Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
06.12.2005
Verlag
GRINSeitenzahl
34 (Printausgabe)
Dateigröße
190 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638445672
Nur wenige Personen der Bonner politischen Szene waren während der vierzehn- jährigen Kanzlerschaft Konrad Adenauers wegen ihrer Tätigkeit im Dritten Reich so heftigen Angriffen ausgesetzt wie sein Staatssekretär Hans Globke. Den Haupt- vorwurf bildete während des gesamten Konfliktverlaufs sein Verbleiben im Reichsinnenministerium nach 1933 sowie insbesondere seine Autorenschaft eines Kommentars zu den "Nürnberger Gesetzen" . Wie noch zu zeigen sein wird, hatte er sich dadurch in den Augen vieler Zeitgenossen in einer Weise mit dem Nationalsozialismus identifiziert, die ihn für eine herausragende Tätigkeit in der Verwaltung der Bundesrepublik disqualifizierte. Erweitert wurde dieser Vorwurf im Laufe der Jahre zum einen durch die Beschuldigung, diese Gesetze mitverfasst zu haben, zum anderen durch zahlreiche Nebenvorwürfe.
Hierbei spielte seit 1956 die SED, namentlich das für Propaganda zuständige Politbüromitglied Albert Norden, eine herausragende Rolle durch mehrfache Weitergabe und Veröffentlichung von Dokumenten, welche einzelne Vorwürfe untermauern sollten. Als Koordinationszentrum hierfür diente ihm ein "Ausschuß für deutsche Einheit", dem er, mit weitgehenden Vollmachten der Parteiführung versehen, vorstand.
Nicht zuletzt durch diese "sukzessive Veröffentlichungstaktik" und ,Instrumentalisierung' der Angriffe gegen Globke seitens der DDR lebte dieser "längste aller NS-Konflikte" immer wieder von Neuem auf. Gleichzeitig situierte er sich dadurch quasi zwangsläufig innerhalb des Ost/West-Konfliktes.
Auch heute noch fällt es schwer, der Persönlichkeit Hans Globkes gerecht zu werden. Die Schwierigkeit, ein objektives Urteil über sein politisches Wirken zu fällen, spiegelt sich deutlich auch in der dieser Arbeit zugrundegelegten Fachliteratur zu Globke wider, die teilweise selbst zum Bestandteil der Auseinandersetzung wurde . Sie umfasst ein vielfältiges Spektrum an zum Teil sich widersprechenden Interpretationsmöglichkeiten, die es in den nachfolgenden Ausführungen herauszuarbeiten und gegeneinander abzuwägen gilt.
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