Heiner Müllers Drama 'Germania Tod in Berlin' als Beispiel eines anachronistischen Geschichtsverständnisses
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
24.11.2010
Verlag
GRINSeitenzahl
18 (Printausgabe)
Dateigröße
594 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783640760381
Anfang der siebziger Jahre zeichnet sich jedoch ein umfassender Wandel jener poetologischen Voraussetzungen für das weitere Schaffen Heiner Müllers ab. In dieser zweiten Werkphase greift Müller nicht mehr unmittelbar Material aus der gegenwärtigen Situation in der DDR auf, sondern zieht geschichtliche Stoffe auf analoge Weise heran. Für ihn ist die bloße Darstellung von alltäglichen Ereignissen nicht mehr ausreichend. Um grundlegende Spannungen und Oppositionen der Übergangsepoche DDR zu erfassen, muss diese in Zusammenhang mit den verhängnisvollen Unglücken der deutschen Vergangenheit gesetzt werden. Müller konstatierte, dass man kein Bild der DDR schaffen könne, ohne diese im Kontext der deutschen Geschichte zu sehen, "die zum größten Teil auch eine deutsche Misere ist. Nur aus dem Kontext der deutschen Misere kriegt man ein richtiges DDR-Bild im Drama" . In diesem Sinne verfasste Heiner Müller auch das Theaterstück "Germania Tod in Berlin", das Gegenstand der folgenden Untersuchung ist.
Hierbei soll im Hinblick auf Heiner Müllers ästhetische Forderung nach einer dramatischen Form der Verschriftlichung von Geschichte, um diese für die Gegenwart lesbar zu machen, der Frage nachgegangen werden, ob das Bühnenwerk "Germania Tod in Berlin" als Beispiel eines anachronistischen Geschichtsverständnisses gelten kann?
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