'I've got the blues so bad' Das Musikthema in Irmtraud Morgners Roman 'Rumba auf einen Herbst'
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Sprache:Deutsch
13,99 €
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
07.11.2011
Verlag
GRINSeitenzahl
18 (Printausgabe)
Dateigröße
188 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783656049203
Arbeiterklasse sollte die "'Höhen der Kultur erstürmen'", die "'Kluft zwischen Kunst und Leben'" sollte überwunden werden und der "Weg zu ,gebildeten Nation'" sollte geebnet werden. So sollte ein allgemeines sozialistisches Bewusstsein geschaffen werden, und Autoren
hatten die Aufgabe, am "Alltag der Arbeiter teilzunehmen, sie zum Schreiben zu motivieren und über ihr Leben zu berichten." Dieses Parteiprogramm ist allerdings ein zweischneidiges Schwert: Arbeiter und Künstler, besonders Berufsschriftsteller, werden zwar zusammengeführt,
aber der SED war auch die Möglichkeit gegeben, das Schaffen der Autoren
zu überwachen und systemkritische Texte zu unterbinden. So, wie es im Falle von Irmtraud Morgners Roman geschah.
In der Begründung aus dem Jahre 1963 heißt es unter anderem sinngemäß, dass die Tanzszene im ersten Kapitel keine glaubhafte Grundlage für den Schluss liefert, und dass ihre Figurenzeichnung
nicht einheitlich gestaltet ist. Konkret im Sinne des Bitterfelder Wegs ist der Vorwurf bezüglich eines Fehlens eines "auktorialen Werturteils", auf das Morgner auch an anderen Stellen verzichtet. Den Figuren fehlt "die positiv bestimmende Kraft", also eine Kraft im sozialistischen Sinne, die die Volksgenossen zusammenhält und auf einer Linie gehen lässt.
Zwei Jahre später reichte Morgner das abgeänderte Manuskript bei Mitteldeutschen Verlag in Halle ein. Zur gleichen Zeit geriet die Beat-Bewegung, die große Teile der Jugendlichen erfasst hatte, in den Fokus der SED. Sie wurde als Auslöser und Anlass für Staatsfeindlichkeit und Sittenverfall deklariert, Künstlern wurde die Verantwortung für die Erziehung der Jugend übertragen. Folgen waren Auftrittsverbote, Verleumdungskampagnen und ähnliches. Für ,Rumba auf einen Herbst' bedeuteten die Richtlinien des 11. ZK der SED - nämlich die Verurteilung
von Skeptizismus, Nihilismus und Individualismus - die endgültige Ablehnung.
Morgner notierte dazu: "'Begründung der Zensur war: skeptizistisch durch und durch bis zum Nihilismus, ein Buch des enthemmten Individualismus."
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