, dafür hat sie kein gutes Händchen bei den Männern. Roberto/Stefano/Stefan nutzt das gnaden- und schamlos aus. Mir war schon bei der ersten Erwähnung der Italiener merkwürdig zumute, weil diese Männer so gar nicht in die "schöne Frauengeschichte" passten. Im Laufe der Erzählung erfährt man, was es mit der Sequenz in Italien auf sich hat, warum Roberto so ist, wie er ist und ich muss sagen: Jeder bekommt das, war er verdient hat. Er hat Clara lange genug an der Nase herumgeführt, das hat er nun davon! Sie war und ist immer ein wenig leichtgläubig, kann sich aber auch durchsetzen. Schön finde ich die Verbindung zu den Freundinnen Josefine und Isabelle, die auch nach Jahrzehnten und über hunderte oder tausende Kilometer Entfernung noch anhält. Es war sehr aufschlussreich zu lesen, wie Clara ihren ersten Schönheitssalon und später weitere auf die Beine stellt, ihr Imperium immer weiter ausbaut und ihr scheinbar alles gelingt. Die Frauen der Umgebung reagieren meist positiv auf Clara und ihre Ideen, es gibt kaum Neider. Ihr habe vor einiger Zeit einen Roman über die Damen Rubinstein und Arden gelesen, Clara steht ihnen wohl in nichts nach. Petra Durst-Benning hat einen weiteren schönen historischen Frauenroman geschrieben, in dem die Frauen sich nicht mehr so viel sagen lassen, sondern ihre Frau stehen und tatsächlich ohne Männer auskämen... Flüssig zu lesen und wenn man mal von der Naivheit, für die ich Clara hätte schütteln können, weil sie ihre alten Fehler schon wieder macht, und diesem Aufschneider Roberto absieht, durchaus 4,5 bis 5 Sterne wert.
Bewertung
aus Roßdorf
5/5
13.01.2021
eBook (ePUB 3)
Toller letzter Teil der Trilogie zum Jahrhundertwind
Der letzte Teil der Trilogie zum Jahrhundertwind ist - genau wie die beiden Vorgänger - interessant und spanned bis zum Schluss.
Gertie G.
aus Wien
5/5
06.04.2015
Buch (Gebundene Ausgabe)
Clara läßt sich scheiden und verliert alles ...
Mit Bella Clara endet die Jahrhundertwind-Trilogie um die Freundinnen Josefine, Isabelle und eben Clara.
Es ist nicht nötig, die beiden anderen Bücher, Solange die Welt noch schläft (Bd. 1) und Die Champagnerkönigin (Bd.2) zu kennen, da jeder der drei Roman für sich allein stehen kann. Hilfreich ist es trotzdem.
Dieses Buch ist Clara und allen jenen Frauen gewidmet, die sich von ihren gewalttätigen Männern trennen und sich scheiden ließen. In dieser Zeit (Anfang des 20. Jahrhunderts) ist eine Scheidung nur unter schwierigsten Bedingungen möglich. Clara verliert alles, ihre Kinder, ihr Erbe und ihre Reputation. Die Berliner Gesellschaft ächtete sie.
Wie weg von Berlin, nämlich am Bodensee baut sie sich eine neue Existenz auf.
Petra Durst-Benning schildert den Werdegang von der ersten Creme bis zur Schönheitsfabrik ausführlich und spannend. Sie entführt uns in die Welt der Düfte und Cremes.
Die Autorin erzählt eine Geschichte, die ein bisschen an die Gründung von Marbert von Margarethe Sendler und Bertha Roeber erinnert. Auch ein bisserl Elizabeth Arden ist darin verpackt.. Dennoch versprüht der Roman ein abgerundetes Bouquet wie es in einem gut komponiertem Parfum sein soll.
Alles in allem ein sehr kurzweiliges Buch mit gut recherchiertem Hintergrundwissen empfehlenswert!
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.