Mitglied des Hauses Habsburg zu sein, ging mit Rang und Ansehen, bester Erziehung und Ausbildung einher. War für die Söhne des Hauses oft eine Karriere im Militärwesen vorgezeichnet, wurden die Töchter nach politischem Kalkül verheiratet. Viele Mitglieder des Kaiserhauses beugten sich dem Diktat des Herrscherhauses, dienten in weit entlegenen Garnisonen des Habsburgerreiches, heirateten ungeliebte Partner und erfüllten nolens volens ihre Repräsentationspflichten.
Es gab aber auch eine Reihe von Hoheiten, die sich den streng konservativen Gesetzen widersetzten, die ihr Leben nach eigenen Vorstellungen leben wollten und eher ihrem Herzen folgten als der Konvention.
Da ist die "amitié amoureuse" zwischen Erzherzogin Marie Christine und ihrer Schwägerin Isabella von Parma, da ist die Affäre der mit Napoleon verheirateten Kaisertochter Marie Louise mit ihrem Reisebegleiter Graf Neipperg, da sind Erzherzöge, die aus Liebe zu nicht standesgemäßen Frauen mit dem Kaiserhaus brachen, ihre Titel und Ansprüche niederlegten und "bürgerlich" wurden.
Von diesen schillernden Persönlichkeiten, die sich skandalösen Amouren hingaben, erzählt Hanne Egghardt in ihrem Buch.
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
aebbies.buechertruhe
5/5
30.04.2013
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wunderschön!
Das Buch schildert in kurzen Geschichten einige Skandale im Hause Habsburg. Nicht alle Erzherzöge unterwarfen sich dem strengen Protokoll am Hofe. Zur damaligen Zeit sicher mit dem Mäntelchen des Schweigens bedeckt, werden die Affären hier mit viel Verständnis beschrieben.
Das Buch besticht durch eine wundervolle und liebevolle Gestaltung. Allein das Cover ist ein Gemälde, ein absoluter Hingucker und hebt sich deutlich von anderen Büchern ab. Im Innenteil findet der Leser wundervolle Bilder der betreffenden Personen, die dadurch für den Leser griffiger und anschaulicher werden. Man erkennt die Person hinter der Geschichte und entwickelt Beziehungen zu ihnen. Besonders gelungen sind die Abdrucke der alten Briefe, die auch in der damaligen Schriftform und Grammatik wiedergegeben werden. Dadurch wirken diese Abschnitte authentisch. Der Stil dieses Buches ist wunderbar flüssig, leicht zu lesen und zu verstehen. "Skandalöse Amouren im Hause Habsburg" ist ein Werk, daß den Leser von der ersten Seite an für sich einnimmt, man kann es einfach nicht mehr aus der Hand legen.
Meine Hochachtung gilt der Autorin. Hinter diesem Buch steckt bestimmt eine Menge Arbeit. So etwas schreibt man nicht mal eben nebenbei!
majuli
aus Peine
5/5
30.04.2013
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nicht alle beugten sich dem Kaiser
Autorin Hanne Egghardt berichtet hier von sechs Liebesgeschichten, die folgende Dinge gemeinsam haben. Sie fanden im ehrwürdigen Hause Habsburg statt, bereiteten den jeweiligen Kaisern schlaflose Nächte und sind an Originalität nicht leicht zu überbieten.
Ob es dabei um Maria Theresias Tochter und ihre Liebe zu ihrer Schwägerin geht oder die "sinnliche" Gattin des großen Napoleon, die ohne einen Mann nicht sein kann. Die schwärmerische Liebe des Erzherzogs Johann zu der Postmeistertochter Anna Plochl oder das tragische gemeinsame Ende der Eheleute Erzherzog Heinrich samt Sängergattin. Dem stehen die "Toskaner" natürlich nicht nach, im Gegenteil: Die Erzherzöge Johann und Leopold lassen es so richtig krachen mit Tänzerin und Prostituierten.
Ich kenne mich ein wenig aus mit den Habsburgern, so wurde mir nicht allzuviel Neues berichtet. Doch wurde es so kurzweilig und humorvoll geschrieben, dass das Lesen ein Genuss war. Die Autorin hat die Geschichten liebevoll zusammengetragen und mir die Protagonisten real und echt rübergebracht. Ich kann das Buch wärmstens weiterempfehlen. Auch für Einsteiger in das Tema "Habsburger" bestens geeignet, ist der Text nicht zu kopflastig, sondern erweckt die Menschen zum Leben. Kopfkino an, durch sehr schöne Fotos unterstützt. Volle Punktzahl !!!
majuli
5/5
29.04.2013
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nicht alle beugten sich dem Kaiser
Autorin Hanne Egghardt berichtet hier von sechs Liebesgeschichten, die folgende Dinge gemeinsam haben. Sie fanden im ehrwürdigen Hause Habsburg statt, bereiteten den jeweiligen Kaisern schlaflose Nächte und sind an Originalität nicht leicht zu überbieten.
Ob es dabei um Maria Theresias Tochter und ihre Liebe zu ihrer Schwägerin geht oder die "sinnliche" Gattin des großen Napoleon, die ohne einen Mann nicht sein kann. Die schwärmerische Liebe des Erzherzogs Johann zu der Postmeistertochter Anna Plochl oder das tragische gemeinsame Ende der Eheleute Erzherzog Heinrich samt Sängergattin. Dem stehen die "Toskaner" natürlich nicht nach, im Gegenteil: Die Erzherzöge Johann und Leopold lassen es so richtig krachen mit Tänzerin und Prostituierten.
Ich kenne mich ein wenig aus mit den Habsburgern, so wurde mir nicht allzuviel Neues berichtet. Doch wurde es so kurzweilig und humorvoll geschrieben, dass das Lesen ein Genuss war. Die Autorin hat die Geschichten liebevoll zusammengetragen und mir die Protagonisten real und echt rübergebracht. Ich kann das Buch wärmstens weiterempfehlen. Auch für Einsteiger in das Tema "Habsburger" bestens geeignet, ist der Text nicht zu kopflastig, sondern erweckt die Menschen zum Leben. Kopfkino an, durch sehr schöne Fotos unterstützt. Volle Punktzahl !!!
Bewertung
aus Oberglatt/ZH
3/5
01.05.2013
Buch (Gebundene Ausgabe)
Skandalöse Amouren im Hause Habsburg
Die erste Geschichte von Isabella und Marie Christine hat mich enttäuscht. Da war sehr wenig Fleisch am Knochen Dieselben Sätze wurden zum Strecken fast wortwörtlich mehrmals in unterschiedlichen Kapiteln wiederholt. Dazu fielen mir Nachlässigkeiten des Korrektorats, die ich in einem so schön aufgemachten Buch doppelt stören. (z.B. Seite 29, Zeile 6). Abgesehen von diesen "technischen" Details hat mich die Geschichte berührt, v.a. die Todessehnsucht Isabellas.
Der Gehalt der zweiten Liebesgeschichte hat mir da schon besser gefallen. Die Entwicklung von einem jungen Mädchen, das sich allem fügt, zu einer selbstbewussten Frau, die für ihre Interessen kämpft wird sehr schön veranschaulicht.
Leider bin ich aber auch wieder über unschöne Details gestolpert. z.B. steht auf Seite 70 in einem Absatz 2x praktisch derselbe Satz.
Wie schwierig es war, um die riesige Kluft des Standesunterschiedes zu überwinden, wird in der dritten Liebesgeschichte sehr eindrücklich gezeigt. Dies ist endlich einmal eine Geschichte mit Happy End.
In der vierten Geschichte haben mich die Folgen der Heirat ohne kaiserliche Bewilligung beeindruckt. Sie bringen das Selbstverständnis des Herrschers sehr gut zum Ausdruck. Und zum ersten Mal bin ich auf so etwas wie Humor im Text gestossen: "Lichtjahre von der Thronfolge entfernt". Das hat mir gefallen. Tragisch ist allerdings das Ende dieser Liebe.
Der vielseitig begabte, "aufmüpfige" Erzherzog Johann der fünften Geschichte wurde mir je länger desto unsympathischer. Wie er seine Freundin behandelte, wirft meines Erachtens kein sehr vorteilhaftes Licht auf seinen Charakter.
Ich störte mich auch am Erzählton. Beispiel: Seite 170: "In dieser Situation handelte er jedoch wie ein Mann." Die Geisteshaltung, die hinter diesem Satz steckt, scheint mir reichlich antiquiert (allerdings passt sie gut zur verknöcherten, reaktionären Kaiserfamilie). Wessen Stimme ist das? Diejenige der Autorin? Einer nicht näher bezeichneten Sekundärquelle? Hier (und auch an weiteren Stellen) fehlt mir eindeutig die kritische Distanz.
Sehr spannend finde ich den Schluss der fünften Geschichte. Man spürt, wie die Vergangenheit ihre Arme in die Gegenwart ausstreckt. :-)
"Kaiser Franz Joseph hat zu lange gelebt, zu lange regiert" Diesen Satz habe ich - sinngemäss - in einem Buch über Staatsmänner des Weltkrieges gelesen, das 1929 erschienen ist. Er scheint mir nach der Lektüre von "Skandalöse Amouren im Hause Habsburg" sehr zutreffend zu sein. Dieser Mann scheint den Bezug zur Realität mit den Jahren völlig verloren zu haben. Anders kann ich mir seine Reaktionen in den den diversen Geschichten nicht erklären.
Nach dem ersten Weltkrieg hat die Moderne endgültig Einzug gehalten und die Mitglieder des Hauses Habsburg wurden zu dem, was sie auch heute noch sind: Mitglieder einer Familie, die dank ihrer Vergangenheit noch immer wie exotische Insekten unter dem Vergrösserungsglas der Presse betrachtet, bestaunt und belächelt werden.
Das Buch war leichte, seichte Unterhaltung. Den Erzählton fand ich teilweise nicht angebracht. Die primären Quellen verleihen dem Ganzen Originalität und Charme. Die Abbildungen haben mir gut gefallen. Gewünscht hätte ich mir einen Stammbaum, der etwas Übersichtlichkeit in die vielen Leopolds, Heinrichs, Johanns, Marias, Louises etc. gebracht hätte.
Sursulapitschi
3/5
29.04.2013
Buch (Gebundene Ausgabe)
Habsburgs schwarze Schafe
Dieses Buch erzählt uns in sechs Episoden die Lebensgeschichte diverser schwarzer Schafe des Hauses Habsburg. Es behandelt den Zeitraum von 1740 - 1930.
Da ist beispielsweise die lesbische Fürstin, die liebeshungrige Prinzessin oder der Erzherzog, der eine Bürgerliche liebt.
Es liest sich sehr amüsant, ist aber deutlich ein Sachbuch und kein Roman. Oft denkt man: Aha, das wüsste ich jetzt gerne ausführlicher. Da werden dann doch eher Fakten mitgeteilt und nichts ausgeschmückt. Die Liebesgeschichten nimmt man als Kuriositäten wahr, sie gehen nicht zu Herzen.
Auch wenn ich nach lesen dieses Buches das Gefühl habe, ich habe in eine sehr komplexe Thematik gerade mal hinein geschnuppert, habe ich doch einiges über das Haus Habsburg, strategische Heiraten und Standesdünkel gelernt. Als begeisterte Leserin historischer Romane und passionierte Burgenbesichtigerin hatte ich immer das Gefühl, Habsburger sind überall, und alle heißen Maria Theresia, Louise oder Johann. Jetzt kann ich diese unglaubliche Adelsfamilie etwas besser einordnen. Und ich weiß inzwischen, dass Sissis lieber Franzl ein grauenhaft konservativer Despot war.
Sehr schön ist das eingefügte Bildmaterial. Man kann beim Lesen gleich sehen, um wen es geht. Noch schöner wäre ein eingefügter Stammbaum gewesen. Zwischendrin verliert man fast den Überblick. Ist jetzt Franz der Sohn von Ludwig, Ferdinand oder wem noch gleich, oder doch der Vater...
Fazit: Hübsches Buch, um auf amüsante Weise Habsburger kennen zu lernen. Man sollte allerdings weder tiefere Informationen noch tiefere Gefühle erwarten.
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