Absoluter Freiheitsanspruch und Verfolgungswahn - T. C. Boyle erkundet in seinem neuen Roman die dunkle Seite der USA. Adam, den seine Eltern nach etlichen Schulverweisen und Therapiesitzungen aufgegeben haben, ist eine wandelnde Zeitbombe: In der Wildnis, wo er ein Schlafmohnfeld angelegt hat, führt er ein Einsiedlerleben und hortet Waffen gegen imaginäre Feinde. Aber es gibt jemanden, der sich in ihn verliebt. Sara hat ebenfalls ausreichend Feindbilder: Spießertum, Globalisierung, Verschwörer und die Staatsgewalt. Als sie Adam am Straßenrand aufgabelt, beginnt eine leidenschaftliche Liaison. Doch bald merkt Sara, dass Adam es ernst meint mit den Feinden, sehr ernst.
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Bewertung
aus Volketswil
5/5
19.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Boyle in Bestform
Hart auf Hart“ ist für mich ein kraftvoller, intensiver Roman, der zeigt, warum Boyle zu den wichtigsten amerikanischen Erzählern unserer Zeit gehört. Da ich literarische Spannung mit Substanz suche, lag ich hier goldrichtig. Stilistisch brillant: Präzise, rhythmisch, manchmal hart, manchmal überraschend zärtlich. Boyle schreibt mit einer Energie, die sofort in den Bann zieht.
Bewertung
aus Bietigheim-Bissingen
5/5
07.06.2025
Hörbuch-Download (MP3)
Fesselnd
T.C. Boyle hat es wieder einmal geschafft – mit „Hart auf hart“ liefert er ein meisterhaftes Hörbuch, das die Hörer von der ersten Sekunde fesselt. Die Geschichte rund um eine schräge Familie, ihre Konflikte und tiefgründigen Charaktere ist sowohl humorvoll als auch berührend. Boyle erzählt mit einer Mischung aus scharfsinniger Beobachtung und bitterer Ironie, die sowohl unterhält als auch zum Nachdenken anregt.
Durch die wechselnden Perspektiven und die komplexen Beziehungen zwischen den Figuren wird das Hörbuch nie langweilig, sondern bleibt spannend und lebendig. Es lebt von menschlichen Abgründen und zwischenmenschlichen Missverständnissen. Die Kombination aus Boyles einzigartigem Erzählstil und der lebendigen Lesung macht das Hörbuch zu einem echten Erlebnis. Deshalb würde ich in diesem Fall auch das Hörbuch empfehlen, da August Diehl den Protagonisten noch mehr Leben einhaucht.
Bewertung
5/5
29.07.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein geachteter, pensionierter...
Ein geachteter, pensionierter Schuldirektor an der US-Westküste bekommt seinen Sohn nicht in den Griff - einen paranoiden Sonderling, der sich abkapselt und bewaffnet.
Eine Erzählung über Selbstbestimmung, aber auch über zügellose Gewalt mitten in der Gesellschaft...
Bewertung
5/5
31.07.2015
Hörbuch-Download (MP3)
Die Freaks der rechten Fraktion
Hörbuch, 8 Stunden, 21 Minuten gesprochen von August Diehl
T.C. Boyle beschreibt gerne Freaks. Hier ist wieder einer. Beginnen wir mit einer Kreuzfahrt von Rentnern, bei einem Bordgang von Costa Rica. Mitten im Dschungel werden die Alten angegriffen, man will sie ausrauben. Einer der Alten, Sten, ein Vietnamveteran und braver Bürge, greift zu. Der Räuber ist tot. Aus Versehen. Passiert. Er wird in den Medien als Held gefeiert.
Es geht aber nicht um Sten, sondern um Adam, seinen Sohn, den Freak. Der wohnt in den Wäldern von Kalifornien und entpuppt sich als tickende Zeitbombe, drogenabhängig, paranoid. Bepackt wie Bodybuilder, bewaffnet, rasierter Schädel, stoisch, einer der allein sein will, mit der Gesellschaft nichts am Hut hat. Adam wohnt im Haus seiner Großmutter, um das er eine Mauer ohne Tor gebaut hat. Letztendlich ist Adam harmlos, er verweigert sich lediglich dem System und vermutet überall eine Verschwörung von oben, er sieht Aliens und hat Angst vor den Chinesen, Angst vor den Ausländern im Land. Er ist das Gegenteil zum angepassten Dressmen und auch zum intellektuellen politischen Mahner. Ein Freak halt.
Er lernt Sara kennen, mit der er hin und wieder schläft, Beziehung würde ich das nicht nennen. Sie denkt ähnlich wie er. Sie ist Anhängerin der Sovereign citizens, eine gesellschaftsverweigernde Sekte. Eines Tages muss sie bei einer Polizeikontrolle den Führerschein vorzeigen, wird belehrt, weil sie nicht angegurtet ist. Sie denkt gar nicht dran, hat mit diesem Staat keinen Vertrag. Und nun beginnt der ganze Ärger Ihr Hund beißt einen Polizisten, als dieser sie aus dem Wagen zerren will. Nun soll der Hund getötet werden. Sie flieht zu Adam in den Wald. Die Eltern haben das Haus verkauft, Adam soll ausziehen, Adam weigert sich. Sara muss in ihr Haus, ein paar Dinge besorgen. Soll sie Adam mitnehmen? Er war ein Junge, der Krieg spielte. Das konnte sie verstehen. Aber dies war kein Spielzeuggewehr, und wer wusste schon, was er tun würde, wenn er irgendwo irgendeinen Polizisten sah?
Eine Verkettung von zufälligen Ereignissen lässt Adam ausrasten: Adam gegen den Rest der Welt. Und hier setzen wir in Adams Welt ein, in seine Kindheit, verstehen, warum er der ist, der er ist. Ein Sohn sucht nach seinem Vater, nach Aufmerksamkeit und Anerkennung, die er nie hatte. Ihn regierte niemand. Sie waren sowieso alle Verbrecher, diese Politiker, jeder war von irgendeiner Interessengruppe gekauft, und die Bullen waren nichts weiter als ihre Privatarmee. So denkt Adam. - Als er allerdings hinter Mexikanern her ist, die angeblich illegal sind und seinen schönen Wald versauen, ruft er ihnen hinterher: "FBI, FBI, Sie sind verhaftet!"
Boyle blickt auf die amerikanische Gesellschaft, zynisch und hinterfragend, scharf beobachtend. Er schaut auf die Looser, auf Ungerechtigkeit, strenge Erziehung, Feindbild-Staat, Verschwörungstheorien, Angst vor Überfremdung, Waffengewalt, Sekten. Früher waren die Freaks die Hippies, die Linken. Heute entsteht eine rechte Seite der Freaks, Typen die sich absondern, gegen alles Staatliche sind. Spießertum bis ganz auf die Spitze. Die Geschichte wird locker erzählt, rasant. Erst am Ende fängt der Leser an nachzudenken. Mir ging es so, dass mir auch einige Typen in unserem Land dazu einfielen, die man mit Adam vergleichen kann. Boyle ist immer wieder lesenswert. Auch seine Art zu schreiben hat etwas Plastisches: Die Sonne stand senkrecht, sie war einfach da. Gesellschaftskritik in einen Thriller verpackt, könnte man als oberflächlich vermuten. Das ist es nicht. Die Tiefe erfasst einen erst nach dem Lesen.
Martin Bär
aus St. Johann
5/5
28.02.2015
Buch (Gebundene Ausgabe)
Verlierer verzweifeln
Am Anfang ist Sten, ein Vietnam-Veteran und pensionierter Schuldirektor, auf Kreuzfahrturlaub. Bei einem Landausflug vereitelt er einen Überfall und wird danach daheim als Held gefeiert. Sten hat aber ganz andere Sorgen: Adam, sein Sohn, ist ziemlich missraten: schon in der Schule immer renitent, hat er sich in den Kopf gesetzt, der Nachfolger von Coulter, einem Waldläufer aus den Gründerzeiten der USA, zu sein. Er sieht überall Feinde, die ihm Böses wollen, seine Freiheit, ja sein Leben beenden wollen.
Sara hat auch ihren eigenen Kopf: sie meint, für sie gelten die Gesetze der Vereinigten Staaten nicht und beruft sich auf einen Verfassungszusatz zum Grundgesetz. Das sehen die Polizisten, die sie mit ihrem Auto aufhalten, anders. Und so verbringt sie eine Nacht in Haft.
Sara trifft Adam, ist fasziniert von seiner jugendlichen Kraft, und ja, der Sex ist auch phänomenal. Doch Adam steigert sich immer weiter in seine Paranoia hinein und die Situation spitzt sich zu
T. C. Boyle at his best, großartig geschilderte Charaktere, eine packende Story, große Empfehlung!
Adam leidet unter Verfolgungswahn. Er sieht überall Feinde, Aliens und Chinesen, die es mit allen Mitteln zu besiegen gilt. Adam ist der Sohn von Sten, einem wohlsituierten, pensionierten Schuldirektor und Vietnamveteranen. Sten und seine Frau Carolee sorgen sich um ihren Sohn seit dieser völlig den Boden unter den Füßen verloren hat. Adam fliegt von allen Schulen und seine Psychiater haben keinen Erfolg zu ihm durchzudringen. Als er auch noch das Haus seiner Großmutter, bei der er die letzten Jahre lebte, verliert, wird er völlig aus der Bahn geworfen. Er flieht in die Wälder, wo er Marihuana anbaut und Waffen hortet. Einzig in Sara sieht er eine Verbündete und beginnt eine leidenschaftliche Beziehung mit ihr. Doch bald erkennt Sara dass Adam eine tickende Bombe ist.
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