Produktbild: Johann Holtrop. Abriss der Gesellschaft

Johann Holtrop. Abriss der Gesellschaft Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

16.04.2014

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

342

Maße (L/B/H)

17,7/10,7/2 cm

Gewicht

218 g

Farbe

Royalblau

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-46512-7

Beschreibung

Rezension

»...ein Schlüsselroman über Aufstieg und Fall des früheren Bertelsmann-Vorstandschefs Thomas Middelhoff, eine genauestmögliche Mimikry an die Floskelsprache der Wirtschatfsapparate, eine fundamentale Abrechnung mit dem Kapitalismus als Lebensform am Beispiel seines Spitzenpersonals. Die Wiederkehr des Hasses als Motor des Erzählens.« ("WELT AM SONNTAG")
»Er will etwas Großes. Er ist ein Projekt, ein Werk, eine Kampfansage.« ("DIE ZEIT")
»Eine brillante Machtanalyse. Für mich der Buchpreis-Gewinner des Jahres.«
»Goetz gelingt ein eindrucksvolles Gesellschaftspanorama. Zeitgemäßer kann ein Roman nicht sein.« ("Deutschlandfunk Kultur")
»Ja, das Buch ist wichtig, denn für diese Geschichte braucht es einen wie Rainald Goetz.« ("der Freitag")
»Rainald Goetz ... hat mit Johann Holtrop , das geschrieben, was seit Jahren immer wieder von ihm erhofft, in Andeutungen sogar versprochen und letztlich doch nicht wirklich erwartet worden war: einen großen Roman über das Deutschland der jüngsten Vergangenheit.« ("SPIEGEL ONLINE")

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

16.04.2014

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

342

Maße (L/B/H)

17,7/10,7/2 cm

Gewicht

218 g

Farbe

Royalblau

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-46512-7

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de

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Tief gefallen

Chariklia Agelidou aus München am 17.06.2014

Bewertungsnummer: 847335

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Natürlich ließt man dieses Buch anders, wenn man weiß wer als Vorlage für Holtrop gedient hat, aber das diese Art von Person real existiert sollte einen eher erschrecken. Holtrop steht auch stellvertretend für eine Manager-Generation die von ihrem Ego und ihrer Gier getrieben sind. Unabhängig von der reallen Vorlage erhällt man einen allgemeinen Blick hinter die Kulissen der Finanz-und Geschäftswelt. Am Ende wünscht man sich nur, dass solche Praktiken passé sind. Es hilft stets kritisch zu bleiben und führt idealerweise dazu seinen eigenen Wertekatalog aufzustellen. Nicht ganz einfach zu merken sind die verschiedenen Namen, Unternehmen und Verwicklungen. Sehr hilfreich daher das Beiblättchen mit der Personenübersicht. Allerdings ein schöner Who is Who - Test!

Tief gefallen

Chariklia Agelidou aus München am 17.06.2014
Bewertungsnummer: 847335
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Natürlich ließt man dieses Buch anders, wenn man weiß wer als Vorlage für Holtrop gedient hat, aber das diese Art von Person real existiert sollte einen eher erschrecken. Holtrop steht auch stellvertretend für eine Manager-Generation die von ihrem Ego und ihrer Gier getrieben sind. Unabhängig von der reallen Vorlage erhällt man einen allgemeinen Blick hinter die Kulissen der Finanz-und Geschäftswelt. Am Ende wünscht man sich nur, dass solche Praktiken passé sind. Es hilft stets kritisch zu bleiben und führt idealerweise dazu seinen eigenen Wertekatalog aufzustellen. Nicht ganz einfach zu merken sind die verschiedenen Namen, Unternehmen und Verwicklungen. Sehr hilfreich daher das Beiblättchen mit der Personenübersicht. Allerdings ein schöner Who is Who - Test!

Literarische Abrissbirne Der…

Bories vom Berg aus München am 30.08.2019

Bewertungsnummer: 2721074

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Literarische Abrissbirne Der 2012 erschienenen Roman «Johann Holtrop» von Rainald Goetz mit dem Untertitel «Abriss der Gesellschaft» ist in Feuilleton und Leserschaft zumeist ablehnend kommentiert worden, obwohl er mit seiner Thematik eigentlich hochaktuell war und ist. Es geht darin nämlich um Machtgier und Geldgier eines deutschen Topmanagers, für den Thomas Middelhoff literarisch Pate gestanden hat, der seinerseits erst vor wenigen Tage im FAZ-Interview beschönigend von «Gier nach Anerkennung» gesprochen hat. Der Protagonist des Romans, der sich selbst restlos überschätzt und am Ende kläglich scheitert, ist der Prototyp eines skrupellosen Wirtschaftsbosses. Zusätzlich hat der Autor für seine Geschichte noch Dutzende kaum kaschierter realer Figuren herangezogen, und tatsächliche Geschehnisse ebenfalls. Der Büchner-Preisträger von 2015 erreicht mit seiner hasserfüllten Entlarvung des Raubtier-Kapitalismus aber wohl kaum die davon unmittelbar betroffene Gesellschaftsschicht eines Millionenheeres von Habenichtsen. Denn denen geht eben nicht das sprichwörtliche «Messer in der Tasche» auf angesichts von Bonuszahlungen und Abfindungen in Millionenhöhe an offensichtlich unfähige Bosse, die eine krachende Insolvenz hingelegt haben. Mehr als ein Pfeifkonzert vor der Firmenzentrale findet da nie statt, und erst recht wollen sie nicht durch einen Roman daran erinnert werden. In drei Teilen schildert der Autor die Karriere des charismatischen Topmanagers Johann Holtrop, beginnend im November 2001 auf dem Höhepunkt seiner Macht als 48jähriger Chef eines deutschen Medien-Konzerns mit weltweit 80.000 Mitarbeitern, und endend mit seinem Absturz neun Jahre später. In einem für den Leser absolut undurchsichtigen Konzerngeflecht agiert der Big Boss nach Gutsherrenart, jettet im Firmenflugzeug durch die Welt und hält sich in seinem Größenwahn für den Einzigen, der all die komplizierten Verflechtungen im Konzern und die globalen ökonomischen Einwirkungen auf die Geschäfte wirklich versteht und adäquat zu reagieren weiß. Seine Mitarbeiter in der Chefetage sind für ihn allesamt unfähige Idioten, und so beginnt die Geschichte dieses durchgeknallten Machertypen auch gleich mit dem fristlosen Rausschmiss eines langjährigen Topmanagers, den er für total unfähig hält und der sich daraufhin das Leben nimmt. Es macht wenig Sinn, hier beschreiben zu wollen, was in dem Roman passiert, denn in weiten Teilen wiederholt sich das immergleiche, undurchsichtige Gerangel der dutzenden Manager und Geschäftspartner, die Rainald Goetz alle namentlich auftreten lässt, auch wenn nur wenige davon dauerhaft eine Rolle spielen. Konferenzen, Reisen, Hotels, gesellschaftliche Veranstaltungen, Vorträge und unzählige Telefonate in einem kaum nachvollziehbaren Poker um Kompetenzen und Strategien bestimmen das den Leser schnell ermüdende Geschehen. Das Private ist praktisch komplett ausgeblendet, die Politik ebenfalls, auch das Psychologische interessiert hier nicht, allein das Business steht im Fokus. Dabei fällt auf, dass der Autor fröhlich schwadronierend puren ökonomischen Nonsens einbaut in Form sinnfreier Wortschöpfungen, die man wohlwollend als lustige Einsprengsel in seine ansonsten wutschnaubenden Hasstiraden ansehen könnte. Der denunziatorische Text ist andererseits aber mit ebensolchen, dann allerdings ganz unlustigen Neologismen und Komposita regelrecht gespickt, mit «Überlängenhöchstwahrscheinlichkeit», wie Sprachguru Bastian Sick das treffend formuliert hat, - hier das typische Stilmittel. «Die Autos standen stehend fest» gehört ebenso zu den vielen sprachlichen Blüten dieses Romans. Der gehässig beschriebene, tiefe Fall eines menschenverachtenden Egomanen ist, wie der Untertitel doppeldeutig verkündet, eher ein zerstörerischer «Abriss», für den ein an Thomas Bernhard erinnernder Autor besserwisserisch seine literarische Abrissbirne einsetzt. Zum Sujet passt schließlich auch das dem Milliardär Adolf Merckle nachempfundene Ende des Johann Holtrop.

Literarische Abrissbirne Der…

Bories vom Berg aus München am 30.08.2019
Bewertungsnummer: 2721074
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Literarische Abrissbirne Der 2012 erschienenen Roman «Johann Holtrop» von Rainald Goetz mit dem Untertitel «Abriss der Gesellschaft» ist in Feuilleton und Leserschaft zumeist ablehnend kommentiert worden, obwohl er mit seiner Thematik eigentlich hochaktuell war und ist. Es geht darin nämlich um Machtgier und Geldgier eines deutschen Topmanagers, für den Thomas Middelhoff literarisch Pate gestanden hat, der seinerseits erst vor wenigen Tage im FAZ-Interview beschönigend von «Gier nach Anerkennung» gesprochen hat. Der Protagonist des Romans, der sich selbst restlos überschätzt und am Ende kläglich scheitert, ist der Prototyp eines skrupellosen Wirtschaftsbosses. Zusätzlich hat der Autor für seine Geschichte noch Dutzende kaum kaschierter realer Figuren herangezogen, und tatsächliche Geschehnisse ebenfalls. Der Büchner-Preisträger von 2015 erreicht mit seiner hasserfüllten Entlarvung des Raubtier-Kapitalismus aber wohl kaum die davon unmittelbar betroffene Gesellschaftsschicht eines Millionenheeres von Habenichtsen. Denn denen geht eben nicht das sprichwörtliche «Messer in der Tasche» auf angesichts von Bonuszahlungen und Abfindungen in Millionenhöhe an offensichtlich unfähige Bosse, die eine krachende Insolvenz hingelegt haben. Mehr als ein Pfeifkonzert vor der Firmenzentrale findet da nie statt, und erst recht wollen sie nicht durch einen Roman daran erinnert werden. In drei Teilen schildert der Autor die Karriere des charismatischen Topmanagers Johann Holtrop, beginnend im November 2001 auf dem Höhepunkt seiner Macht als 48jähriger Chef eines deutschen Medien-Konzerns mit weltweit 80.000 Mitarbeitern, und endend mit seinem Absturz neun Jahre später. In einem für den Leser absolut undurchsichtigen Konzerngeflecht agiert der Big Boss nach Gutsherrenart, jettet im Firmenflugzeug durch die Welt und hält sich in seinem Größenwahn für den Einzigen, der all die komplizierten Verflechtungen im Konzern und die globalen ökonomischen Einwirkungen auf die Geschäfte wirklich versteht und adäquat zu reagieren weiß. Seine Mitarbeiter in der Chefetage sind für ihn allesamt unfähige Idioten, und so beginnt die Geschichte dieses durchgeknallten Machertypen auch gleich mit dem fristlosen Rausschmiss eines langjährigen Topmanagers, den er für total unfähig hält und der sich daraufhin das Leben nimmt. Es macht wenig Sinn, hier beschreiben zu wollen, was in dem Roman passiert, denn in weiten Teilen wiederholt sich das immergleiche, undurchsichtige Gerangel der dutzenden Manager und Geschäftspartner, die Rainald Goetz alle namentlich auftreten lässt, auch wenn nur wenige davon dauerhaft eine Rolle spielen. Konferenzen, Reisen, Hotels, gesellschaftliche Veranstaltungen, Vorträge und unzählige Telefonate in einem kaum nachvollziehbaren Poker um Kompetenzen und Strategien bestimmen das den Leser schnell ermüdende Geschehen. Das Private ist praktisch komplett ausgeblendet, die Politik ebenfalls, auch das Psychologische interessiert hier nicht, allein das Business steht im Fokus. Dabei fällt auf, dass der Autor fröhlich schwadronierend puren ökonomischen Nonsens einbaut in Form sinnfreier Wortschöpfungen, die man wohlwollend als lustige Einsprengsel in seine ansonsten wutschnaubenden Hasstiraden ansehen könnte. Der denunziatorische Text ist andererseits aber mit ebensolchen, dann allerdings ganz unlustigen Neologismen und Komposita regelrecht gespickt, mit «Überlängenhöchstwahrscheinlichkeit», wie Sprachguru Bastian Sick das treffend formuliert hat, - hier das typische Stilmittel. «Die Autos standen stehend fest» gehört ebenso zu den vielen sprachlichen Blüten dieses Romans. Der gehässig beschriebene, tiefe Fall eines menschenverachtenden Egomanen ist, wie der Untertitel doppeldeutig verkündet, eher ein zerstörerischer «Abriss», für den ein an Thomas Bernhard erinnernder Autor besserwisserisch seine literarische Abrissbirne einsetzt. Zum Sujet passt schließlich auch das dem Milliardär Adolf Merckle nachempfundene Ende des Johann Holtrop.

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