Zitat
Evelyn Grill hat einen Roman geschrieben, der die seelischen Verwerfungen zum Thema hat, der die Familie als Hort von Grausamkeit und Einsamkeit bloß legt. Dass ihr dies so überzeugend und meisterlich glückt, dazu trägt auch ihre strenge Stilistik bei, denn es gelingt der Autorin, auf nur 130 Seiten eine atemberaubende und zugleich poetisch-elegante Geschichte zu erzählen. [Quelle: Lerke von Saalfeld, DEUTSCHLANDRADIO] Grills Roman bildet ein Gewebe, bei dem das meiste, was dargestellt wird, nicht bloße Handlung, sondern immer wieder auch Bedeutungsträger ist. Dabei enthüllen sich entscheidende Tatsachen. (...) Evelyn Grills Roman ist als eindrucksvoller Spannungsbogen komponiert, der von Anfang bis Ende anhält, ohne zu reißen. Das fasziniert den Leser, er braucht jedoch auch ein Gespür für die Nuancen der Darstellung. In schnörkellos-schlichter und gerade in dieser Schlichtheit poetischer Sprache, in einem melancholisch-düsteren Ton schreibt Evelyn Grill. Sie komprimiert und lässt kulminieren, lässt schwelende Konflikte wie den zwischen Titus und Zanotti in einer einzigen Szene der Gewalt explodieren. (...) Evelyn Grill hat einen eindringlichen, ja einen fesselnden Roman geliefert, der weit über den schmalen Umfang des Buches hinausweist.
[Quelle: BADISCHE ZEITUNG, Bettina Gröber] Evelyn Grill erzählt einmal mehr mit knapper, schnörkelloser, ja abgeklärter Sprache von der provinziellen Welt, dem Individuum in einer angepassten Masse, der Katastrophe zwischen vermeintlicher Sicherheit und den Feinden in den eigenen Reihen. [Quelle: Claudia Peer, LITERATURHAUS] Atemlos folgt man ihrer stringenten Erzählweise, fasziniert davon, wie lakonisch sie daherkommt und doch Satz für Satz Spannung aufbaut. (...) Ein starker Roman, der durchweg fesselt. Man leidet mit den tragischen Figuren dieser Geschichte, will genau wie sie endlich wissen, welches Geheimnis die schöne Benita, Titus Mutter, umgibt. Die Autorin löst es erst auf den letzten Seiten auf. Evelyn Grill ist eine herausragende Erzählerin - unbedingt lesen. [Quelle: MUSENBLÄTTER, Jürgen Kasten]
Was diesen "Knochen"-Roman wohltuend von seinen Brüdern abgrenzt, ist außerdem sein schnörkelloser, knapper Sprachstil, der auf jegliche effekthascherische Dekoration verzichtet. Ohne Brimborium steuert die Autorin konsequent und beängstigend ruhig auf einen Schluss zu, der logisch überzeugt, ja gar nicht anders möglich ist. Viel Geschehen aus Vergangenheit und Gegenwart verdichtet in einem Minimum an Wörtern - alle Achtung! Diesen düsteren, beklemmenden Kriminalroman über eine Familientragödie habe ich in die Liste meiner 20 Lieblingsbücher im Frühjahr 2013 aufgenommen.
[Quelle: buecherrezensionen.org, Petra Schwarz] "Der Sohn des Knochenzählers" ist ein intensiver, spannend unter die Haut gehender Roman, in dem die Autorin konsequent und beängstigend ruhig auf einen Schluss zusteuert, der logisch überzeugt, ja gar nicht anders möglich ist. [Quelle: SANDAMMEER, Winfried Stanzick]