»Der Kafka der Generation Facebook« DER SPIEGEL Paul, 25, lebt als Schriftsteller im New Yorker Stadtteil Williamsburg, und sein Leben dreht sich im Kreis. Phasen, in denen er nichts anderes tut, als seine Internetpräsenz in Endlosschleife zu aktualisieren, wechseln sich mit exzessiven Liebesabenteuern und Drogenexperimenten ab. Im Dauerrausch der Existenz treibt er nach Taipeh, zu den Wurzeln seiner Familie, und in die Arme von Erin, mit der er die vielleicht ungewöhnlichste Liebesbeziehung der Literaturgeschichte eingeht. Pauls Odyssee ist ein Irrweg zu sich selbst, die beispielhafte Suche eines hochmodernen Menschen nach Wahrheit und Aufrichtigkeit, von der Tao Lin mit buddhistischer Ruhe und Konzentration erzählt. In seinem faszinierenden autobiografischen Roman, mit dem er in den USA zum gefeierten Literaturstar wurde, fängt er die vage Angst, den Verdruss und die Liebesunfähigkeit einer Generation ein, die die Welt hauptsächlich gefiltert durch soziale Netzwerke und leistungssteigernde Medikamente wahrnimmt. Wie nebenbei entstehen so Einsichten von existenzieller Wucht und ergreifender Tiefe.
Kundinnen und Kunden meinen
0.0/5.0
0 Bewertungen
Verfassen Sie die erste Bewertung zu diesem Artikel
Taipeh handelt von Paul, einem sehr mediengewandten jungen Schriftsteller aus Brooklyn, und nachdem ich mich über den Schriftsteller Tao Lin, ein bisschen schlau gemacht habe, kann ich sagen, dass er Paul wahrscheinlich ein bisschen ähnelt. Oder ähnelt Paul, Tao Lin? Das lasse ich jetzt einfach mal so dahingestellt. Paul hat eine neue Freundin und mit dieser verbringt er seine Zeit auf Partys, vor dem Macbook und meistens sind die beiden dabei high. Sie schlucken Medikamente und Drogen, wie andere Wasser trinken und so schweben sie eher passiv und leer durch die ganze Handlung.
Tao Lin schein so etwas wie ein Günstling der hiesigen und auch der amerikanischen Literatur- und Medienszene zu sein, und so hochgefeiert wie er wird, konnte ich ja gar nicht anders, als sein erstes auf Deutsch erschienenes Werk zu lesen. Kritiker die diesem Werk nun Langeweile und fehlenden Inhalt vorwerfen, kann ich eigentlich nichts entgegenbringen. Ja es ist langweilig, weil der Text äußerst monoton ist, (=im Klappentext heißt es, er erzählt mit buddhistischer Ruhe und Konzentration und dieser Vergleich ist gar nicht so weit hergeholt, wie ich finde) und der Fokus eben nicht auf dem Inhalt liegt. Klassische Elemente fehlen, es gibt keinen nennenswerten Plot, keinen Spannungsbogen und die Figuren machen keine dramatische Entwicklung durch, aber gerade in dieser akzentlosen und unaufgeregten Erzählung liegt eine Schönheit zu Grunde, die man erst erfährt, wenn man jenen Text aufmerksam liest. Ein dermaßen großes und breites Spektrum an Ausdruck und Assoziationen ist mir bisher noch nicht untergekommen und die wirklich langen und intelligenten Sätze, lassen mein literarisches Herz höher schlagen. An dieser Stelle auch ein Chapeau an den Übersetzer. Die schnell wechselnden Gedanken Pauls, und die Wiederholungen sind hier omnipräsent. Ständig hatte ich das Gefühl mich in Pauls Kopf zu befinden und seine Gedanken selbst zu hören, und dass obwohl ich mich überhaupt nicht mit ihm identifizieren kann. Der Romancier hat es dennoch geschafft, mich in Pauls Leben hineinversetzen zu können.
In der New York Times erschien von Dwight Garner eine Rezension über Taipeh von Tao Lin, die ich mit Vergnügen gelesen habe und in dieser resümierte er darüber, dass er dieses Kunstwerk zugleich liebt und hasst. Dem kann ich folglich nicht mehr viel hinzufügen, auch wenn er und ich uns damit ein bisschen aus der Affäre ziehen, Taipeh anständig zu bewerten.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.