Halloween, Tag der lebenden Leichen. Die Geister dreier toter Teenager kehren aus dem Zwischenreich zurück nach Connecticut. Vor einem Jahr sind sie hier bei einem Unfall auf dem Highway gestorben. Nun sehen sie nach den Freunden, die überlebten: Kyle, entstellt und debil, und Tim, unverletzt, aber innerlich «längst tot». Sie merken, dass Tim etwas Schreckliches vorhat. «Die Katastrophe jährt sich, und die Opfer ziehen Bilanz - die im Jenseits genauso wie jene im Diesseits. Da ist Tim, der mit den Schuldgefühlen des Überlebenden kämpft. Brooks, der Polizist, der die jugendlichen Raser mit Blaulicht verfolgt hatte. Da ist Kyle, hirngeschädigt und entstellt. Erzählerisch präzise und unsentimental dringt O'Nan in seelische Abgründe vor.» (Die Weltwoche) «Stewart O¿Nan, ein Meister des subtilen Schreckens, gilt als einer der besten amerikanischen Erzähler seiner Generation.» (Der Spiegel) «Wie alles von O'Nan - tief beeindruckend.» (Stern) «Ein Meister des Psychothrillers.» (Die Weltwoche)
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Geisterhaftes Drama
NiWa am 31.10.2023
Bewertungsnummer: 2058141
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Vor einem Jahr an Halloween sind drei Jugendliche bei einem Autounfall verunglückt. Als Geister kehren sie zu den Überlebenden zurück und merken, dass diese seither innerlich gestorben sind. Außerdem bahnt sich etwas Furchtbares an.
„Halloween“ von Stewart O’Nan habe ich gemeinsam mit anderen Bücherbegeisterten Ende Oktober gelesen. Titel und Cover versprechen die perfekte Schauerlektüre für diese Jahreszeit und wir waren allesamt ernüchtert, weil der Roman in eine andere Richtung geht.
Weder Klappentext noch Titel tragen die Schuld, weil beides passend zur Geschichte ist. Das Geschehen spielt an Halloween und im Mittelpunkt der Handlung steht der Autounfall der Jugendlichen, der sich zum ersten Mal jährt. Doch es ist weder ein Horror-Roman noch eine Gespenstergeschichte, sondern es handelt sich um ein Gegenwartsdrama, welches in einer amerikanischen Kleinstadt spielt.
Eingangs beschreibt Stewart O’Nan die Halloween-Stimmung und hüllt den Leser mit herbstlichem Blätterrauschen, kühlen Temperaturen und dem Geruch von modrigem Laub ein. Sofort war ich gefangen in der Atmosphäre und wartete gebannt, wie es weitergeht.
Dennoch brauchte ich meine Zeit, bis ich mich im Roman orientieren konnte. Obwohl ich anfangs behaupte, dass es keine Schauergeschichte ist, wird diese von den drei toten Jugendlichen erzählt. Toe, Danielle und Marco führen als Gespenster durch die Geschichte. Sie sehen dem aktuellen Treiben zu, schauen zurück und ahnen, was kommen wird. Dabei greift Stewart O’Nan zu einem fliegenden Erzählstil, denn die Geister sind immer da, wo gerade an sie gedacht wird.
Diesen Gedanken habe ich als sehr schön empfunden. Es ist eine tröstliche Vorstellung, dass unsere Verstorbenen als Geister bei uns sind, wenn wir uns an sie erinnern.
Trotzdem war der Stil zu Beginn anstrengend, weil mir dadurch die Orientierung schwer fiel, bis ich das System dahinter durchschaut hatte.
In diesem Drama wird der Unfall aufgearbeitet, nachgestellt und die beteiligten Personen rücken in den Fokus. Neben den drei jugendlichen Geistern saßen ihre Freunde Tim und Kyle im Wagen, die - wenn teilweise auf bedrückende Weise - mit ihrem Leben davon gekommen sind. Außerdem spielt der städtische Cop Brooks eine tragende Rolle, weil er in beruflicher Funktion am Unfallort gewesen ist.
Es ist ein melancholischer Roman, der zwischen Vergangenheit und Gegenwart schwenkt. Beleuchtet werden die direkt Beteiligten genauso wie die Hinterbliebenen. Durch den tödlichen Unfall hat sich das Leben vieler Menschen von einer Minute auf die andere auf erschreckende Weise geändert, und so hängt jeder seinen Gedanken und Erinnerungen nach.
Meinem Gefühl nach hat die Grundthematik mit Halloween als Rahmen hervorragend gepasst. Einerseits sind es die jugendlichen Geister, die genau vor einem Jahr ihr Leben ließen, andrerseits zeigt der Autor die Überlebenden, welche seither wie lebendige Tote durch den Alltag gehen.
„Es kommt ihm länger vor als ein Jahr. Woran liegt das? Es ist Montag, dann Sonntag, und das Ganze fängt wieder von vorne an.“ (S. 86)
Ich mag stimmungsvolle Dramen, die in amerikanischen Kleinstädten angesiedelt sind. Zwar war ich erstaunt, dass es keine „echte“ Halloween-Geschichte ist, aber ich habe diesen dramatischen Roman um den Unfallhergang dieser Jugendlichen gern gelesen.
Außerdem war ich vom poetischen Stil und dem melancholischen Blick äußerst angetan. Stewart O’Nan schreibt in anmutiger Sprache, stellt zarte Querverweise, übt ein bisschen Gesellschaftskritik und manches Mal gibt es einen schmerzhaften Seitenhieb.
Weniger mochte ich das Ende, weil es geradlinig kommt und bis auf eine kleine Wendung alles eintritt, wie es vorausgesehen wird. Zudem gibt es zwei Figuren, die für Trubel und Anspannung sorgen, aber nach einem kurzen Gastauftritt in der Schwärze der Nacht verschwinden. Deren Sinn ergibt sich mir auch nach der Lektüre nicht.
Wichtig ist, dass man sich keine Horror-Story erwartet, weil es ein beklemmender, intensiver Roman ist, der zeitlich an Halloween angesetzt ist. Für mich war es ein fesselndes, bedachtes und melancholisches Drama, welches an die Seiten bannt, und ich gerne gelesen habe.
nett zu lesen, aber...
Bewertung am 12.06.2021
Bewertungsnummer: 671243
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Es handelt sich hier definitiv nicht um ein schlechtes Buch, allerdings muss ich sagen, dass ich mehr erwartet hatte. Eine nett erzählte Geschichte, der meiner Meinung nach Spannung oder zumindest eine überraschende Wendung fehlte. Wer leichte Kost, zum Lesen am Strand oder beim Sport sucht macht hier nichts falsch, wer aber Spannung sucht sollte sich vielleicht nach einem anderen Buch umsehen.
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