Emotionen jenseits des Willens - ein Widerspruch? Untersuchungen zu Schopenhauers Theorie der Willensverneinung
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Sprache:Deutsch
15,99 €
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
26.10.2010
Verlag
GRINSeitenzahl
27 (Printausgabe)
Dateigröße
310 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783640735358
Die Tatsache, einerseits sehr emotional zu schreiben, dabei aber auf tatsächliche Definitionen von Emotionen weitestgehend zu verzichten, führt für den Wissenschaftler zu einer Schwierigkeit. Zwar lassen sich Texte von Schopenhauer leichter lesen als z.B. solche von Kant, weil sie einem auf den ersten Blick verständlicher erscheinen - diese Verständlichkeit kann aber ebenso leicht ins Gegenteil umschlagen, wenn man bedenkt, dass alltägliche Begriffe wie Verstand, Vernunft und nicht zuletzt Wille bei Schopenhauer oft völlig anders verwendet werden, als wir es gewohnt sind. Demzufolge sind uns seine Ausführungen gleichzeitig sehr nah und dabei doch fern - gerade diese vermeintliche Nähe ist es scheinbar, durch die sich Schopenhauer von seinen Lesern distanziert.
In Bezug auf das Kernstück seiner Philosophie - der Wille und dessen Verneinung als höchstes Ziel des Lebens - ergibt sich deshalb folgendes Problem: Willensverneinung ist für Schopenhauer die vollkommenste Form der Seligkeit. In so einem Zustand sind sämtliche Emotionen verschwunden, weil diese in ihrem Wesen zielgerichtet sind; derartige Ziele bzw. Bestrebungen gibt es allerdings im Zustand der völligen Verneinung des Willens nicht mehr.
Was aber bedeutet es nun, glücklich zu sein? Unserer alltäglichen Auffassung nach hat derjenige, der glücklich ist, das höchste Gut für sich erreicht - ebenso bei Schopenhauer? Wenn doch das Glücklichsein selbst auch eine Emotion darstellt, wie kann die Willensverneinung dann noch ein gänzlich emotionsloser Zustand sein? Anders gefragt: Was bedeutet es in Schopenhauers Philosophie, "wunschlos glücklich" zu sein - ist dies überhaupt möglich, oder ist es ein Widerspruch, da es eventuell nur im Zustand des Wollens möglich ist, Glück zu empfinden?
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