Ein einziger Funke würde in dieser Zeit nach dem amerikanischen Bürgerkrieg schon genügen, um New York in einem Chaos aufgehen zu lassen. Die Energie, über die Walker und Bones, die 'Unheimlichen', verfügen, um die Stadt in eine Hölle zu verwandeln, ist noch weit mächtiger. Wo sind die 'Hüter' der Stadt? Und wer sind sie überhaupt?
Die junge Chinesin Jin mit ihren genialen Feuerwerkskünsten und der trickreiche Kartenspieler Sam, die sich inmitten der Schreckensinvasion kennenlernen, stellen sich selbst dämonischen Akteuren entgegen. Und mysteriöse 'Wanderer', Sucher und Grenzgänger, tragen ihre Erfahrungen bei. An der noch unvollendeten Hängebrücke zwischen Brooklyn und New York wird sich die Zukunft des zerbrochenen Landes entscheiden.
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Armut, Mythen und Magie - und ein Feuerwerk an Ideen
Mikka Liest aus Hilter am Teutoburger Wald am 13.04.2014
Bewertungsnummer: 841002
Bewertet: Buch (Paperback)
Ich finde das Cover wunderschön - es vermittelt meiner Meinung nach sehr gut die Mischung aus Fantasy und Geschichte, die das Buch ausmacht. Im Buch finden sich übrigens auch weitere großartige Illustrationen der Künstlerin, Andrea Offermann, die das Titelbild gestaltet hat, und sie sind eine wahre Bereicherung für einen ohnehin fantastischen Roman!
Das Genre "Historic Fantasy" / "Fantastic History" ist bisher eher ein Stiefkind des Genres "Fantasy" - spontan fallen mir nur wenige Beispiele ein, wie zum Beispiel die Jugendbücher von Chris Moriarty. Dabei bietet es so viele spannende Möglichkeiten, und Kate Milford schöpft in ihrem Buch aus dem Vollen! Sie hat unzählige originelle Einfälle verarbeitet, ein wahres Feuerwerk an Ideen, die frisch und neu sind. Ich hatte nicht ein einziges Mal das Gefühl: sowas habe ich schonmal gelesen. Sie hat eine Welt geschaffen, die unserer wirklichen Welt sehr ähnlich ist, nur eben voller Magie und fantastischer Kreaturen. Einerseits erfahren wir ganz nebenbei Dinge, die in unserer Realität wirklich so waren - durch Sam erhaschen wir einen Blick auf das Leben nach dem amerikanischen Bürgerkrieg, und durch Jin einen Blick auf die chinesische Kultur -, und andererseits webt die Autorin Folklore, Mythen und Märchen zu einem bunten Teppich.
Ich fand das Buch sehr spannend, denn Jin und Sam müssen sich einer Herausforderung und Gefahr nach der anderen stellen - es steht nicht weniger auf dem Spiel als das Schicksal zweier Städte und derer Bewohner! Für mich gab es keine Längen oder schleppende Passagen.
Wenn in einem Buch sehr viele Charaktere vorkommen, habe ich oft das Problem, dass ich durcheinander komme und zurückblättern muss, um noch einmal nachzulesen. In "Broken Lands" werden uns direkt eine ganze Reihe an Charakteren vorgestellt, aber sie sind alle so voller Leben und Individualität, dass ich sie mir schnell merken konnte. Im Mittelpunkt stehen Sam und Jin, und sie sind beide ganz wunderbare Protagonisten. Sie hatten kein einfaches Leben und haben trotz ihrer jungen Jahre schon einiges an Verlust und Schmerz durchlebt. Besonders über Jin erfährt man im Verlauf des Roman viel Schlimmes. Aber dennoch sind alle beide mutig und entschlossen, loyal und selbstlos. Ich habe sie schnell ins Herz geschlossen!
Apropros Herz: man sollte in diesem Buch keine schnulztriefende Liebesgeschichte voller heißer Küsse und Sexszenen erwarten. Zwischen Jin und Sam entwickeln sich romantische Gefühle, aber da Jin in ihrer Vergangenheit sehr verletzt worden ist, kann sie sich nur langsam darauf einlassen, auch nur eine tiefere Freundschaft zu Sam zuzulassen. Und dennoch gibt es in "Broken Lands" Szenen, die herzzerreißend romantisch und anrührend sind - auf eine leise, zarte Art. Wunderwunderschön.
Der Schreibstil ist grandios und vermittelt mühelos Atmosphäre und Spannung. Ich werde definitiv die Augen offenhalten und auf weitere Bücher der Autorin hoffen.
Ich möchte das Buch wirklich jedem empfehlen, der gerne Fantasy liest und Lust auf etwas ganz Neues, Eigenes hat. Hier gibt es keine Vampire, Werwölfe, Engel oder Dämonen - stattdessen gibt es Unheimliche Wanderer, Hüter der Stadt und Flammenmeister. Ich fand es einfach nur grandios!
In der Verlagsbeschreibung…
http://i-am-bookish.blogspot.com am 02.04.2014
Bewertungsnummer: 2698474
Bewertet: Buch (Paperback)
In der Verlagsbeschreibung heißt es "... eine prickelnde Mischung aus Geschichte, Fiktion, Folklore und Fantasy." Und genau so ist es auch, besser kann man es eigentlich nicht zusammenfassen. Kate Milford hat mit "Broken Lands" ein wahres Feuerwerk von kreativen Ideen, magischen Besonderheiten und Zusammentreffen von außergewöhnlichen Figuren geschaffen. Es ist auch unmöglich, die Handlung hier auch nur annähernd zusammenfassen zu wollen, ohne zuviel zu verraten. Das versuche ich daher auch gar nicht. Tatsache ist, dass die Geschichte einige Jahre nach dem amerikanischen Bürgerkrieg spielt, man davon in den Beschreibungen jedoch gar nicht allzu viel bemerkt. Man begleitet sowohl Sam als auch Jin bei ihren Versuchen, die Stadt New York zu retten - oder vielmehr die Städte New York und Brooklyn, damals noch unabhängig voneinander und nur durch die Anfänge der Brooklyn Bridge miteinander verbunden. Doch warum müssen diese gerettet werden? Schon das zu erklären, würde zu weit führen. Sagen wir es so: ein Jemand namens Jack möchte die Stadt unterwerfen, mithilfe seiner Handlanger Walker und Bones, die dafür die 5 "sinnbildlichen" Säulen der Stadt ausfindig machen und beseitigen müssen. "Broken Lands" ist wunderbar formuliert; man verliert sich recht schnell in Kate Milfords Art zu schreiben und zu beschreiben. Die Figuren sind lebhaft gezeichnet und toll ausgearbeitet, ich hatte keinerlei Probleme, mir alles genau vorzustellen und mein persönliches Kopfkino anzustellen. Auch die einzelnen Ideen, die die Autorin miteinander verwoben hat, haben mir außerordentlich gefallen. Vor allem die Vermischung von historisch korrekten Details mit kleinen zauberhaften, um nicht zu sagen: magischen, Aspekten fand ich toll. Ein kleiner Wermutstropfen sind jedoch manche gefühlte Längen im Laufe der Geschichte. Es ist keinesfalls langweilig, jedoch nehmen die zahlreichen Verbindungen zwischen Personen, historische Zusammenhänge und schwurbelige Erklärungen dann und wann in ihrer Dauer und Ausführung ein wenig Überhand, sodass sich zumindest bei mir manchmal etwas Unmut einstellte. Auch hatte ich bei manchen Ideen der Autorin unweigerlich das Gefühl, diese in ähnlicher Form schon einmal an anderer Stelle gelesen zu haben. Ich habe das Buch dennoch gern gelesen und vergebe sehr zufriedene 4 von 5 Punkten.
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