Der ganz normale Reisewahnsinn: Wie Tourismus den Planeten abgrast

Der ganz normale Reisewahnsinn: Wie Tourismus den Planeten abgrast

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Der ganz normale Reisewahnsinn: Wie Tourismus den Planeten abgrast

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Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

19.03.2015

Verlag

Disserta

Seitenzahl

184

Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

19.03.2015

Verlag

Disserta

Seitenzahl

184

Maße (L/B/H)

22/15,5/1,2 cm

Gewicht

296 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-95425-990-8

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Textprobe:
Kapitel 5, Protagonisten der Tourismuskritik:
Freyer (1991, S.385) nennt als wichtigste Gruppe der Kritiker die Privilegierten und Ideologen . Bei ihnen sei es fast zu einem intellektuellen Hobby geworden, den Tourismus zu kritisieren. Die Neckermänner seien die ersten Buhmänner des heutigen Tourismus gewesen, dann sei es zu den Alternativ- und Rucksacktouristen übergegangen und schließlich zur Kritik an den Umweltauswirkungen. Sie erfolge dabei aus der Distanz und bleibe oft im Negieren stecken und hätte trotz gut gemeinter Grundlage nur wenig positive und realistische Vorschläge hervorbringen können. In dieser Gruppe seien vorwiegend Soziologen, Anthroposophen sowie Schriftsteller und Journalisten zu finden, die sich aus übergeordneter Warte mit dem Phänomen auseinandersetzten.
Tourismuskritische Akteure treten als Einzelpersonen oder Gruppen auf. Die Einzelpersonen sind entweder Wissenschaftler oder Journalisten/Publizisten. Letztere operieren meist freischaffend, da feste in ihren Medien meist nicht den Spielraum haben, entsprechende Einsichten ungeschminkt zu publizieren (vgl. Stäbler/Kamp 1997, S.228).
Personen:
Die Publizisten haben in tourismuskritischen Debatten erstaunlich große Aufmerksamkeit erlangt. So wird der heutige Multimediakünstler André Heller häufig zitiert und fehlt selten, wenn bekannte Tourismuskritiker aufgezählt werden. Dabei besteht dessen tourismuskritischer Output lediglich aus einer Rede, gehalten in den 80er Jahren auf einem Schweizer Forum für Tourismus. Ähnliches gilt für Hans Magnus Enzensberger, dessen Beitrag zur Tourismuskritik lediglich ein Nebenkapitel in seiner Darstellung der Manipulation der Massen durch die Bewusstseinsindustrie war. Hier besteht offensichtlich eine Diskrepanz zwischen hoher Prominenz und quantitativ geringem Output. Die Eigenwilligkeit der Beiträge hat jedoch den jeweiligen Nerv der Zeit getroffen und rechtfertigt teilweise das große Echo.
Weitere Beispiele für wichtige Einzelpersonen sind (bzw. waren) der Lyriker Cecil Rajendra aus Malaysia und der Schweizer Wissenschaftler Jost Krippendorf. Der eine lieferte Darstellungen der Erfahrungen, der andere glaubwürdige Begründungen sowie neue Perspektiven und Wege (vgl. Stäbler/ Kamp 1997, S.228).
Viele Kritiker aus dem Bereich der Wissenschaften kommen aus kultur- und sozialwissenschaftlichen Nachbardisziplinen (Soziologie, Konfliktforschung, Kulturgeschichte, ). Genuine Tourismuswissenschaftler finden sich selten. Dies kann sowohl als Hinweis auf die vorherrschende Wirtschaftsausrichtung der Tourismuswissenschaften, als auch auf die breite Vernetzung des Themenfeldes Tourismus in andere Wissensbereiche interpretiert werden.
Gruppen:
Die wichtigste Form der Gruppierungen sind die NGOs, welche zunehmend die Funktion übernommen haben, Anliegen der Zivilgesellschaft öffentlich zu vertreten und über Lobbyarbeit bei politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgern geltend zu machen (vgl. akte, Akteure im Netzwerk, S.5).
Auch unter Tourismuskritikern besteht weder Klarheit noch Einigkeit darüber, wie die tourismuskritische Bewegung genau beschaffen ist. Sie ist kein definierter Bereich, weder inhaltlich noch strukturell. Die NGO-Szene in Europa umfasst etwa die Liste der TEN-Mitglieder und 10 weitere. Darüber hinaus gibt es Consultance-Organisationen mit ähnlichen Wurzeln, Einzelpersonen, Uniinstitute, ... (Dr. C. Baumgartner, respect, vgl. Interview Anhang A).
(Im Anhang D der Studie findet sich eine Auflistung zahlreicher tourismuskritischer Organisationen und Initiativen.).
Auch besteht innerhalb der tourismuskritischen Bewegung eine gewisse Spaltung hinsichtlich der Ansichten über erstrebenswerte und erreichbare Ziele für den globalen Tourismus:
Die Pragmatiker versuchen weitgehend ideologiefrei zu bleiben und möglichst wertneutral aufzutreten, Grundsatzdiskussionen halten sie für schädlichen Dogmatismus, weshalb sie sich radikaler Systemkritik in der Regel e
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