„Lebe so, dass sich deine Freunde langweilen, wenn du gestorben bist.“ Tom PaulsTom Pauls, Kabarettist, Schauspieler und Musiker, gehört zu den unangefochtenen Stars des mitteldeutschen Kabaretts. Hier erzählt er so persönlich wie nie zuvor von seinem Leben als Vollblutsachse und lässt den Leser hautnah teilhaben an den Siegen und Niederlagen des heranwachsenden Künstlers. Tom, der Junge mit den schwarzen Locken, ist Brandstifter, Grabräuber, Schulschwänzer, vor allem aber eine halbe Portion. Doch er hält von Anfang an dagegen: mit Schlagfertigkeit, Witz und der großen Gusche, für die ihn heute sein Publikum liebt. Wie Klamotten, Haare und Gesinnung einen Jugendlichen zum Kriminellen machen, warum es nicht ratsam ist, im Ferienlager an der Ostsee Sächsisch zu sprechen, und was passieren kann, wenn man in einer Leipziger Neubauwohnung mit einem Luftgewehr das Schießen übt – mitreißend und witzig erzählt Tom Pauls Anekdoten und Schoten aus seinem Leben.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
MaWiOr
aus Halle
5/5
24.03.2015
Buch (Gebundene Ausgabe)
Einer seiner Söhne fragte Tom…
Einer seiner Söhne fragte Tom Pauls: „Du erzählst ständig diese Storys von früher. Willst du deine Memoiren schreiben?“ - „Nein, dafür bin ich viel zu jung“, antwortete er. Dann hat sich der sächsische Kabarettist doch hingesetzt und gemeinsam mit Co-Autor Mario Süßenguth seine „fabelhafte Jugend“ in Leipzig aufgeschrieben. In zahlreichen Anekdoten und Episoden erzählt er z.B. von den Jugendsteichen, die er mit seinen Kumpanen Schmerle und Schwimmboot angestellt hat. Auch seine Familie lernen wir kennen, die damals noch an das Land DDR glaubten, während der rebellische Tom nicht den Sozialismus aufbauen wollte, sondern mehr an die Verwirklichung der eigenen Träume dachte. In der Schule schwänzte er mit Vorliebe den UTP-Unterricht, stattdessen stromerte er lieber auf dem historischen Friedhof neben der Russischen Gedächtniskirche herum. In seiner Jugend war Tom Pauls ein Musiknarr und noch heute hängt sein Herz an den alten LPs von Bob Dylan und den anderen Beat-Größen, die er dank lieber und spendabler Westverwandtschaft sein Eigen nannte. Aber eigentlich wollte er mit sechs Jahren schon Mozart beerben. Im Sommer 1974 trampte er mit einem Cousin per Anhalter durch den Osten, bis zum Balaton. Ein Jahr später begann er eine „haarsträubende“ Lehre in der chemischen Industrie. „Eine grässlichere Hölle hätte sich der Allmächtige“ für den Träumer Tom nicht ausdenken können. Danach musste Pauls den „Dienst an der Waffe“ leisten, ehe er von 1979 bis 1983 ein Schauspielstudium an der Theaterhochschule Leipzig absolvierte. Tom Pauls plaudert in kurzen, chronologischen Kapiteln über seine Kindheit und Jugend und beleuchtet dabei auch den DDR-Alltag. Dass der Plauderton sehr humorvoll (mitunter auch nachdenklich) ist, versteht sich wohl bei einem Kabarettisten. Komplettiert wird diese „flunkerhafte“ Biografie durch einige private Erinnerungsfotos des Künstlers. Sehr empfehlenswert - nicht nur für Tom-Pauls-Fans.
Bewertung
aus Lichtenstein
5/5
28.10.2018
Buch (Taschenbuch)
Früh übt sich...
In gewohnt amüsanter, exzellenter und humorvoll-spritziger Weise erzählt der bekannte Dresdner Schauspieler, gebürtig aus Leipzig, Anekdoten aus seiner behüteten Kindheit und bewegten Jugend.
Man kann sich heute kaum mehr vorstellen, welches Früchtchen er damals war, obwohl ihm der augenscheinliche Schalk schon immer aus den Augen sah. Beweisfotos sind anbei.
Es gibt auch durchaus nachdenkliche, sehr ernste Momente, die Armee- und Lehrzeit im Osten zum Beispiel. Das war gar nicht witzig. An manches kann ich mich auch noch erinnern und fühlte mich in meine jungen Jahre zurückversetzt, herrlich.
Dieses so gelungene Buch ist geeignet, trübe Stunden freundlicher zu machen und einen verregneten Herbsttag wie den heutigen in einen gemütlichen, vergnüglichen und unterhaltsamen Lesetag zu verwandeln.
Bravo und weiter so!
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