Die Reinheit des Naturzustandes versus die Verfälschtheit des Kulturzustandes
-
- Taschenbuch
- eBook ausgewählt
-
Form:Einzelkauf Download
-
Sprache:Deutsch
15,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
27.11.2006
Verlag
GRINSeitenzahl
24 (Printausgabe)
Dateigröße
163 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638574198
Diese Grundannahmen können als "roter Faden" jener Autoren gelten, mit denen sich diese Arbeit auseinander zu setzten hat, denn diese reflektieren den als verfälscht angesehen Zustand der eigenen Kultur anhand der angeblich sorgenfreien Lebensweise der indianischen Völker. In seinem um 1580 entstandenen Essay "Von den Cannibalen" versucht Michel de Montaigne, durch die Idealisierung der indianischen Lebensweise die eigene kulturelle Position in Frage zu stellen. Montaigne vertritt im Wesentlichen die These, dass die kindliche Unschuld der Eingeborenen den Keim einer unverdorbenen Vitalität in sich birgt und das sich die Europäer von den Ursprüngen reinen Menschentums entfernen. Anders als Montaigne, der nie die "neue Welt" betreten hat, kann die umfangreiche Aufzeichnung "Neueste Reisen nach dem mitternächtlichen Amerika" des Barons Louis- Armand de Lahontan aus dem Jahr 1705 als weitgehend authentisches Zeitzeugnis gelten, denn der Autor selbst hat mehrere Jahre mit kanadischen Einheimischen Kontakt gehabt. Lahontan nutzt diese Erfahrungen, um die eigene Gesellschaft umso heftiger zu kritisieren. In seinen fiktiven Dialog "Gespräche mit einem Wilden" schlüpft Lahontan in die Rolle eines Verteidigers der europäischen Kultur, während sein Gegenspieler, der Hurone Adario die europäische Zivilisation als unbegreifliche Verirrung empfindet.
Die Konfrontation zwischen dem Eingeborenen und dem Zivilisierten findet seinen Höhepunkt in Jean- Jacques Rousseaus "Diskurs über die Ungleichheit" aus dem Jahr 1754. Was dieses Buch so interessant macht ist die Vorstellung Rousseaus eines selbst unter Indianern längst verlorenen Naturzustandes, welcher sich dadurch auszeichnet, dass die Menschen ohne die Kenntnis von Gut und Böse eine sorglose Existenz führen. Erst mit dem Eintritt des Menschen in die Gesellschaft gewinnt das Problem der sozialen Ungleichheit an Schärfe.
Noch keine Bewertungen vorhanden
Verfassen Sie die erste Bewertung zu diesem Artikel
Helfen Sie anderen Kundinnen und Kunden durch Ihre Meinung.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.
zum Kundenservice