Professor Timofey Pnin ist ein Ritter der traurigen Gestalt. Der Exilrusse lehrt Literatur an einem amerikanischen Provinzcollege und versucht, sich in der neuen Heimat zurechtzufinden. Weder versteht er die Feinheiten der englischen Sprache, noch ist er in der Lage, die gesellschaftlichen Codes des American Way of Life zu entschlüsseln. Überängstlich und zwanghaft, in seiner Tapsigkeit dabei anrührend, taumelt Pnin von einem Missgeschick zum nächsten. Doch trotz aller Demütigungen, die er sich nicht zuletzt selbst beifügt, schafft er es, seine Würde durch alle Widernisse zu retten.
Ungekürzte Lesung mit Ulrich Matthes
Kundinnen und Kunden meinen
3.6/5.0
Bewertung
5/5
21.03.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein wunderbares Kleinod
Nabokov schenkt uns einen Einblick in das verwirrende, tragikomische und teilweise unglückliche Leben des Professors Pnin. Es ist eine schöne Geschichte über einen Menschen, gespickt mit Sarkasmus und Satire. Man schmunzelt, man kichert, man weint mit Professor Pnin. Ein schönes Einsteigerwerk, wenn man Nabokov entdecken möchte.
Bewertung
4/5
11.06.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Anfangs weiß man nicht so genau...
Anfangs weiß man nicht so genau was los ist, Nabokov beschreibt gerne viel und benutzt lange Sätze mit vielen Kommas. Ist man aber in den verzweigten Schreibstil erstmal reingekommen, dann ist es ein geniales Buch, welches den Geist russischer Immigranten in der USA einfängt.
Bewertung
aus Hamburg
4/5
11.02.2021
Buch (Taschenbuch)
toll !
nicht ganz einfach zu lesen, aber ein tolles Buch mit Humor und einem sehr liebenswerten Protagonisten. Mein erstes Nabokov-Buch, aber mit Sicherheit nicht das Letzte.
Bories vom Berg
aus München
4/5
28.02.2014
Buch (Taschenbuch)
Im falschen Zug Wer bisher…
Im falschen Zug Wer bisher von Vladimir Nabokov nur die allseits bekannte Geschichte jener minderjährigen Femme fatale gelesen hat, dem sei auch die Lektüre von «Pnin» empfohlen, seinem etwa zur gleichen Zeit entstandenen Roman über einen schrulligen Professor. Wie so oft in der Literatur sind die Parallelen zwischen Autor und Held unübersehbar, beide sind russischer Herkunft, leben als Exilanten in den USA und üben den selben Beruf aus. Timofey Pnin lehrt Russisch an einem College, er ist als Romanfigur eher der Antiheld, ein Inbegriff dessen, was man als liebenswerten Kauz bezeichnen würde, aus einer anderen, längst vergangenen Welt stammend. Der «Don Quichotte» von Cervantes diente erklärtermaßen als Vorlage für diesen Roman, aber anders als der «Ritter von der traurigen Gestalt» wird Pnin nicht lächerlich gemacht und höhnisch dem Spott preisgegeben, so niederträchtig, hat Nabokov angemerkt, wollte er mit seinem Protagonisten nicht umgehen. Pnin erscheint am Ende eher als der Überlegene, ein in sich selbst ruhender, feinsinniger und blitzgescheiter Mensch, unbeirrbar optimistisch und gutmütig. Der gelegentlich vorgebrachte Einwand, die in sieben Kapiteln erzählten, zusammenhanglos scheinenden Szenen aus dem Leben dieses Sonderlings könne man eigentlich nicht als klassischen Roman bezeichnen, ist wahrlich unbegründet. Das wird spätestens dann klar, wenn man den 60-seitigen Anhang der kommentierten Ausgabe mit seinen zahlreichen Hinweise zur Entstehung des Romans und die detaillierten Anmerkungen zu einzelnen Buchseiten gelesen hat. Anders als in Fachbüchern gibt es hier ja keine Fußnoten zum Text, man tut also gut daran, so man das fein verästelte Handlungsgeflecht komplett durchschauen und sämtliche assoziativen Feinheiten verstehen will, von Anfang an parallel auch jeweils diese vielen Hinweise und Erläuterungen mitzulesen. Gleich zu Beginn erleben wir Professor Pnin in der Eisenbahn, auf dem Weg zu einem Vortrag. In seiner wundervoll treffsicheren Sprache lässt Nabokov diesen «älteren Reisenden» in seinem Zugabteil mit wenigen Sätzen geradezu greifbar vor uns entstehen. Um dann lapidar einen neuen Absatz mit den Worten zu beginnen: «Hier muss nun ein Geheimnis verraten werden. Professor Pnin befand sich im falschen Zug. Er wusste es nicht, und ahnungslos war auch der Schaffner …». Wir erleben Pnin als ein im hoffnungslosen Kampf mit seinem schlechten Englisch radebrechenden Dozenten für Russisch, als seine neue Bleibe «pninisierenden», kauzigen Untermieter, als trotteligen Exmann von Lisa, als liebevollen Vater, als belächeltes Mitglied in der Gemeinschaft der Exilrussen, als stolzen Hausbesitzer und freundlichen Gastgeber. Am Ende schließt sich der Kreis dieser sieben Episoden, denn wir erfahren im letzten Satz des Romans, dass Pnin nicht nur im falschen Zug saß, sondern sich, nach einer Odyssee glücklich doch noch am Reiseziel angekommen, für seinen Vortrag erhebt «und entdeckt, dass er das falsche Manuskript bei sich hat». Tragik und Komik liegen nahe beieinander in dieser äußerst kunstvoll erzählten Geschichte mit ihren verschiedenartigen Motiven, einer reichhaltigen Symbolik und den subtilen Beziehungen ihrer Figuren, immer des Lesers Aufmerksamkeit beanspruchend durch viele Andeutungen und dezente Hinweise. Der von einem Missgeschick ins nächste stolpernde Pnin bringt den Leser oft zum Lachen, beobachtet wird er dabei von einem selbst in die Handlung eingreifenden Ich-Erzähler namens N. – hinter dem sich eindeutig aber nicht Nabokov selbst verbirgt, der sich vielmehr eher als Unheilsbringer erweist im Verlauf der Handlung. Humor mit Tiefgang erwartet den Leser dieses «Jahrhundertromans», wie ihn Marcel Reich-Ranicki überschwänglich bezeichnet hat, eine erfreuliche Lektüre mithin.
Bewertung
1/5
23.03.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Leider etwas enttäuschend
Vorab möchte ich erwähnen, dass mir die Sprache und die präzisen Beschreibungen des Buches sehr gefallen haben. Der Protagonist wird auch sehr gekonnt dargestellt.
ABER:
Das war es dann auch schon... Ich habe beim Lesen weder eine richtige Handlung vorfinden können, noch habe ich mich amüsiert oder konnte irgend etwas Gutes daraus mit nehmen. Das lesen war eher eine Qual und hat keinesfalls Spaß gemacht. Ich möchte Nabokov aber noch mit einem hoffentlich besseren Werk, eine Chance geben.
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