Exil auf der Leinwand - "Casablanca" als 'Emigrationsfilm'
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Nein
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Nein
Erscheinungsdatum
02.09.2004
Verlag
GRINSeitenzahl
24 (Printausgabe)
Dateigröße
773 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638304245
ist überfüllt. Für die paar Zehntausende von armen Emigranten scheint nirgends Platz
zu sein. Keiner, der noch in der Heimat lebt, sei es unter den bedrängtesten
Umständen, kann wohl ganz ermessen, was das bedeutet: Es ist nirgends Platz für
dich."
So beschreiben Klaus und Erika Mann in ihrem 1939 erschienenen Buch "Escape to Life"
die Ausgangssituation der europäischen Emigration1.
Am 3. März 1944 erhielt der achtmal nominierte Film "Casablanca" die Academy Awards
(Oscars) für das beste adaptierte Drehbuch, für die beste Regie und wurde zur Krönung als
bester Film ausgezeichnet2. Ein besonderer Aspekt des bis heute ungebrochen populären
Filmes ist die doppelte Beteiligung von Emigranten: einerseits, auf der inhaltlichen Ebene,
durch die Darstellung der Emigrationsthematik; andererseits, auf der Produktionebene durch
die Vielzahl von vertretenen emigrierten Schauspielern.
Im Rahmen dieser Arbeit soll der Versuch unternommen werden, "Casablanca" als
,Emigrationsfilm' zu betrachten3; sowohl die Produktions-, als auch die inhaltliche Ebene des
Filmes sollen dazu in den historischen Kontext gestellt werden. Im folgenden werden
zunächst zum Umreißen der Entstehungsbedingungen die Genese der ursprünglichen Vorlage
für das Drehbuch und der Einfluss der weltpolitischen Lage auf die Filmproduktion in den
USA dargestellt, um dann auf die deutschsprachige Emigration in Hollywood einzugehen. In
einem biographischen Teil werden fünf an "Casablanca" beteiligte deutschsprachige
Schauspieler vorgestellt, die nach 1933 in die Emigration mussten. [...]
1 Mann, Erika / Mann, Klaus: Escape to Life. Deutsche Kultur im Exil (1939), 2. Aufl., München 1991, S. 233.
2 Missler-Morell, Andreas: Ich seh' dir in die Augen, Kleines. Casablanca. Der Kultfilm, München 1992, S. 152-
154.
3 Dies soll in Abgrenzung zum Genre ,Exilfilm' erfolgen, das, Horak, Jan-Christopher: Exilfilm, 1933-1945, in:
Jacobsen, Wolfgang (Hg.): Geschichte des deutschen Films, Berlin 1993, S. 101-118, hier S. 102, so definiert:
"Als Exilfilme werden hier solche im Ausland gedrehten Werke bezeichnet, die von einem aus Deutschland
emigrierten Produzenten, Regisseur und Drehbuchautor gestaltet wurden"; somit berücksichtigt diese Definition
von ,Exilfilm' nicht die Beteiligung von emigrierten Schauspielern.
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