Winter 1920, irgendwo in den bayerischen Alpen, kurz vor dem Nikolaustag: Durch den knietiefen Schnee kommt das Böse in das Tal hinabgestiegen. »Der Teufel war’s«, erzählt man sich später über den Unbekannten, der 25 Bauersleute ermordete und dabei keine Gnade kannte. Im Jahr 2005 machen sich zwei Journalisten auf, das Rätsel um die Blutnacht von Wolfsham endgültig zu lüften. Mithilfe archivierter Zeugenaussagen – voll von Geschichten über Raunächte, Aberglauben und den Teufel – versuchen sie, die Fragmente Stück für Stück zusammenzufügen. Doch nur die 95-jährige Maria Stadler vermag ihre offenen Fragen womöglich noch zu beantworten. Aber die gibt nur äußerst widerwillig Auskunft ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Thrillertante
5/5
03.02.2021
SPECIAL (Taschenbuch)
Blutwinter
Im Jahr 1920 ,kurz vorm Nikolaustag, geschehen in einem kleinen bayerischen Dorf mehrere fürchterliche Morde. In nur einer Nacht werden 25 Menschenleben ausgelöscht. Im Jahr 2005 machen sich zwei Journalisten auf eine Überlebende, Maria Stadler, 95 Jahre alt, zu besuchen um sie zu dem damaligen Geschehen zu befragen. Die alte Frau gibt anfangs nur widerwillig Auskunft..
Das Buch beginnt damit, dass die Journalisten Maria Stadler alte Dokumente zu dem Fall mitgebracht haben. Einer dieser Journalisten liest der alten Dame die damaligen Zeugenaussagen vor, in der Hoffnung ihrem Gedächtnis etwas auf die Sprünge zu helfen und genau da bezieht Markus Flexeder die Leser in die Aufklärung und die Suche nach dem oder den Tätern mit ein.
Man liest diese Aussagen, macht sich vielleicht mit der Zeit selber Notizen um die Aussagen miteinander zu vergleichen und findet nichts - keine Abweichung, alles schlüssig. Man kann sich überhaupt nicht erklären warum diese schrecklichen Morde damals geschehen sind. Die Menschen in dem Dorf sind/waren allesamt rechtschaffende und hart arbeitende Leute, jeder kannte jeden. Oder etwa doch nicht?
Maria Stadler. Dem Leser fällt sehr schnell auf, dass sie ein Geheimnis bewahrt. Nur welches? Frau Stadler war damals 10 Jahre alt und wie lange kann ein Kind in diesem Alter Geheimnisse für sich behalten? Ich glaubte, genau so wenig wie die Journalisten, an das abergläubische Geschwätz in den Zeugenaussagen. Es gibt keine Hexen und Werwölfe und der Teufel in Person wird`s auch nicht gewesen sein. Oder doch?
Der Autor beschreibt die damalige Zeit sehr gut und man kann sich auch bildhaft vorstellen, wie einfache Bauern damals gelebt haben, an was sie geglaubt und wie sie gearbeitet haben. Das hat mich sehr fasziniert und so hatte ich eine hochinteressante und sehr spannende Lesezeit.
Ich hätte dieses Buch gewiss nicht entdeckt, hätte der Verlag mich nicht darauf hingewiesen. Vielen Dank dafür!
Der Autor liefert auf knapp 200 Seiten eine hochspannenden und interessanten Krimi ab, der den Leser schnell ins Buch zieht und zum Nachdenken anregt. Beweggründe, die heute als banal erscheinen und damals mehr als schändlich waren.
Krimileser, die sich für die Zeit um 1920 interessieren, den Fall Hinterkaifeck vielleicht kennen, lege ich diesen Krimi besonders ans Herz! Auch allen anderen, die gerne "ermitteln" sei "Blutwinter" wärmstens empfohlen. Man wird es nicht bereuen!
Bewertung
aus Zwickau
5/5
03.02.2021
SPECIAL (Taschenbuch)
Ein Krimi durch und durch
Blutwinter: der Name ist Programm!
Auch das Cover spricht für sich.
Ich mag Krimis, die das Gedankenkarussell anregen, spannend sind und auf den ersten Blick eigentlich unlösbar und dann doch eine logische Aufklärung haben. Deshalb bin ich auch Fan von Sherlock Holmes und Co... Blutwinter hat den Kopf auf den Nagel getroffen!
Auch atmosphärisch dicht!
Trotz Lektüre im Juni konnte ich den Winter fühlen, die Kälte, den Schnee und ich wurde rasch in die Geschichte gezogen!
Für Krimifans ein absolutes Muss!
Bewertung
5/5
20.09.2020
SPECIAL (Taschenbuch)
Düster, atmosphärisch dicht und unglaublich spannend!
In einer kalten Winternacht des Jahres 1920 werden in einem kleinen bayerischen Dorf 25 Menschen ermordet. Der Fall bleibt ungeklärt. Gut 80 Jahre später machen sich zwei Journalisten auf, Licht ins Dunkel zu bringen. Sie haben die Untersuchungsunterlagen, einschließlich der Zeugenaussagen von damals dabei. Vom "Bösen" schlechthin ist die Rede, von Aberglauben und Teufel wurde gesprochen. Es gibt eine letzte lebende Zeugin, die damals zehn Jahre alt war und jetzt nur sehr widerwillig Auskunft gibt. Stück für Stück und Moment für Moment erschließt sich dem Leser das Geschehen von damals... Ein Kriminalroman der Extraklasse!
Bewertung
4/5
06.11.2021
SPECIAL (Taschenbuch)
Ein wirklich toller Thriller,...
Ein wirklich toller Thriller, allerdings erinnert es schon sehr an Tannöd. Aber auch wenn man die Hinterkaifek Morde und Tannöd kennt, das Buch bleibt spannend bis zur letzten Seite, ein absolutes Highlight!
Bewertung
aus dem Saarland
4/5
21.04.2021
Modernes Antiquariat (Taschenbuch)
Wenn der Schein trügt ...
Rezension:
Trotz meiner Abneigung gegen Krimis zog mich Blutwinter von Markus Flexeder beinahe magnetisch an, was wohl an meiner Affinität zu bayerischen Schauergeschichten liegt. Geschichten wie z. B. die um Tannöd, faszinieren mich, da mich die Mundart, die in solchen Storys von den Charakteren meist gesprochen wird, sehr an meine Heimat erinnert, und die Geschichten dadurch noch realistischer werden.
Und soviel sei gesagt: Blutwinter hat mich keinesfalls enttäuscht, und ist genau so aufgebaut, damit eine herrlich düstere Stimmung aufkommt. Das Buch wurde in zwei Abschnitte unterteilt, nämlich Dunkel und Licht, wobei sich der erste Abschnitt mit dem Zusammentragen der Fakten und der zweite Teil mit der Aufklärung des Falls beschäftigt ja, der Fall wird gelöst.
Die beiden Journalisten Lallinger und Aumüller besuchen die 95-jährige Maria Stadler im Heim, da sie die einzige ist, die zum Zeitpunkt der Blutnacht im kleinen Dorf Wolfsham wohnte, und noch lebt. So beginnen die Journalisten, der alten Frau die komplette Akte mit den Zeugenvernehmungen vorzulesen, um ihre Erinnerungen aufzufrischen, und der Leser begibt sich mit ihr gedanklich in die damalige Nacht.
Die Zeugenvernehmungen sind alle aus Sicht des jeweils Befragten, spiegeln sehr gut das damalige Gedankengut einfacher Leute, für die Brauchtum und Aberglaube eine große Rolle spielten wider. Die Zeugenerzählungen sind in niederbayerischer Mundart geschrieben, dürften aber auch von Nicht-Bayern gut verstanden werden. Nach und nach nimmt die Vergangenheit Gestalt an, bekommt Kontur, füllt sich mit Farbe, bis man schließlich vor dem grauenvollen Ausmaß steht: Mehrere Familien abgeschlachtet vom Kleinkind bis zum Greis vollkommen ausgelöscht.
Was den Fall besonders mysteriös macht ist, dass die Familien offenbar nach einem bestimmten Schema ausgesucht wurden, welchem die Journalisten auf die Spur kommen wollen. Während Maria, die damals noch ein Kind war, zunächst stur schweigt, rückt sie später widerwillig mit der Sprache heraus, und was sich offenbart, setzt dem Massaker die Krone der Grausamkeit auf.
Für Krimileser, die gerne Schritt für Schritt mitermitteln, ist dieses Buch bestens geeignet, aber auch für Freunde des Makaberen.
Fazit:
Eine Ermittlung, die hinter die Fassade des heilen bayerischen Dorflebens blicken lässt.
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