Großstadtleben in Zeiten der Finanzkrise: Jedes Haus in der Südlondoner Pepys Road hat viel Glück, Liebe und Leid gesehen. Anhand der Leben der Bewohner dieser mehr oder weniger normalen Straße zeichnet John Lanchester ein hochaktuelles Panorama unserer Gegenwart. Alles geht seinen gewohnten Gang, bis an einem ganz normalen Tag bei den stolzen Eigenheimbesitzern dieser Straße eine merkwürdige Nachricht im Briefkasten liegt: »Wir wollen, was ihr habt.« Ein Roman voller Mitgefühl, Humor und Protagonisten, die man nicht mehr missen möchte.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
TochterAlice
aus Köln
5/5
23.07.2018
Buch (Taschenbuch)
Dieser opulente, facettenreich…
Dieser opulente, facettenreiche Roman handelt vom Leben in London in den Jahren 2007 und 2008, wobei sich London hier auf die Pepys Road konzentriert, eine Straße, in der sich ein buntes, die untere bis obere Mittelschicht repräsentierendes Sammelsurium an Bewohnern und einem Kreis von weiteren Menschen, die in unterschiedlichster Form mit ihnen zu tun haben, tummelt. Ein wenig gemahnt dieser Roman in seinem Ansatz an den Film "Short Cuts" von Robert Altman, der allerdings in L.A. spielt. Wie dort werden fragmentarische Sequenzen aus dem Leben einiger Menschen aufgeführt und wie im Film steht hier die Stadt im Hintergrund und bildet die Kulisse zur Handlung, vielmehr zu den vielschichtigen Parallelhandlungen des Romans. Die Rentnerin Petunia, der pakistanische Lebensmittelhändler Ahmed, der Finanzhändler Roger, das hoffnungsvolle senegalesische Fußballtalent Freddy - sie alle leben im Kreise ihrer Familien in der Pepys Road, haben Träume und hegen Hoffnungen und Wünsche... und werden von unheimlichen, regelmäßig eintreffenden Karten mit der Botschaft "Wir wollen das, was Ihr habt" belästigt, denen bald ähnlich störende Aktionen folgen, um die sich das lokale Polizeipräsidium mehr oder weniger motiviert kümmert. Doch das Leben in der Pepys Road zieht weitere Kreise: nicht nur um diese Sendungen rankt sich die Handlung: Nein, weitere Figuren, die in Zusammenhang mit dieser Straße stehen, beispielsweise der polnische Handwerker Zbigniew, das ungarische Kindermädchen Matya, Freddys Vertrauter Mickey, um nur einige zu nennen... sie alle haben ihren Auftritt, ihren Anteil an der Geschichte. Ein mitreißendes, pralles und monumentales Buch, das trotz der vielen darin vorkommenden Figuren nie verwirrend ist und nicht eine Länge aufzuweisen hat. Obwohl viel Alltägliches beschrieben wird, ist die hier erzählte Story voll von überraschenden Entwicklungen - es fällt wirklich schwer, die Lektüre zwischendurch zu unterbrechen. Der Leser spürt, dass jede einzelne Seite wichtig und bereichernd ist - denn, um es mit Zbigniew, dem polnischen Handwerker zu sagen: "Eines musste man London lassen: Es gab ziemlich viel davon"(S.541) - und zwar jede Menge pralles Leben, mit dem der Rezipient des Romans konfrontiert, durch das er mit allen Sinnen angeregt und mit Hilfe dessen er amüsiert wird. In diesem Sinne lege ich "Kapital" jedem ans Herz, der einen sowohl anspruchsvollen als auch unterhaltsamen Roman, der gut geschrieben und ebenso gut übersetzt ist, zu genießen vermag.
Edith Berger
aus 3istau
5/5
19.06.2016
Buch (Taschenbuch)
ungemein großes, fesselndes Lesevergnügen
Die Bewohner der Pepys Road im Süden von London können unterschiedlicher nicht sein. Da wäre einmal Petunia Howe. Sie ist 82 Jahre alt und die älteste Einwohnerin dieser Straße. Zu ihren Nachbarn zählen Freddy Kamo und sein Vater. Freddy kommt mit seinem Vater aus dem Senegal. Er ist die Fussballhoffnung für seinen Premier-Leaque-Club. Freddy träumt von seinem Durchbruch in der Oberliga. Auf der anderen Seite Roger Yount mit verwöhnter Ehefrau und 2 Kindern. Er ist ein erfolgreicher Banker. Als seine, eigentlich schon verplante Jahresprämie ausfällt, ist die Fallhöhe ganz schön hoch. Ein pakistanisches Brüderpaar mit unterschiedlicher Auffassung von Religion und Arbeitsmoral,das einen pakistanischen Kiosk in der Pepys Road betreibt, geraten unter Terrorverdacht. Während der eine Teil der Famiilie sich mit Bangen auf das angekündigte Eintreffen der Mutter/Schwiegermutter vorbereitet, hat der andere Teil zu tun , seine Jugendsünden auszubügeln. Außerdem in der Pepys Road wohnhaft sind die nigerianische Politesse, die immer noch keine Arbeitserlaubnis hat und der polnische Handwerker Zbigniew, Ein ausgesprochener Liebling der Frauen und natürlich liebt er die Frauen. Und dieser bunten Gesellschaft, Eigenheimbesitzer allesamt, flattert folgende Nachricht ins Haus - "Wir wollen, was ihr habt".
"Kapital" von John Lanchester ist von leichtfüßiger Brillianz, spannend von der ersten bis zur letzten Zeile, bewegend und sehr, sehr komisch. schreibt "The Observer" Und das Buch ist genauso. Ein großes Lesevergnügen
Lesemone
5/5
30.11.2015
Buch (Taschenbuch)
Der Autor beschreibt in…
Der Autor beschreibt in seinem Buch den Alltag der Bewohner in der Pepys Road. Es wohnen sehr unterschiedliche Charaktere dort, die überhaupt nichts gemeinsam haben. Dadurch kennen sich die Bewohner auch nicht untereinander und jeder geht so seinen Weg. Als eine Bewohnerin stirbt, kommt nicht mal jemand aus der Nachbarschaft zur Beerdigung. Es gibt nur eins was sie verbindet - eine Postkarte im Briefkasten mit dem Bild des jeweiligen Hauses und dem Satz: Wir wollen, was ihr habt. Das Buch stimmt mich sehr nachdenklich. Der Autor greift ein Thema auf, das in vielen Großstädten an der Tagesordnung ist. Niemand kennt mehr seine Nachbarn! Er beleuchtet die einzelnen Charaktere und Lebensumstände der Bewohner auf hervorragende Weise. Jeder Hausbesitzer ist auf seine Weise interessant, sympathisch oder unsympathisch. Einige haben was auf dem Kerbholz. Andere streben nach Ruhm und Ehre oder auch nach Geld. Mir hat sehr gut gefallen, dass der Autor herausstellt, wie vergänglich doch alles ist!
Bewertung
3/5
27.05.2015
Buch (Taschenbuch)
Kapital
n seinem Roman "Kapital" schildert John Lancaster das Leben der Bewohner einer Straße. Es leben hier die unterschiedlichsten Personen - Alte, Junge, Reiche, Ausländer, Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen, etc. Eines Tages bekommen alle diese Menschen die gleichlautende Botschaft"Wir wollen was ihr habt!" Für den aussenstehenden Betrachter mag es ja so sein, dass das Leben der anderen erstrebenswert ist, doch wer möchte schon arbeitslos, totkrank, .... werden. Jeder der Bewohner der Strasse hat so seine Probleme und der Roman hält uns den Spiegel vor.
Die Geschichten sind sehr interessant, doch trotzdem musste ich mich durch das Buch teilweise "durchbeissen", denn es war schon auch anstrengend zu lesen. Während ich nach dem ersten Drittel beinahe völlig aufgegeben hätte, war ich zum Schluss sehr froh, das ich es nicht getan habe. Dieses Buch ist schon ein besonderes Buch und es endet nicht "kitschig", sondern äußerst real.Für alle, die gesellschaftspolitisch interessiert sind aber Sachbücher ablehnen, ist es sicherlich ein "Muss".
Bewertung
5/5
06.07.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Buch zum G20-Gipfel: Globale...
Das Buch zum G20-Gipfel: Globale Ungerechtigkeit und überflüssiger Reichtum. Intelligent, spannend und humorvoll erzählt von Personen, die in der selben Straße leben oder arbeiten.
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