Papst Franziskus gegen den Mythos des Sisyphos? Kapitalismuskritik im päpstlichen Lehrschreiben >Evangelii Gaudium< und Lebensperspektive des Menschen aus Camus >Der Mythos des Sisyphos<
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Ja
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
04.08.2014
Verlag
Consultoo GmbHSeitenzahl
148 (Printausgabe)
Dateigröße
216 KB
Sprache
Deutsch
EAN
9783938846544
Die Reaktionen der Gegner sind harsch: Wochenlanger Aufruhr und auch massive Kritik an einem Kommunisten Franziskus, insbesondere von Seiten der Wirtschaft und aus konservativen Kreisen. Weshalb reagieren Vertreter der westlichen Medien und des Kapitalismus mit solch harschen Äußerungen? Könnte es also an dem Missverständnis liegen, dass jeder mögliche Anschein von gemeinschaftsschädigenden Auswirkungen kapitalistischer Systeme vermieden werden soll, in der Folge systemzersetzend sein könnte und daher Kritiker des Kapitalismus seitens der Verteidiger dieses Systems bekämpft werden müssen? Oder liegt es doch, tiefer liegend, an einem Missverständnis einer Art Haltungsethik oder ideologisierten Ethik des Menschen in kapitalistischen Systemen, die als Allgemeingut propagiert und als von vielen Menschen selbstverständlich erachtet und unhinterfragt übernommen wird?
Franziskus Aussagen in seinem Lehrschreiben gehen nicht gegen dieses oder jenes Detail einer falschen Ausprägung in dem ein oder anderen Land vor, sondern gegen jene Lebensperspektiven, die aus der vorherrschenden Haltungsethik entstehen, die die Grundlagen eines Wirtschaftssystems unterstützen, das auf Ausbeutung der meisten Menschen, auf Konsumgier und eine Sinnlosigkeit menschlicher Lebensperspektiven bei scheinbar individueller Freiheit des Einzelnen setzt. Dies wäre dann die ostentative Kritik des neuen Papstes Franziskus: Nicht an einem Kapitalismus, sondern an einer Haltungsethik, die im Laufe der Kapitalismusgeschichte von diesem übernommen wurde und von den meisten Menschen unkritisch und als Selbstverständlichkeit angesehen wird. Oder verstehen wir den Papst etwa falsch?
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