Der junge Sherlock Holmes ist nach seinem Studium für eine Tournee in Dunwich, Massachusetts als Schauspieler unterwegs und freut sich darauf, seinen Studienfreund Basil Bishop, der dort in der Nähe wohnt, zu besuchen. Doch kaum dort angekommen, wird Sherlock in eine Reihe seltsamer Geschehnisse verwickelt. Außer ihm sind noch die Nichte der Bishops, Violet Armitage und der undurchsichtige Historiker Whateley zu Gast und während ein merkwürdiger Sturm ums Haus tobt, kommt ein angeblicher Wanderer, ein Mr. Flausglotten ebenfalls zu Besuch. Flausglotten scheint Whateley zu fürchten obwohl er ihn angeblich nicht kennt und als Sherlock und Basil ins Dorf hinabsteigen wollen, will Flausglotten sie unbedingt begleiten. Doch eine unsichtbare Wand scheint das Grundstück zu umgeben, die verhindert, dass sich jemand aus dem Umfeld des Hauses entfernt. Sherlock Holmes mit Fantasy und Mysterie Elementen zu verknüpfen, ist eine Sache, die nur bedingt funktioniert. Schon in der Reihe „Sherlock Holmes Chronicles“ Folge 2 „Die Zeitmaschine“ ist dieses Konzept nicht wirklich geglückt, da Holmes rationaler Verstand einfach nicht zu mysteriösen und übersinnlichen Geschehnissen paßt, zumindest nicht, wenn er sie nicht mit einer logischen Erklärung auflösen kann. „Die unsichtbare Wand“ hätte ein sehr gutes Mysterie Hörspiel sein können, wenn man nicht grade Sherlock Holmes integriert hätte. Zwar kommt der spätere Meisterdetektiv hier eher in einer Nebenrolle daher und wird auch als junger Mann vor seiner Karriere als Detektiv eingeführt, aber trotzdem gelingt es nicht wirklich, Holmes glaubhaft darzustellen. Zudem wurde als Sprecher für Holmes Karlo Hackenberger ausgewählt, dessen Stimme für mich völlig unprägnant war und der Holmes blass und farblos erscheinen läßt. Da sind die anderen Sprecher schon ganz anders besetzt und verkörpern ihre Charaktere wesentlich besser. Vor allem Nora Jokhosha als Violet Armitage liefert eine sehr überzeugende Arbeit ab und auch F. O. Schenk als Whateley und Marcus Off als Algernon Aylesbury überzeugen in ihren Rollen. Die Story an sich ist gar nicht so schlecht und hat auch durchaus ihre spannenden Passagen. Wenn man Holmes weg gelassen hätte, hätte sie sogar noch besser sein können, denn es erschließt sich zu keinem Zeitpunkt, wozu genau Holmes überhaupt in der Geschichte auftauchen mußte. Die letztendliche Auflösung erfolgt sowieso durch andere Figuren. Allerdings hätte man den Handlungsablauf ein wenig straffen können, stellenweise zieht sich die Geschichte in etwas langatmigen Dialogen und Erzählpassagen ganz schön in die Länge. Ansonsten ist das Hörspiel von der technischen Seite sehr professionell inszeniert, Musik und Geräuschkulisse sind sehr gut abgemischt und untermalen die Story gekonnt. Sehr gelungen ist auch das viktorianische Landhausflair, das im Hörspiel sehr gekonnt vermittelt wird und den Hörer in die Zeit um 1880 versetzt. FaziT: Läßt man Sherlock Holmes mal aussen vor, können Freunde von phantastischen Geschichten hier durchaus ihre Freude haben, Fans des Meisterdetektives werden mit Sicherheit enttäuscht sein, denn zum einen bleibt Holmes eine blasse, nichtssagende Nebenfigur und die ganze Story an sich widerspricht Holmes rationalem Geist. Hätte man statt Holmes eine andere Figur in die Geschichte aufgenommen, wäre das mit Sicherheit besser gewesen. So hinterlassen ein unglaubwürdiger Holmes und eine dadurch unstimmige phantastische Geschichte einen ehr zwiespältigen Eindruck!
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.