Die Debatte um "die Vernichtung lebensunwerten Lebens" in der frühen Weimarer Republik
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Sprache:Deutsch
15,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
06.12.2006
Verlag
GRINSeitenzahl
34 (Printausgabe)
Dateigröße
310 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638577465
Die so genannte »Euthanasie-Debatte« der frühen Weimarer Jahre ist als ein spezielles Fragment dieser gesellschafts- und sozialpolitischen Umwälzungen zu sehen und spielt sich hauptsächlich im Bereich der Psychiatrie und des psychiatrischen Anstaltswesens ab. Die Diskussion begann 1920, als der Jurist Karl Binding und der Psychiater Alfred Hoche eine Schrift mit dem Titel »Die Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens« veröffentlichten. Dieser Text und eine Anzahl von Vorträgen, Rezensionen und Diskussionsbeiträgen, die in den darauf folgenden Jahren entstanden, sind Gegenstand der vorliegenden Arbeit. Als Schlusspunkt der Debatte wird das Jahr 1925 gewählt, als das Buch »Das Problem der Abkürzung "lebensunwerten" Lebens« von Elwald Meltzer erscheint. Meltzers Schrift ist zu verstehen als eine direkte Gegenschrift zu Binding und Hoche.
Die heutige historische Auseinandersetzung mit der Debatte ist oftmals ein Streit um Worte. So muss der Zweck der Bezeichnung »Euthanasie-Debatte« in Frage gestellt werden, da sie dem eigentlichen Kern der ausschlaggebenden Schrift von Binding und Hoche nicht gerecht wird. Es geht den Autoren nicht um einen "schönen Tod", nicht um Mitgefühl und nicht um das Recht des Individuums auf den eigenen Freitod, auch wenn es Textstellen gibt, die diesen Eindruck erwecken können. Der Begriff »Euthanasie« ist also fragwürdig. Binding und Hoche sprechen sich für eine Vernichtung von Menschenleben aus, staatlich organisiert und ökonomisch orientiert. Ins Blickfeld geraten dabei psychisch kranke und geistig behinderte Menschen. Aus diesem Grund wurde für die Diskussion die Bezeichnung "Binding-Hoche-Debatte" gewählt, auf diese Art gebunden an jene Personen, die die Diskussion auslösten. Man wird dem Inhalt der Debatte gerechter, wenn man in ihrem Zusammenhang das verschleiernde Wort »Euthanasie« fallen lässt.
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