"Jugend ohne Gott" gilt als das bedeutendste Werk von Horvaths. Hintergrund des Romans ist die Charakter-, Gedanken- und Lieblosigkeit der Jugend im Dritten Reich.
Kundinnen und Kunden meinen
4.9/5.0
lara
5/5
21.12.2025
Buch (Taschenbuch)
jugend ohne gott
Jugend ohne Gott von Odön von Horvath ist ein unfassbar gut aber auch leicht verständlich geschriebenes Buch. Es zeigt die Machtausnutzung und genommene Freiheit des einzelnen im dritten Reich. Pflichtlektüre meiner Meinung nach,da man so leichte Vorurteile,die von den großen kommen,hervorsehen kann.
Bewertung
5/5
15.03.2023
Buch (Taschenbuch)
Sehr interessant
Das Buch war sehr interessant zu lesen und einfach geschrieben. Die Gedankensprünge sind nachvollziehbar und die Handlungen des Protagonisten sind verständlich.
Das Buch kann innerhalb von 2-3 Stunden gelesen werden und ist damit perfekt für lange Fahrten geeignet.
Bewertung
5/5
04.03.2023
eBook (ePUB)
Mein liebstes "altes" Buch
"Jugend ohne Gott" zählt für mich zweifellos zu den unterhaltsamsten und dennoch lehrreichsten Geschichten aus dieser Zeit. Man muss das Werk (selbstverständlich) im Kontext ebendieser Zeit lesen, dann ist es ein wirklich spannendes und gelungenes Buch.
Isolani
aus Linz
5/5
16.06.2021
Buch (Taschenbuch)
Jugend im Faschismus
Ein Gymnasiallehrer hat in einer Zeit des Faschismus mit seiner Schulklasse zu kämpfen. Da er sich den gängigen Meinungen nicht anschließen will und kann, hassen ihn seine Schüler dafür.
Als er mit seiner Klasse auf ein Ferienlager fährt (hier werden die Schüler militärisch ausgebildet), kommt es zur Eskalation: Ein Junge namens N. wird ermordet aufgefunden. Im Verlaufe des Prozesses gesteht Z. den Mord. Seine Ferienliebe Eva beteuert aber, daß ein anderer Junge der Mörder sei. Sie kann das Aussehen des Fremden beschreiben, doch das Gericht glaubt ihr nicht. Nur der Lehrer ahnt, wer der wahre Mörder ist...
Ödön vor Horváth schrieb "Jugend ohne Gott" im Jahre 1937. Es ist eine Kritik an die nationalsozialistische Ideologie des dritten Reiches. Der Lehrer zweifelt an Gott und seinen Mitmenschen. Die Jugend spielt eine zentrale Rolle, sie sollen zu Kampfmaschinen ausgebildet werden.
Nach der Machtübernahme Hitlers am 30.01.1933 werden Horváths Stücke an den Deutschen Theatern verboten, 1934 auch in Österreich. Er flüchtet von Stadt zu Stadt. 1938 stirbt er in Paris.
Bewertung
5/5
24.10.2017
eBook (ePUB)
Was wird das für eine Generation? Eine harte oder nur eine rohe?
Es ist nicht nur eine ganze Generation, gegen die er sich stellt - Schüler, Eltern, Offziere.
Es ist eine Weltanschauung, eine Ideologie, ein Glauben.
Ein Glauben, den er nicht vertritt.
Er kämpft, um sich nicht unterordnen zu müssen, seine eigene Meinung vertreten zu dürfen.
Er kämpft, um selbst denken zu dürfen, hinterfragen zu dürfen.
Aber er hinterfragt nicht nur den Glauben oder die Ideologie. Er hinterfragt auch die Religion, die Rolle des Staates und der Gesellschaft.
Er hinterfragt seine Existenz. Er hinterfragt das ganze Sein.
Er kämpft, bis er aufgibt. Bis er sich geschlagen gibt. Er kämpft, bis er nicht mehr kämpft.
Es ist das Bild einer verkorksten Jugend, die von Horvath hier beschreibt.
Einer Jugend, gnadenlos und eiskalt.
Einer Jugend, geblendet von falschen Ideologien und Rassenvorstellungen.
Geblendet von dem Glauben an die Überlegenheit der eigenen Rasse.
Und es ist das Bild eines Mannes, der es sich zur Gewohnheit gemacht hat, über andere zu urteilen (zurecht, bedenkt man seinen gesellschaftlichen Kontext), aber sich bald eingestehen muss, dass auch er nicht völlig ohne Schuld ist.
Dass vielleicht niemand völlig ohne Schuld ist. Und dass irgendwann der Moment kommt, an dem man sich fragen muss, wie man denn handeln möchte. Wie man denn sein möchte. Ob man weiter schweigen kann oder sich eingestehen muss, dass jeder Sklave seiner Handlungen und Entscheidungen ist.
Und dass der Moment kommt, kommen kann, an dem man sich beugt. An dem man aufgibt. Auch wenn man es nicht möchte, auch wenn es den eigenen moralischen Vorstellungen widerspricht. Es kommt der Moment, an dem man sich beugt.
Es ist eine klare, direkte Sprache mit der von Horvath die Entwicklung des Faschismus' der NS-Zeit beschreibt. Dabei kommt es durchaus auch vor, dass man lachen muss, weil man es einfach nicht glauben kann, dass erwachsene Menschen sich so leicht "verführen" lassen, einer Lüge so leicht aufliegen. Doch genau das war der Fall. Genau das war die Realität.
Und wenn man das begrifft, sich dessen bewusst wird, Seite um Seite, dann vergeht das Lachen ganz schnell, weicht dem Entsetzen darüber, wie so etwas passieren konnte.
Doch von Horvarths Buch ist so viel mehr als ein Anprangern der Kollektivschuld während des Regimes. Es ist vor allem ein Buch über die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, über die Rolle von Moral, von Verantwortung und Schuld.
Es ist ein Buch, welches immer wieder die eine Frage stellt: Soll ich schweigen, um mich selbst zu schützen oder sage ich die Wahrheit, obwohl ich mich dadurch selbst in Gefahr bringe?
Genau diese Frage ist es, die dieses Buch auch heute noch, obwohl bereits 1937 erschienen, mit einer Aktualität belegt, die seinesgleichen sucht.
Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Entwicklung und der Frage nach Anstand und Moral ist dieses Buch alles andere als ein eingestaubter Klassiker, sondern Pflichtlektüre und Lehre, wie man es nicht machen sollte.
Lehre, wie schnell sich einzelne Ansichten zu einem Kollektiv entwickeln können.
Lehre, wie schnell wir uns ihr hingeben, der Lüge, der Mutter aller Sünden.
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