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Wider den Gehorsam

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

14.08.2014

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

104

Maße (L/B/H)

17,2/11,3/1,2 cm

Gewicht

113 g

Farbe

Apricot

Auflage

14. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-608-94891-2

Warnhinweis

nicht erforderlich.

Beschreibung

Rezension

»Keiner von Gruens Kollegen hat die Psychoanalyse derart konsequent und grundsätzlich zur Zivilisationskritik weiterentwickelt. Die psychosozialen Motive der DDR-Revolution z.B. ließen sich mit seiner Grundsatzkritik unserer Werte ziemlich schlüssig erklären - und ebenso das Zögern im Westen, das Herrschafts- und Kontrollinteresse hinter unseren Wertvorstellungen zu thematisieren.« Eike Gebhardt, Deutschlandradio Kultur, 7.11.2014 ("DeutschlandRadio Kultur")
»Wir nehmen gar nicht mehr wahr, dass wir Sklaven des Gehorsams sind, weil die Strukturen so allgegenwärtig sind. Zeit aufzuwachen, findet Gruen und hält uns im Folgenden gnadenlos den Spiegel des Systems vor. Die Analyse ist so treffend und erschreckend klar, dass man aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr herauskommt.« Christina Kestel, Harvard Businee Magazine, September 2014 ("Harvard Business Magazine")

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

14.08.2014

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

104

Maße (L/B/H)

17,2/11,3/1,2 cm

Gewicht

113 g

Farbe

Apricot

Auflage

14. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-608-94891-2

Herstelleradresse

Klett-Cotta Verlag
Rotebühlstr. 77
70178 Stuttgart
DE

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  • Bewertung

    aus Düsseldorf

    5/5

    31.01.2022

    Buch (Taschenbuch)

    Präzise

    Mochte diesen Text sehr. Sehr gut und schnell zu lesen ohne große Ausschweifungen, damit man wirklich den Kern seiner Überlegungen erkennt.

  • Bewertung

    aus Niederglatt ZH

    5/5

    18.01.2020

    Buch (Taschenbuch)

    Objekt - Subjekt -> Introjekt

    Jahrtausendelang wird in dualen Begriffspaaren (Objekt, Subjekt) gedacht und gelehrt, aber erlebt wird etwas anderes: das Introjekt, die Prägung. Dieser Begriff stammt anscheinend von Gruen. Wenn jemand anderes ein angelegtes Introjekt zu nutzen oder zu gebrauchen weiss, dann wird es für die Person, deren Introjekte gebraucht werden, gelinde gesagt schwierig: Gehorsam ohne Reflektion. Sehr überzeugend. Natürlich bringt Gruen als Exberliner Extrembeispiele mit einem Panzergeneral, aber das Licht geht auf mit dem Begriff des Introjekts. Grossartig.

  • Bewertung

    5/5

    27.01.2016

    Buch (Taschenbuch)

    Ein Aufruf gegen den Gehorsam aufzubegehren - da er zu Unmündigkeit, Entmenschlichung, Gewalt und soziale Kälte führt

    Ausgehend von einer Geschichte eines Mädchens, das sich selbst tötete, nachdem ihre Eltern ihr einen ›Denkzettel‹ verpassen wollten (sie verbrachte die Nacht mit einem Mann, was ihren Eltern missfiel), indem sie ihr als Strafe anwiesen, ein Grab zu schaufeln und schlussendlich ihren Hund erschiessen sollte (sie erschoss stattdessen sich selbst), kommt Arno Gruen zu folgendem Schluss: »Treibstoff dieses Familiendramas ist der Gehorsam, der durch das elterliche Diktat ausgedrückt und weitergegeben wird: Ich bestrafe dich nur, weil es zu deinem Besten ist.« (S. 66) Alle Versuche, diesen Grundsatz durch liberale Erziehungsformen entgegenzuwirken, so Gruen, könnten nur misslingen - wenn sie nicht seinen tiefsten Kern erkennen würden. Dieser bestehe durch aus der inneren Entfremdung, die schon mit der Geburt beginnen könne. Der Mensch bleibe in diesen Vorgängen gefesselt und gefangen. Patienten, die zur Psychotherapie gingen, suchten verzweifelt nach einem Ausweg aus dieser Situation. »Sie wurden zu Kranken gemacht, weil in ihnen ein unbewusster Kampf gegen die Entfremdung der eigenen Seele loderte. Ihre innere Rebellion verhindert, dass sie sich ganz anpassen. Das führt dazu, dass sie von anderen als Aussenseiter, als Nestbeschmutzer, sogar als Verräter an der gemeinschaftlichen Sache bezeichnet werden.« (S. 67) Sie wagten, so Gruen weiter, eine Therapie, weil sie Unterstützung suchten und brauchten, um sich nicht als ›krank‹ einstufen zu müssen. »Sie wollen sich auch so fühlen wie jene, die es ›schaffen‹, sich ›richtig‹ zu verhalten - ›erfolgreich‹, ›ohne Angst‹, ›ohne Depression‹, ›ohne Spannung‹.« (S. 67) Auch das sei ein Zeichen der allgemeinen Entfremdung. Im weiteren legt Gruen sein Augenmerk auf die Angepassten, auf die ›Gesunden‹. Auf diejenigen, die erfolgreich im Wettbewerb seien, auf die Herrschenden, die besitzen und erobern würden - »also jene, die scheinbar frei von Angst, Spannung und Leid sind.« (S. 67) Menschen könne man nicht in Kranke und Nichtkranke einteilen, ist Gruen überzeugt. Denn diese Einteilung verleugne das grundsätzliche Problem: das Opfersein. Wir würden die Geschichte solange nicht begreifen, bis wir ›den Fremden in uns‹ nicht erkennen würden. »Die klare Sicht auf diese Umstände ist verstellt, weil wir den Terror und das Leid, denen wir ausgesetzt warn, verleugnen müssen, um überleben zu können. Dieses Ausblenden führt jedoch dazu, dass wir uns selbst nicht als Opfer erkennen und der Gehorsam immer wieder inszeniert und weitergetragen wird. Dabei ist das Perfide am Gehorsam seine eingebaute Sicherung. Gegen ihn zu verstossen bedeutet, mit Schuld überladen zu sein.« (S. 68) Diese Zusammenhänge führen für Gruen zu den Hauptproblemen unserer Zeit. Ob in Gesellschaft, in der Wirtschaft, Krieg, Armut, Erniedrigung, Gewalt, Naturzerstörung, Tierquälerei, uvm., wir können diese Probleme nur lösen, wenn wir ›wider den Gehorsam‹ aufbegehrten. Ich persönlich habe den ›Gehorsam‹ und seine schädigende Wirkung vor allem in der Schule erfahren müssen. Und dies beeinflusst und behindert mich bis heute - was mir Gruen’s Thesen sehr sympathisch machen und ich darin auch einige Wahrheit erkennen kann. »Mut, Herz und offenes Denken sind die Kräfte, die den Gehorsam besiegen.« (S. 89) - und darauf legte Gruen seine Hoffnung für eine bessere Zukunft.

  • fritzcat

    5/5

    30.04.2015

    Buch (Taschenbuch)

    Ursachenanalyse zu Macht- und Besitzgier, Rassismus, Unmündigkeit, Imperialismus

    Was hält dumme, inkompetente, menschenverachtende Mächtige an der Macht, bringt „vernünftige“ Menschen dazu, Gräueltaten zu vollbringen und unannehmbare Befehle auszuführen: der Gehorsam. Gehorsam wird in der Gesellschaft als notwendige Tugend mit wohlwollendem Hintergrund dargestellt, dient aber im Wesentlichen der Unterwerfung und dem Machterhalt. Letzteres wird vom Opfer nicht erkannt, da die Grundstrukturen bereits in frühester Kindheit durch Abhängigkeit von der Existenz erhaltenden Umgebung im gedanklichen Netzwerk installiert werden. In weiterer Folge werden Opfer zu späteren Tätern und Systemerhaltern ohne sich dessen bewusst zu sein. Das Resultat ist eine sich selbst erzeugende kritiklose Herde von freiwilligen Sklaven, die glaubt, individuell und aus Überzeugung zu handeln, in Wirklichkeit aber nur nach Befehlen und Wünschen der Mächtigen sucht, um diese - möglichst in vorauseilendem Gehorsam - zu erfüllen. Aus diesem Blickwinkel betrachtet werden Ursachen und Hintergründe für Macht- und Besitzgier, Diktaturen, Fremdenhass, Rassismus, Unmündigkeit, Imperialismus etc. verständlich und menschliche Verhaltensweisen, auf die man bis jetzt nur mit fassungslosem Kopfschütteln reagiert hatte, plausibel.

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