Fornefelds Konzept der 'elementaren Beziehung' im Rahmen eines Perspektivewechsels im Verständnis des schwerstbehinderten Menschen
-
- Einzelkauf Download ausgewählt
-
Sprache:Deutsch
15,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
26.11.2004
Verlag
GRINSeitenzahl
26 (Printausgabe)
Dateigröße
566 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638328166
Am ersten Tag meines Blockpraktikums in einer Schule für Geistigbehinderte erfuhr ich, dass in meiner Praktikumsklasse auch ein schwerstbehindertes Mädchen sein sollte. Da ich unmittelbar noch nie mit Schwerstbehinderten zu tun gehabt hatte, war ich sehr gespannt auf diese Erfahrung. Julia ist ein 15 jähriges Mädchen, das nur den Kopf bewegen kann. Ihr Kopf wirkte im Verhältnis zu ihrem schmächtigen Körper übergroß, ihre Augen rollten hin und her, sie schien weder mich noch irgend jemanden anders anzublicken. Ihr Mund stand offen und sie speichelte. Ich glaube, ich habe in meinen ersten Praktikumstagen zum ersten Mal einen behinderten Menschen, mit dem ich nahe zu tun hatte, nur von außen betrachtet. Julia war die ersten Tage für mich das Bild eines schwerstbehinderten Menschen und ich fühlte mich schlecht, weil ich nicht mehr empfand, weil ich keinen Bezug zu ihr fand, ihr nicht begegnen konnte.
Diese beiden Beispiele für Erstbegegnungen mit schwerstbehinderten Menschen zeigen, wie sich das, was sie von uns unterscheidet, übermächtig in den Vordergrund drängt, so dass ihr Anderssein als Fremdheit empfunden wird, das Unsicherheit und Ablehnung, sogar Ekel hervorruft. Das Verhalten des schwerstbehinderten Menschen entspricht nicht unseren Erfahrungen und Normen, die wir in bezug auf den Mitmenschen haben. Wir finden daher keine Möglichkeit, ihm zu begegnen.
Im Folgenden möchte ich mich mit dieser Fremdheit, die wir empfinden, auseinandersetzen und verdeutlichen, wie unser Umgang mit ihr zu dem führen kann, was Fornefeld als "elementare Beziehungsstörung" bezeichnet. Daran anschließend werde ich aufzeigen, welche Veränderungen ein Perspektivewechsel in der Betrachtung behinderter Menschen bewirken kann und mit Fornefelds Konzept der "elementaren Beziehung" eine Möglichkeit beschreiben, zu Menschen mit schwerster Behinderung, insbesondere zu schwerstgeistigbehinderten Schülern im Rahmen eines beziehungsorientierten Unterrichts, einen Zugang zu finden.
Noch keine Bewertungen vorhanden
Verfassen Sie die erste Bewertung zu diesem Artikel
Helfen Sie anderen Kundinnen und Kunden durch Ihre Meinung.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.
zum Kundenservice