Validität des Strategiemodells
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Sprache:Deutsch
36,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
10.07.2003
Verlag
GRINSeitenzahl
96 (Printausgabe)
Dateigröße
1753 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638204880
stehende und als "Strategiemodell" bezeichnete Konzeption des Lernens zu validieren. Zu
klären war, inwieweit der Gebrauch von Strategien tatsächlich einen exponierten Einfluss
gegenüber den anderen drei Gedächtnisdeterminanten Vorwissen, Metagedächtnis und
Gedächtniskapazität auf die Gedächtnisleistung besitzt. Anhänger dieses Paradigmas sehen
vor allem im ontogenetischen Wandel des strategischen Vorgehens bei Kindern die Erklärung
dafür, weshalb sich das Memorierverhalten im Verlauf des (Klein)Kindes- und Jugendalters
qualitativ und quantitativ verbessert.
Zum Zwecke einer Validierung des Strategiemodells wurden bei je 60 Zweit- und
Viertklä sslern unter Experimental- und Kontrollbedingung das Metagedächtnis mittels zweier
Metagedächtnisbatterien erfasst, das Vorwissen durch freie Produktion von Tier- und
Pflanzennamen und Bearbeitung des Kognitiven Fähigkeitstests (KFT) und Heidelberger
Sprachentwicklungstests (HSET) dokumentiert und die Kapazität des Arbeitsgedächtnisses
mittels Wortnachsprech-Aufgaben festgestellt. Die Bewertung des Einflusses der Strategie
erfolgte durch eine MANOVA im Messwiederholungsdesign, die einen
Reproduktionsvergleich zog, und zwar zwischen der Experimentalgruppe, die bereits
vorkategorisierte Itemlisten zu lernen hatte, und der Kontrollgruppe, der die Items
randomisiert dargeboten wurde.
Zwar waren die Strategen den Nichtstrategen und die Viertklässler den Zweitklässlern
bezüglich der Memorierleistung überlegen, jedoch konnte keine Signifikanz bei den sich
ergebenden drei Wechselwirkungen aus Klasse, Experimentalbedingung und Stratege
nachgewiesen werden. Zusätzlich wurde eine multiple Regressionsanalyse gerechnet, in die
alle neun unabhängigen Variablen einflossen, die zur Erfassung der vier
Gedächtnisdeterminanten in oben genannten Tests generiert wurden. Es konnte hier der
Strategievariablen ein Effekt eingeräumt werden, der aber weder klassen- noch
materialspezifisch auftrat. Stattdessen lieferte die Variable des Vorwissens zu Tieren über alle
Kriterien hinweg den höchsten Erklärungsbeitrag für die Höhe der Gedächtnisleistung.
Dem Gebrauch von Strategien kann somit nicht ohne weiteres eine ausschlaggebende
Rolle für Gedächtnisleistung zugeschrieben werden. Es spricht Vieles dafür, dass eher eine
Interaktion der Gedächtnisdeterminanten für die Lernleistungen verantwortlich zu machen ist.
[...]
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