Die Theorie der "weiblichen Moral" von Carol Gilligan - Wissenschaftliches Konstrukt oder feministische Parole?
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
16.06.2009
Verlag
GRINSeitenzahl
20 (Printausgabe)
Dateigröße
683 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783640348725
"Le deuxième sexe" von Simone de Beauvoir hatte sich Ende der 1960er Jahre der
Feminismus auf seine Fahnen geschrieben. Frauen wollten nicht länger an der
Norm "Mann" gemessen werden sondern stellten die Forderung nach mehr
Freiheit und einer von weiblichem Einfluss geprägten, grundlegenden
Veränderungen des gesellschaftlichen Normen- und Wertesystems, (Vgl. Der
Brockhaus-Enzyklopädie 1988, Band 7, S. 188).
Zahlreiche populärwissenschaftliche Autoren erkannten die Brisanz aber auch die
Verkaufswirksamkeit der Geschlechterthematik und drängten wenige Jahre später
mit ihren "Geschlechterbibeln" auf die Bestsellerlisten. Männer die vom Mars
waren und Frauen von der Venus1 sollten plötzlich die Erklärung sein für die
Ungleichheit von Mann und Frau und den daraus erwachsenden Konsequenzen.
Doch auch seriöse Wissenschaftler setzten sich in der so genannten
"Frauenforschung" mit der Ungleichheit von Mann und Frau auseinander.
Eine Vertreterin dieser Forschungsrichtung ist die 1936 geborene USAmerikanerin
Carol Gilligan. Die ehemalige Schülerin Erik Eriksons und
damalige wissenschaftliche Mitarbeiterin von Lawrence Kohlberg stellte im
Zusammenhang mit ihrer Mitarbeit an den Moralstudien Kohlbergs die These auf,
das Frauen und Männer unterschiedliche Arten von moralischem Denken
praktizieren und setzte sich damit klar von den Forschungsergebnissen Kohlbergs
ab, schuf hiermit das Konstrukt einer "anderen" Moral - einer "weiblichen" Moral.
Zur eingehenden Beleuchtung des Konstruktes der "weiblichen Moral" ist es
zunächst erforderlich, eine Begriffsklärung vorzunehmen: Was meint Moral
überhaupt? Anschließend soll auf die Arbeit Lawrence Kohlbergs zur moralischen
Entwicklung eingegangen werden. Dies stellt die notwendige Basis dar, um
Gilligans Gedankenkonstrukt erfassen zu können - setzt Gilligan ihre Kritik und die Forderung nach der Notwendigkeit einer den Frauen eigenen moralischen
Denkweise schließlich hauptsächlich hiervon ab. Was exakt Gilligan unter ihrer
Idee von einer "weiblichen Moral" versteht und inwiefern eine mögliche
Zweigeschlechtlichkeit der Moral tatsächlich wissenschaftlich belegbar ist, soll im
Anschluss daran gezeigt werden.
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