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Gebete für die Vermissten Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

17.09.2014

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

228

Maße (L/B/H)

2,6/12,8/20,4 cm

Gewicht

364 g

Auflage

2

Originaltitel

Prayers for the Stolen

Übersetzt von

Nicolai Schweder-Schreiner

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-42452-0

Beschreibung

Rezension

»Es ist dieser ungewöhnliche, klare, pure Blick auf die Welt, der Gebete für die Vermissten besonders macht.« ("Brigitte")
» ... trocken, geradeheraus, aber von Lebendigkeit, Wärme und Witz durchleuchtet, wie man sie in solcher Finsternis nicht suchen würde.« ("Neue Zürcher Zeitung")
»Ein herzzerreißender Roman, messerscharf beobachtet.« ("The Guardian")
»Eine mitreißende, zutiefst berührende Hymne auf die weibliche Widerstandskraft ihrer weiblichen Hauptfiguren, auf Mitgefühl, Loyalität und Freundschaft.« ("The New York Times")
»Clement hat das beste Buch geschrieben, das ich 2014 gelesen habe.
»Bei den meisten Büchern ist entweder die Geschichte toll oder die Sprache – selten, dass beides überragend ist. Das hier ist so ein Buch.« ("SWR")
»Jennifer Clements Roman scheint selbst ein Akt des Widerstands zu sein, in einem Land, in dem sich weder Justiz noch Polizei noch Politik um das Problem der entführten Frauen kümmern.« ("WDR 5")
»Ein Roman, der mit plastischer, zuweilen aber auch poetischer Sprachwucht in den inneren Krieg eingreift, der Mexiko momentan zu zerreißen droht.« ("SPIEGEL ONLINE")
»Jennifer Clements Roman rührt zu Tränen und steckt zugleich voller Hoffnung. Kein Roman für ›Heile-Welt-Leser‹, aber deshalb umso wichtiger.« ("BÜCHERmagazin")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

17.09.2014

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

228

Maße (L/B/H)

2,6/12,8/20,4 cm

Gewicht

364 g

Auflage

2

Originaltitel

Prayers for the Stolen

Übersetzt von

Nicolai Schweder-Schreiner

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-42452-0

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
Deutschland
Email: verkauf@suhrkamp.de
Url: www.suhrkamp.de
Telephone: +49 30 7407440
Fax: +49 30 740744199

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  • Edith Berger

    aus Graz

    5/5

    02.10.2014

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    sehr bitter, sehr hart

    "Jetzt machen wir dich hässlich, sagte meine Mutter. Sie pfiff durch die Zähne. Ihr Mund war so nah, dass ich die Spucke im Nacken spürte. Sie roch nach Bier. Im Spiegel sah ich, wie sie mir mit dem Stück Kohle übers Gesicht fuhr. Das Leben ist böse, flüsterte sie. Meine erste Erinnerung ist, wie meine Mutter mir einen alten gesprungenen Spiegel vors Gesicht hielt. Da muss ich ungefähr fünf gewesen sein. Weil er gesprungen war, sah mein Gesicht so aus, als wäre es in der Mitte durchgebrochen. In Mexiko ist es das Beste, ein hässliches Mädchen zu sein. ....Wäre ich ein Mädchen, würde man mich stehlen. Die Drogendealer mussten nur hören, dass irgendwo ein hübsches Mädchen rumlief, schon kamen sie in ihren schwarzen Escalades angerauscht und nahmen es mit." Ladydi wächst bei ihrer alleinerziehenden Mutter in einem kleinen mexikanischen Bergdorf auf. Ein Dorf in dem nur mehr Frauen mit ihren Kindern leben. Die Männer sind auf der Suche nach Arbeit in die Stadt oder ins Ausland geflüchtet. Einige Männer schicken am Anfang noch Geld. Umgeben von Mais- und Mohnfeldern, nur auf sich gestellt, versuchen die Frauen mit ihren Kindern zu überleben. Drogenbarone kontrollieren und beherrschen das Land. Das Leben der Frauen und Mädchen zählt genau gar nichts. Es ist ein hartes, bitteres, karges Leben. Die ständige Gefahr durch die Drogen und Mädchenhändler zermürbt viele Frauen. Der Alkohol verspricht erst Trost, dann Vergessen. Ladydis Mutter ist längst daran zerbrochen. Als Ladydis Freundin Paula verschleppt wird, wird einmal mehr offensichtich, wiesehr diese verzweifelten Mädchen und Frauen in der Falle sitzen. Ausgeliefert- männlicher Willkür und Machtdemonstrationen. "Gebete für die Vermissten" von Jennifer Clement ist Leselektüre die unter die Haut geht. Hart und bitter. Macht wütend

  • POR

    4/5

    26.09.2014

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Skorpione

    Mexiko – Hitze, Armut und Drogen. Auf diesen Nenner kann man die Geschichte in kurzen Worten zusammenfassen. Mädchen erhalten keine Schulausbildung, da sie ansonsten sofort entführt werden, daher müssen sie ihr Leben verkleidet als Jungen beginnen. Informationen erhalten die Bewohner des Dorfes über Satellitenfernsehen und sporadisch durch Lehrbeauftragte in der kleinen Schule. Die Männer haben den Ort schon lange verlassen. Manche schicken noch Jahre lang Geld zum Unterhalt der Kinder, andere finden eine neue Familie in Amerika oder Acapulco. Schon der Name der Hauptperson zeigt, dass die Mütter Hoffnung haben ihre Kinder könnten dem Elend entfliehen. Ladydi ein königlicher Name der das Mädchen aus der Armut in die Arme des Prinzen überführen soll. Tatsächlich führt sie ihr Schicksal ins Gefängnis. Bei Antritt ihres Babysitterjobs wird sie unbewusst Zeugin eines Drogenmordes und als Mittäterin inhaftiert. Im Gefängnis entsteht eine gewisse Vertrautheit mit ihren Mitgefangenen, aber letztlich bleibt sie auch hier allein. Eine trostlose Geschichte, die Jennifer Clement hier niedergeschrieben hat. Die Lebensplanung der Jugendlichen beschränkt sich auf Drogendeals oder Prostitution für Drogendealer. Kaum jemand hat eine Möglichkeit dem Milieu zu entkommen. Die Grenzen sind durch die Geburt festgelegt – nur wer es wagt über die (Landes)Grenzen zu fliehen kann entkommen.

  • Bewertung

    aus Wien

    5/5

    14.01.2022

    Buch (Taschenbuch)

    SEHR GUT

    Ich liebe dieses Buch, so gut geschrieben! Auf jeden Fall Lesenswert!

  • Bewertung

    4/5

    07.03.2022

    Buch (Taschenbuch)

    Was du über Mexiko nicht weißt, wenn du in Acapulco am Strand liegst

    Dieses Buch vertreibt Fernweh und zwar nicht auf die romantische Art und Weise, bei der man sich an exotische Orte in exotische Geschichten träumt. Sondern auf die Art und Weise, die zwingt, hinzusehen. Dort hinzusehen, wo es weh tut: in die Leben von mexikanischen Mädchen und Frauen. Der Roman basiert auf Interviews die Jennifer Clement mit vom Drogenkrieg betroffenen Frauen und Mädchen führte: „jemand hat ein Netz über dieses Land geworfen und wir sind hineingefallen.“ Keine Verschnaufpause für die Leserin, kein Schutz, kein Ort nirgends für die Protagonistin. Das Buch ist gut und wichtig, aber schwer zu greifen: die ich-Erzählerin bleibt undeutlich. Ihre Gefühle sind Schatten auf den Seiten, vielleicht weil man nicht darüber sprechen kann, was passiert. Das Buch erzählt und erzählt, aber ohne dass der Funke überspringt. Man ist bewegt von der Brutalität und der Angst, aber nicht wirklich. Ich werde das Gefühl nicht los, dass dieses Buch durch seinen Stil an Kraft verliert. Und dann aber auch wieder nicht. Gebete für die Vermissten ist eine Warnung: wenn du in Acapulco auf deiner Hotelliege lümmelst und jemand reicht dir ein Getränk mit Schirmchen, dann vergiss nicht, was in deinem Rücken, einige Kilometer vor der Stadt, auf dem mit Blut und Milch besprenkelten Highway, passiert

  • Bewertung

    4/5

    16.03.2016

    Buch (Taschenbuch)

    Eine literarische Betrachtung...

    Eine literarische Betrachtung der Situation als Mädchen in manchen Teilen Mexikos. Eine spannende Tochter von Mutter und Tochter die sich durchschlagen. Spannend und informativ.

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Bewertungen (5)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Gregor Schwarzenbrunner

    Gregor Schwarzenbrunner

    Thalia Zentrale

    Buchhändler*in

    5/5

    22.10.2015

    eBook (ePUB)

    Entührte Töchter und verschwundene Männer

    Ladydi Gonzales wächst in den mexikanischen Bergen auf, dort wo fast nur noch Frauen in einer matriarchalischen Gesellschaft zusammenleben. Die Männer sind entweder nach Amerika ausgewandert, wo sie ihre Familien nach und nach vergessen haben, oder sind irgendwo in einem brutalten Drogenbandenkrieg ums Leben gekommen. Ladydis Vater ist nach Amerika gegangen und hat dort anscheinend eine neue Familie gegründet. Ihre Mutter hat mit der eigentümlichen Namensgebung ihres Kindes, keineswegs ihre eigene Sehnsucht nach einem vermeidlichen prinzessinenhaften Leben kundgetan, sondern wollte damit ein Statement für all die von Männern verlassenen Frauen setzen. Zur deren eigenen Sicherheit wachsen die Mädchen allerdings als Jungen auf. Das Geschlecht wird so lange wie möglich verborgen gehalten, damit wenn die großen, schwarzen Autos der Drogenbarone kommen, die Mädchen nicht als solches erkannt werden. Clement hat für ihren deutschen Debütroman „Gebete für die Vermissten“ 10 Jahre lang in Mexico recherchiert und hat Hunderte von Interviews mit Mädchen und Frauen geführt. Dieses immense Hintergrundwissen, dass sie dabei angehäuft haben muss, rückt allerdings nicht in den Vordergrund. Die grandiose Schriftstellerin schafft es, jenes einfach ganz beiläufig im Hintergrund zu halten und was dem geneigten Leser nun vielleicht ein wenig verwundert ist, dass sie es vollbringt die Bestürzung und die Fassungslosigkeit darüber nur ansatzweise durchscheinen zu lassen und dadurch Ladydi einen realitätsnahen Touch verleiht, aus deren Perspektive diese Geschichte nunmal erzählt ist. Die Fabulierkunst ist ihr wohl in die Wiege gelegt worden. Denn diese poetische Sprachintensität, mit der Clement die Erzählung aufgreift und auch dadurch die brutale, mexikanische Gesellschaft porträtiert, fesselt beim Lesen, sodass man gar nicht mehr aufhören möchte. „Gebete für die Vermissten“ ist aber mehr als nur ein rotziger Pubertätsroman, so wie eine deutsche Tageszeitung schmählich behauptet hat. Es ist ein beeindruckendes Buch, hinter dem eine gehörige Portion Realität steckt, und bei dessen Lektüre einem der Schrecken in die Glieder fährt. Die Schriftstellerin Jennifer Clement, die laut Verlagsseite in New York und in Paris Literaturwissenschaft studierte, hat auf alle Fälle mein Interesse geweckt. Ich bin schon sehr gespannt was sie noch in petto hat.

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