Das Konzept der Bindungstheorie und seine Bedeutung für die Soziale Arbeit
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
01.03.2013
Verlag
GRINSeitenzahl
89 (Printausgabe)
Dateigröße
951 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783656380245
sein. Erste Beziehungserfahrungen machen wir in der frühen Kindheit, hier entsteht
Bindung, Bindungsqualität. Es ist der Grundstein, den wir für unsere Kinder legen,
von wo aus sie ihre weiteren Entwicklungswege gehen. An diesem Grundstein orientiert,
erleben sie sich selbst und begegnen anderen Menschen. Die erste Mutter-Kind-
Interaktion, die ersten Beziehungserfahrungen prägen uns alle nachhaltig. Durch diese
Prägung lernen wir uns selbst und unsere Umwelt kennen, zuallererst durch den Blick,
den unsere Eltern auf die Welt haben: Zeige mir wer du bist und ich weiß, wer ich bin.
Kinder erleben sich selbst aufgrund positiver Bindungserfahrungen mit den Eltern als
liebenswert und kompetent. Diese positiven Bindungserfahrungen begünstigen eine offenherzige
und zuversichtliche Haltung in anderen späteren Beziehungen (schon im
Kindergarten, in der Schule und später in erwachsenen Freundschafts- und Partnerschaftsbeziehungen)
und das auch, wenn es einmal Konflikte gibt.
Die Bindungstheorie und Bindungsforschung befassen sich mit diesem Themenkomplex
unter dem Oberbegriff Bindung. Eine sichere Bindung bietet zahlreiche Vorteile für die
weitere Entwicklung, während eine unsichere Bindung den Menschen in seiner Entwicklung
einschränken und sogar behindern kann. Durch eine sichere Bindung lernen
Kinder schon früh mit Stress umzugehen und schwierige Situationen mit Ehrgeiz und
Ausdauer zu meistern. Kinder mit einer sicheren Bindung können sich in Notsituationen
Hilfe holen, sie führen mehr Freundschaftsbeziehungen, verfügen über differenzierte
Bewältigungsstrategien, können partnerschaftliche Beziehungen eingehen. Auch in den
kognitiven Fähigkeiten sind sicher gebundene Kinder kreativer, ausdauernder und differenzierter,
sie verfügen über bessere Gedächtnisleistungen und Lernverhalten. Sie zeigen eine überaus konstruktive und soziale Haltung bei der Lösung von Konflikten und
sind weniger aggressiv (vgl. Brisch 2011c, 16).
Natürlich und glücklicherweise kann man sich auch durch die Aufarbeitung negativer
Bindungserfahrungen mithilfe von Psychotherapie und Selbstreflexion eine sichere Bindung
aneignen ("Earned Secure Attachment", vgl. Gloger-Tippelt & König 2009, 37).
Doch das Wissen um die Bedeutung von Bindung und die (präventive) Anwendung dieses
Wissens sollte immer im Sinne des Kindes und zukünftiger Generationen an erster
Stelle stehen.
[...]
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