Ursachen von Mädchenkriminalität und Folgerungen für die Praxis Biografische Fallrekonstruktion von kriminellen Mädchen nach G. Rosenthal
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
25.09.2013
Verlag
GRINSeitenzahl
120 (Printausgabe)
Dateigröße
792 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783656504467
In der Vergangenheit wurde meistens das delinquente Verhalten von männlichen Jugendlichen in den Fokus genommen, begründet in der vermeintlichen Unterrepräsentanz von weiblicher Kriminalität. So wurden im Jahr 2011 in Deutschland 214.736 Personen als tatverdächtige Jugendliche im Alter von 14 - 18 Jahren ermittelt, von denen 69,4 Prozent männlich und 30,6 Prozent weiblich waren. Der geringe Anteil von Mädchen- und Frauenkriminalität wird in aktuellen Forschungsansätzen, erklärt durch mögliche gesellschaftlich gebilligte Tarnmechanismen oder selektiver Sanktionierung und Kriminalisierung, bezweifelt. Bruhns/Wittmann weisen darauf hin, dass die Mädchenkriminalität bei einem Vergleich von Hell- und Dunkelfeld ein höheres Niveau als gedacht erreicht hat und dass es essenziell ist, das Phänomen Mädchenkriminalität nicht nur unter dem Gesichtspunkt ihrer geringen Häufigkeit zu untersuchen, sondern es "als einen eigenständigen Aspekt" zu betrachten.
Studien über Mädchenkriminalität versuchen Erklärungsansätze in Auflehnungsmechanismen gegen eine Unterordnung im Geschlechterverhältnis und eingeschränkte Handlungsmöglichkeiten sowie den Ausbruch aus Stereotypisierungen zu finden. In neueren Auflagen Göppingers kommt dieser auch zu dem Schluss, dass Mädchenkriminalität, entgegen der vorherigen Annahme, bestimmte weibliche Lebensentwürfe miteinschließt und nicht hauptsächlich mit männlich dominierten Theorien erklärt werden kann. Dieser kurze Abriss zeigt auf der einen Seite, inwieweit sich die Forschung hinsichtlich der Erklärungsansätze spaltet, und auf der anderen Seite, wie wichtig es ist, die Kriminalität von Mädchen nicht nur unter dem Aspekt ihrer "statistischen" Unterrepräsentanz zu betrachten.
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