Was versteht Platon unter dem Begriff "Gerechtigkeit" und wie verdeutlicht er dies an seinem Modell der gerechten Stadt?
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
11.01.2004
Verlag
GRINSeitenzahl
24 (Printausgabe)
Dateigröße
609 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638244350
der Gerechtigkeit beschäftigt. So kündigt sich seine Politeia
zwar im Titel nur als ein Beitrag zur politischen Philosophie
oder Staatsphilosophie an, aber ihr wurde später der
Untertitel "Über das Gerechte" (peri tou dikaiou) hinzugefügt.
"Die Politeia ist Platons philosophisches und politisches
Hauptwerk" 1.
Sie behandelt neben der Gerechtigkeit viele Teilgebiete: sie
befaßt sich mit einer Erziehungslehre, sie vertritt die
Gleichberechtigung von Mann und Frau, sie entfaltet eine
Kritik der Dichtung sowie auch eine Theorie der Musik.
Nicht zuletzt ist der Höhepunkt der Politeia die Idee des
Guten. Die Gerechtigkeit ist allerdings der rote Faden, der
sich durch das ganze Werk zieht.
Diese Arbeit beschäftigt sich ausschließlich mit Platons
Definition der Gerechtigkeit. Deswegen werde ich nicht auf
alle Teilgebiete eingehen, sondern mich hauptsächlich auf die
Bücher I bis V beschränken. Diese beinhalten das Problem der
Gerechtigkeit und ihres Nutzens und die Darstellung der
Gerechtigkeit an einem Modell der gerechten Stadt. Ich möchte
mich dabei eng an die Struktur halten, die Platon in seinem
Werk verwendet, um an seine Definition der Gerechtigkeit
hinzuführen.
Gängige Vorstellungen der Gerechtigkeit
Die Politeia beginnt mit mehreren Dialogen, wobei Sokrates von
unterschiedlichen Gesprächspartnern deren Vorstellung von
Gerechtigkeit erzählt bekommt. Diese ersten Versuche einer
Gerechtigkeitsdefinition sind geläufige Vorstellungen der
Gerechtigkeit, die auch meist bei der Allgemeinheit zu finden
sind. Sokrates erster Gesprächspartner ist Kephalos. Dieser Dialog
bildet die Ausgangslage einer philosophischen
Gerechtigkeitsuntersuchung. Über Sokrates` Frage nach dem
Reichtum Kephalos und seinem Nutzen daraus, gelangen sie
schnell zum Hauptthema. Nach Kephalos sind wir unseren
Mitmenschen Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit schuldig.
"Wahrhaftigkeit heißt dabei soviel wie, ein ehrlicher
Geschäftsmann sein, niemanden betrügen, niemanden etwas
schuldig bleiben".2 [...]
1 Henning Ottmann, Geschichte des politischen Denkens, Band 1 / 2, S.22
2 Henning Ottmann, Geschichte des politischen Denkens, Band 1 / 2, S.26
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