Nur im Fall meines Todes zu öffnen, steht auf dem Brief, den Cecilias Mann an sie geschrieben hat. Ihr Mann ist nicht tot. Doch was hat er ihr zu sagen? Als sie John-Paul auf den Brief anspricht, verstrickt er sich in Lügen. Ein Grund mehr, den Brief zu lesen. Was sie darin erfährt, lässt ihr bisheriges Leben in einem ganz anderen Licht erscheinen. Wie gut kennt sie ihren Mann eigentlich? Und wie weit darf man gehen, um seine Familie zu schützen? --- Der Verlag weist darauf hin, dass dieser Roman 2013 unter dem Titel "Die Wahrheit eines Augenblicks" bereits als Paperback erschienen ist.
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Ich gestehe, anfangs war ich…
Isabel (engi) aus Bietigheim-Bissingen am 01.03.2024
Bewertungsnummer: 3008344
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ich gestehe, anfangs war ich etwas verwirrt. Die Geschichte dreht sich erst um Cecilia und ihre Familie, die ja schon im Klappentext erwähnt werden. So weit so gut. Doch dann kommen Tess und Will und im nächsten Abschnitt noch Rachel und ihre Familie mit ins Spiel und man fragt sich als Leser schon, wie diese vielen Namen und Verwandtschafts- oder Freundschaftsverhältnisse zusammenpassen sollen. Ich hatte sogar schon angefangen, mir ein kleines Namensgerüst zu bauen und aufzuschreiben. Doch wie sich bald rausstellt, ist das alles unnötig, denn schnell beginnen die Puzzlesteinchen sich ineinander zu fügen und dann liest Cecilia den Brief! Puh, das war harter Tobak und damit hätte ich nicht gerechnet. Mein Herz begann sogar schneller zu schlagen und unweigerlich fragte ich mich, wie es mir wohl mit so einer Nachricht ergehen würde, wie lebt man damit weiter? Und nun, liebe Lesefreunde, höre ich auf und verrate nix mehr, denn ich will euch die Spannung nicht nehmen. Liane Moriarty hat mit „Das Geheimnis meines Mannes/Die Wahrheit des Augenblicks“ jedenfalls einen Roman erschaffen, den ich spätestens ab der Brieföffnung nicht mehr aus den Händen legen konnte. Sehr glaubwürdig und vor allem sehr menschlich schildert die Autorin das Leben der drei genannten Familien, die immer wieder Berührungspunkte haben. Ich fühlte mich live dabei und bin dennoch froh, dass ich nicht tauschen muss. Für mich schrappt das Buch mit 4,5 Sternen wirklich nur ganz knapp an der Bestnote vorbei und zudem gibt es von mir eine absolute Leseempfehlung. Lasst euch von den ersten Seiten nicht entmutigen, die Belohnung fürs Durchhalten kommt schneller als ihr denkt!
Welche Geheimnisse blieben besser geheim?
peedee am 17.10.2022
Bewertungsnummer: 1807390
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Cecilia ist stets perfekt organisiert – sie managt Familie, Haushalt, engagiert sich in der Schule ihrer Kinder und ist begeisterte Tupperware-Beraterin. Als sie auf dem Speicher zufällig einen alten Brief findet, der von ihrem Mann mit „nur im Falle meines Todes zu öffnen“ beschriftet ist, fragt sie sich, was das zu bedeuten hat. Als sie ihren Mann darauf anspricht, verstrickt er sich in Lügen und bittet inständig darum, ihn nicht zu öffnen. Was verschweigt er ihr?
Erster Eindruck: Das Cover mit der explodierenden Blume gefällt mir – wirkt dynamisch.
Die Geschichte wird in der Gegenwart und in diversen Rückblenden erzählt, und zwar aus verschiedenen Blickwinkeln. Hauptsächlich geht es um drei Frauen: Cecilia, die mit ihrem Mann und den Kindern in Sydney wohnt; Tess, die aufgrund einer familiären Krise kurzfristig mit ihrem kleinen Sohn bei ihrer Mutter in Sydney untergeschlüpft ist; Rachel, die als Schulsekretärin arbeitet, verwitwet ist und deren Tochter Janie vor 28 Jahren ermordet wurde. Was ist nun der gemeinsame Nenner dieser drei Frauen? Die Schule St. Angela, wo Cecilias Kinder und neu auch Tess‘ Sohn unterrichtet werden und Rachel arbeitet.
Cecilia kam mir so vor, als würde sie sich konstant im roten Drehzahlbereich befinden: Als ich ihre To-do-List sah, war ich allein vom Lesen erschöpft! Ihre drei Töchter sind sehr unterschiedlich und ihr Mann John-Paul hat mir grosse Rätsel aufgegeben. Tess hat eine besondere Verbindung zu ihrer Cousine Felicity, deren Mütter Zwillingsschwestern sind – sie selbst sind auch fast wie Schwestern aufgewachsen. Zusammen mit Tess‘ Mann Will haben sie eine Werbeagentur gegründet. Rachel tat mir unendlich leid – wie das Leben nach so einem Schicksalsschlag weitergehen kann (und muss), ist unvorstellbar. Und ich hatte auch das Gefühl von Beklemmung, die andere Personen gegenüber Rachel empfanden, denn wenn sie sich über irgendeine Nichtigkeit beklagten, hatten sie ein schlechtes Gewissen, da dieses „Problem“ effektiv nichts im Vergleich zu einer ermordeten Tochter war.
Als Cecilia ihrem Mann John-Paul, der auf Geschäftsreise war, auf den gefundenen Brief anspricht, reagiert er sehr merkwürdig. Den Brief habe er am Tag der Geburt der ältesten Tochter geschrieben und der Inhalt sei ihm nun peinlich. Er habe den Brief gesucht, aber nicht mehr gefunden. Tags darauf ist John-Paul von der Geschäftsreise zurück – er hat sie kurzerhand abgebrochen. Wieso? Er verheddert sich in Ausflüchten. Cecilia öffnet den Brief…
Dies war für mich das dritte Buch von Liane Moriarty nach „Neun Fremde“ und „Eine perfekte Familie“, welche ich beide mit 5 Sternen bewertete. Das vorliegende Buch war – wie die beiden vorhergenannten – wieder ganz eigen. Durch die Erzählung aus verschiedenen Blickwinkeln war es sehr lebendig, aber auch anspruchsvoll. Der Epilog gab mir nochmals Stoff zum Nachdenken – was wäre, wenn…? Und welche Geheimnisse blieben wohl besser für immer geheim? Von mir gibt es erneut 5 Sterne.
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