Der Weg der Kirche in Mecklenburg von 1989 bis 1993
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
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Nein
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Nein
Erscheinungsdatum
18.09.2002
Verlag
GRINSeitenzahl
53 (Printausgabe)
Dateigröße
493 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638143196
ihr aufgetragenen Botschaft und ihrer Lebensart ¿Salz der Erde' zu sein."
Die Landeskirche hat in den vergangenen vier Jahren einen weiten Weg zurückgelegt. Durch
die politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umwälzungen der Wende und der
Wiedervereinigung hat sie eine neue Rolle in der pluralistischen Gesellschaft übernehmen
müssen. Dabei stand sie oft unter hohem zeitlichem und inhaltlichem Anpassungsdruck und
hatte kaum Spielraum, zuerst eine grundsätzliche, theologische Stand ortbestimmung zu unternehmen
und dann daraus Konsequenzen für ihre Gestalt und Struktur zu ziehen.
Die Landeskirche hat sich sowohl aus pragmatischen als auch aus inhaltlichen Gründen weitgehend
dafür entschieden, den Weg der westdeutschen Landeskirchen mitzugehen. Sie hat
deren Modell von "Volkskirche" übernommen. Da sie die flächendeckende, personalintens ive
geistliche Versorgung der Bevölkerung nach dem Parochialprinzip beibehalten und gleichzeitig
vielfältige neue Aufgabenfelder (Diakonie, Religionsunterricht, Seelsorge an speziellen
Gruppen) übernehmen wollte, mußte sie sich auch für das entsprechend effektive Finanzierungsmodell
entscheiden. Dazu gehörte die Einführung des neuen Kirchensteuerabzugsverfahrens
(s.u. Kapitel 1) und der Abschluß des Staat-Kirchen-Vertrages (u.a. Finanzierung
zweier theologischer Fakultäten, jährlicher Zuschuß zu Pfarrerbesoldung von 13 Mio. DM
für Mecklenburg-Vorpommern). Die Kirche hat sich damit aus der Marginalisierung herausgelöst
und ist eine gesellschaftlich relevante Gruppe geworden.
In Spannung dazu steht, daß der zu DDR-Zeiten begonnene Prozeß der Minorisierung weiter
fortschreitet: Die Kirche ist zwar nun wieder mit allen rechtlichen und finanziellen Möglichkeiten
ausgestattet, die sie sich wünschen kann, aber sie steht vor dem Problem, daß immer
weniger Menschen sich zu ihr halten. Weniger als 300.000 Glieder zählt die Landeskirche bei
sinkender Tendenz. Immer öfter taucht die Frage auf, ob die Kirche, die Strukturen, die sie
sich gegeben hat, überhaupt mit Menschen füllen kann und ob es noch sinnvoll ist, von Volkskirche
im Sinne einer Kirche zu sprechen, die die "umfassende Durchchristlichung des Volkes"
oder flächendeckende "pfarramtliche Versorgung" verfolgt. ¿[...]
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